Trainer Herbert Burdenski und Sohn Dieter Burdenski waren gemeinsam mit Werder in Algerien.
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Trainer Herbert Burdenski und Sohn Dieter Burdenski waren gemeinsam mit Werder in Algerien.

Neue Serie: Werders Abenteuer in Afrika

„Da half nur noch Rotwein“

Bremen - Auf nach Afrika! Der SV Werder schlägt sein Trainingslager in diesem Winter in Südafrika auf. Ein Novum für die Bremer in diesem Land, aber keine Werder-Premiere auf dem Kontinent. In Ägypten bereiteten sich die Bremer 1986 auf den Rest der Saison vor. Dazu gab es noch zwei finanziell sehr lukrative, aber eben auch sehr abenteuerliche Kurzreisen nach Algerien (1975) und nach Libyen (2000).

Die DeichStube blickt in einer kleinen Serie auf „Werders Abenteuer in Afrika“ zurück. Den Anfang macht Algerien. 

„Da half eigentlich nur noch Rotwein“, erinnert sich Dieter Burdenski an ein „sehr anstrengendes Abenteuer“. Der heute 68-Jährige stand damals im Tor, sein Vater Herbert war der Trainer. Die Bremer Treuhand Gesellschaft, die vor Ort Bauprojekte abwickelte, hatte Werder verpflichtet – quasi als Gastgeschenk für die Algerier. Kurz vor Weihnachten 1975 flogen die Werder-Profis also zum Turnier nach Algerien in Sidi-bei-Abbes. 

Betonplatz ohne einen einzigen Grashalm

Erster Gegner war die heimische Nationalmannschaft. Für Burdenski und Co. ging es allerdings nur darum, unversehrt aus der Nummer herauszukommen. „Der Platz bestand nur aus Sand, kein einziger Grashalm. Dann haben die den Platz auch noch gewässert und platt gewalzt. Das war wie Beton – und ich musste in kurzer Hose spielen“, erzählt Burdenski: „Ich weiß nicht mehr, ob ich mich überhaupt mal hingeschmissen habe.“ Werder verlor 0:4.

Im Spiel um Platz drei hieß der Gegner dann Servette Genf – diesmal zwar nicht auf Beton, dafür aber auf einem besonderen Kunstrasen. „Das war die allerste Generation von Kunstrasen. Wenn du da hingefallen bist, war alles weg“, berichtet Burdenski. Das Engagement von Deutschen und Schweizern hielt sich in Grenzen, die Partie endete 0:0. Werder gewann immerhin das Elfmeterschießen mit 4:2, „obwohl ich verschossen habe“, sagt Burdenski und lacht: „Das passte zu dieser unglaublichen Reise. Es war einfach nur anstrengend. Aber die Gage soll gut gewesen sein.“

Ernährung bestand aus Weißbrot und Rotwein

Für das Essen galt das nicht. „Eigentlich konnte man nur das Weißbrot essen – und Rotwein trinken.“ Burdenski lacht erneut. Wenngleich der Rotwein seinem Vater möglicherweise später den Job gekostet hat. Denn an einem dieser feuchten, aber wohl nicht fröhlichen Abende „muss er wohl einiges zu viel gesagt haben“, so Burdenski Junior. Jedenfalls galt das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft nach dem Trip als zerstört. Ende Februar wurde Burdenski entlassen und Otto Rehhagel verpflichtet.

Der sollte später noch seine eigenen Erfahrungen in Afrika mit Werder machen. Dazu mehr im zweiten Teil der kleinen Serie „Werders Abenteuer in Afrika“.

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