Marco Bode, Aufsichtsratschef des SV Werder Bremen, lässt seine Zukunft im Verein offen.
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Marco Bode, Aufsichtsratschef des SV Werder Bremen, lässt seine Zukunft im Verein offen.

Werder-Zukunft: Was passiert nach einem Abstieg?

Werder-Chef Marco Bode: „Ich werde nicht leichtfertig alles hinwerfen“

Bremen – Bis zum ersten Abstieg seit 40 Jahren ist es für Werder Bremen nur noch ein Schritt. Was danach passiert, ist derzeit völlig offen. Im Gespräch mit der DeichStube schließt Marco Bode umfangreiche personelle Veränderungen in der Führungsetage nicht aus.

Selbst sein Verbleib im Aufsichtsrat des SV Werder Bremen ist offenbar nicht garantiert. „Nach so einer Saison will niemand das Ergebnis einfach so zur Seite legen und sagen, es geht so weiter“, erklärt der Vorsitzende des obersten Vereinsgremiums, „aber es gibt auch keinen Automatismus in die andere Richtung. Sicher ist, dass es sehr kritische, zukunftsorientierte Gespräche nach dem letzten Spiel geben wird.“

Die Debatten werden sich logischerweise vor allem um Coach Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann drehen – konkret: um deren gescheitertes sportliches Konzept, um die missglückte Transferpolitik, um das Festhalten an Kohfeldt. Die Frage ist, wie gegensätzlich und hitzig wird es dabei zugehen? Und wie sehr wird sich auch Marco Bode im Verein und vor den anderen fünf Aufsichtsratsmitgliedern erklären müssen? 

Werder Bremen: Spiel gegen Köln ist die letzte Chance auf den Klassenerhalt

Der Club-Chef gehörte stets zu den Kohfeldt-Befürwortern beim SV Werder Bremen, er war die Haltung zum Trainer betreffend eins mit Baumann. Oder besser Baumann war eins mit ihm. Gut vorstellbar, dass Bode dieser Kurs jetzt intern zum Vorwurf gemacht wird – extern sowieso, jedenfalls von denen, die nach und nach von Kohfeldt abgerückt sind. „Ich kann nicht sagen, wie kontrovers die Diskussionen bei uns letztlich geführt werden“, behauptet Bode. Das werde auch davon abhängen, wie die Saison tatsächlich ausgeht, wie hoch die Wellen der Empörung und Wut tatsächlich schlagen: „Ich weiß, dass unsere Chancen auf den Klassenerhalt nur noch gering sind. Aber wir müssen uns in dieser Woche nochmal sammeln, um das Spiel gegen Köln zu gewinnen und unsere letzte Chance zu wahren.“

Sammeln – das heißt auch, die Analysen und Diskussionen nicht in die Öffentlichkeit zu zerren. Vorerst bleibt es deshalb bei unkonkreten Vorausschauen auf anstehende Entscheidungen. Marco Bode: „Wir werden alles auf den Prüfstand stellen. Ich werde aber nicht sagen, dass bei uns jeder zur Disposition steht. Es wird sich auch niemand aus der Verantwortung stehlen. Aber es klebt auch niemand an seinem Posten.“

Werder Bremen: Marco Bode lässt Zukunft offen

Interessant allerdings, was Marco Bode zu seiner eigenen Zukunft sagt. „Ich werde sicher nicht leichtfertig alles hinschmeißen. Dafür liegt mir Werder zu sehr am Herzen“, erklärt er zwar – lässt jedoch den Hinweis auf die nächste Mitgliederversammlung des SV Werder Bremen im Herbst folgen. Dann stehen turnusmäßig Aufsichtsratswahlen auf der Tagesordnung – und diese Wahlen seien „eine natürliche Überprüfung“ des Aufsichtsrates, so Bode. Ob er sich dann noch einmal zur Wahl stellt, lässt der 50-Jährige auf Nachfrage offen: „Dazu treffe ich noch keine Aussage, das ist aktuell aber auch noch kein Thema für mich.“ (csa)

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