Fortuna Düsseldorf um Trainer Uwe Rösler geht konzentriert ins Fernduell mit Werder Bremen um den Relegationsplatz.
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Fortuna Düsseldorf um Trainer Uwe Rösler geht konzentriert ins Fernduell mit Werder Bremen um den Relegationsplatz.

Kampf um den Relegationsplatz

Düsseldorf bereit für Fernduell mit Werder: „Wir laden Energie auf“

Düsseldorf – Von Frank Hellmann. Im Fernduell mit Werder Bremen um den Platz in der Relegation hält Fortuna Düsseldorf alle Trümpfe in der Hand. Jetzt laden die Düsseldorfer Energie auf - um dann abzuliefern.

Obwohl es wirklich einen schönen Radweg gibt, der auf beiden Seiten des Rheins die Städte Düsseldorf und Köln verbindet, sind die Unterschiede schon für Touristen spürbar. Köln ist irgendwie hipper. Düsseldorf hingegen chicer. Lebensfroh sind die Bewohner in beiden Metropolen, die aber mehr als die Glaubensfrage trennt, ob nun ein Alt oder Kölsch besser schmeckt. Die Düsseldorfer behaupten dann, selbst Rheinwasser haben mehr Würze als das schlaffe Bier, das die Stadt im Namen trägt.

Das alles spielt im Abstiegskampf eine Rolle, weil Fortuna Düsseldorf unter gewissen Umständen auf Schützenhilfe des gegen Werder Bremen spielenden 1. FC Köln angewiesen ist. Sollte die Fortuna bei Union Berlin gewinnen, ist die Relegation sicher. Wenn nicht, dann müssen die Kölner helfen. Sie dürfen nicht mit vier Toren Differenz bei Werder verlieren, dann wäre selbst ein Düsseldorfer Remis an der Alten Försterei zu wenig.

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Werder Bremen vor Abstieg: Fortuna Düsseldorf hat Klassenerhalt selbst in der Hand

Klar, dass nun der Spruch des Kölner Keepers Timo Horn herausgekramt wird, der im Winter bei RTL Nitro auf die Frage, wen er als Absteiger sehe, geantwortet hatte: „Mich würde es freuen, wenn es Düsseldorf wird.“ In den Sozialen Medien sah sich der 27-Jährige wüsten Beschimpfungen von Fortuna-Fans ausgesetzt.

„Das ist kein großes Thema. Das ist seine persönliche Meinung. Damit beschäftigen wir uns nicht“, sagte nun Fortuna-Routinier Adam Bodzek in einer Videokonferenz. „Wir müssen uns auf uns fokussieren. Wir müssen im Tunnel sein, weil wir es einfach selbst regeln können.“ Dieselbe Marschroute hat auch Trainer Uwe Rösler vorgegeben. Ein unerschütterlicher, positiver Typ, der dem Team Leidenschaft und Entschlossenheit vermittelte. „Wir haben uns doch Stück für Stück in eine sehr komfortable Situation gebracht, es selber in der Hand zu haben“, sagte Rösler: „Wir müssen jetzt abliefern und laden Energie auf, um am Samstag topfit zu sein.“

Werder Bremen-Gegner Fortuna Düsseldorf: Rouwen Hennings ist die Lebensversicherung

So etwas wie die Düsseldorfer Lebensversicherung ist Rouwen Hennings (32), der 15 Saisontore erzielt hat. Es ist eigentlich immer dieselbe Masche: Ball vorgelegt, Körper gespannt, mit dem linken Vollspann abgezogen. Der ehemalige Trainer Friedhelm Funkel hat mal gesagt, er mache sich draußen dann schon bereit zum Torjubel.

Wie zuletzt gegen den FC Augsburg (1:1), als eigentlich wenig zusammenlief, schlägt der Ball dann mit mehr als 100 Stundenkilometern im langen Eck ein. Auch dank Hennings, Zweitliga-Torschützenkönig für den Karlsruher SC 2014/2015, werden die wenigen Möglichkeiten besser genutzt als anderswo. In der Chancenverwertung wird Fortuna Düsseldorf auf Platz sechs geführt.

Werder Bremen: Einschnitte bei Abstieg drastischer als bei Fortuna Düsseldorf

Ein Abstieg würde die Düsseldorfer zwar treffen, aber die Einschnitte wären nicht so drastisch wie bei Werder Bremen. Die Fernsehgelder würden von 38 Millionen Euro in der ersten auf 21 Millionen in der zweiten Liga sinken. Das Besondere bei der Fortuna ist, dass allein 17 Verträge eigentlich am 30. Juni auslaufen. So viele wie bei keinem anderen Erstligisten. Viele Spieler haben nur auf Leihbasis angeheuert, so auch Erik Thommy, der anders als beim FC Augsburg oder VfB Stuttgart richtig ins Rollen gekommen ist. Dass der Wirbelwind auch in einer möglichen Relegation aufläuft, ist inzwischen geklärt. „Diese Formalien“, bestätigt Sportvorstand Uwe Klein, „sind besprochen und geregelt.“

Klar wäre aber auch: Bei einem Abstieg sind Leistungsträger wie Techniker Kevin Stöger, Abwehrchef Kaan Ayhan und einige andere mehr kaum zu halten. Da kann die Stadt Düsseldorf noch so viel Altbier anbieten. (mit dpa, sid)

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