Der SV Werder Bremen ist abgestiegen - die Chronik.
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Der SV Werder Bremen ist abgestiegen - die Chronik.

Werders Absturz

Ein Tod auf Raten: Die Chronik des Werder-Abstiegs

Bremen – Die Wurzeln des Werder-Abstiegs reichen in der Zeit weit zurück. Im Grunde bis ins Jahr 2013, als der Club erstmals nach den Goldenen Jahren mit dem Gewinn des Doubles 2004, der Dauerpräsenz in der Champions League und dem Pokaltriumph 2009 als letztem Hurra in ernsthafte Abstiegsgefahr geriet. Erst am vorletzten Spieltag retteten sich die Bremer damals, danach kam es zur Trennung von Thomas Schaaf. Für den Trainer war es ein Endpunkt nach 14 Jahren, für den Club aber der Beginn des schleichenden Untergangs. Eine Chronik.

Saison 13/14 bis 17/18: Vier Jahre mit Hoffnungen und Enttäuschungen im Zeitraffer: Robin Dutt folgt auf Thomas Schaaf, Viktor Skripnik folgt auf Robin Dutt, Alexander Nouri folgt auf Viktor Skripnik – und immer wiederholt sich dieses Schauspiel: Kurzer Aufschwung mit Blickkontakt zu den internationalen Plätzen, dann ein fulminanter Absturz - mit der Last-Minute-Rettung 2016 als Spannungshighlight. So wechseln bei Werder Bremen in unschöner Regelmäßigkeit die Trainer, so kommt auch Florian Kohfeldt als Nouri-Nachfolger an die Reihe. Wir befinden uns im Herbst 2017.

Werder Bremen: Chronik des Abstiegs - Florian Kohfeldt weckt Hoffnungen auf bessere Zukunft

Saison 18/19: Beinahe hätte er es tatsächlich geschafft. Florian Kohfeldt führt den SV Werder Bremen in seiner zweiten Saison ganz dicht an den europäischen Wettbewerb heran, wird am Ende Achter. In dem jungen Coach scheint Werder den idealen Trainer für sich gefunden zu haben. Sympathisch, fachkundig, eloquent sowie mit einer Vita ausgestattet, die grün-weißer kaum sein könnte. Und noch besser: Dem Trainer steht ein Team mit Zukunft zur Verfügung. Vermeintlich. Denn am Ende der Saison verliert dieses Team seinen wichtigsten Mann: Max Kruse. Dieser Abgang wird im ersten Moment zweckoptimistisch als kompensierbar betrachtet, doch es stellt sich heraus, dass er Gift ist für Werder.

Saison 19/20: Die Bremer können richtig Kasse machen, wenn sie Maximilian Eggestein, Jiri Pavlenka, Ludwig Augustinsson oder Milot Rashica verkaufen würden. Wollen sie aber nicht. Das nun Max-Kruse-lose Team soll zusammenbleiben, die positive Entwicklung der Vorsaison fortsetzen. Aber es kommt ganz anders. Werder Bremen bricht unfassbar ein. Verletzungsanfällige Spieler und eine zum Teil falsche Trainingssteuerung sorgen für Ausfälle en masse. Dies wird als Hauptgrund für den Absturz angeführt. Vor dem letzten Spieltag steht Werder eigentlich als Absteiger fest, rettet sich mit einem 6:1 über den 1. FC Köln und dank eines 3:0-Erfolgs von Union Berlin über Fortuna Düsseldorf doch noch in die Relegation. Dort zittern sich die Bremer gegen den 1. FC Heidenheim mit einem 0:0 im Heimspiel und einem 2:2 auswärts zum Klassenerhalt. Danach heißt es: Es wird kein Weiter so geben! Gibt es aber doch. Nur bei den Co-Trainern wird ein bisschen rumgewechselt, ansonsten bleibt personell alles beim Alten.

Werder Bremen abgestiegen: Auch Thomas Schaaf kann seinen Herzensverein nicht retten

Saison 20/21: Als Reaktion auf die Vorsaison verpasst Trainer Kohfeldt der Mannschaft einen neuen Spielstil. Einen, den er selbst nicht mag. Werder Bremen spielt jetzt nicht mehr nach vorne, sondern sichert nur noch ab. Manchmal ist es Fußball zum Wegschauen, den der einst für seinen begeisternden Offensivgeist gerühmte Club bietet. Während das Team mauert, murren die Fans. Aber der Weg führt Richtung Ziel. Nach dem 24. Spieltag sieht alles nach einem sicheren Klassenerhalt aus. Werder hat 30 Punkte auf dem Konto, und Kohfeldt verspricht, nun wieder mehr an Kombinations- und Offensivfußball zu arbeiten. Ein Fehler. Ab diesem Zeitpunkt geht es bergab. Sieben Niederlagen in sieben Spielen stürzen Werder in den Keller. Ein 0:0 gegen Bayer Leverkusen macht zwar Hoffnung, doch nach dem 0:2 beim FC Augsburg am vorletzten Spieltag steht Werder auf dem Relegationsrang. Erst jetzt wird Kohfeldt freigestellt. Thomas Schaaf kehrt nach acht Jahren noch mal auf die Trainerbank zurück. Das schürt Hoffnung, sorgt bei Fans für Zuversicht. Und führt doch zu nichts. Nach dem 2:4 gegen Borussia Mönchengladbach ist Werder Bremen abgestiegen. (csa) Schon gelesen? Werder weg - und die Bundesliga vermisst die Bremer schon jetzt!

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