Die Polizei hatte nach dem Abstieg des SV Werder Bremen am Samstagabend alle Hände voll zu tun.
+
Die Polizei hatte nach dem Abstieg des SV Werder Bremen am Samstagabend alle Hände voll zu tun.

Werder steigt ab, Fans sauer

Nach Abstieg in die 2. Liga: Polizei muss wütende Werder-Fans stoppen

Bremen – Was für ein schlimmer Tag für den SV Werder Bremen: Dem Abstieg in die Zweite Liga folgten Proteste wütender Fans, die ins Weserstadion drängten und dabei von der Polizei gestoppt werden mussten. Pfefferspray kam zum Einsatz, ein bereitstehender Wasserwerfer blieb allerdings unbenutzt. Rund 2000 Anhänger, darunter rund 200 sehr aggressive Personen, waren vor Ort. Die Polizei hatte ein Großaufgebot vorgehalten, die genaue Zahl der Beamten wurde nicht genannt.

Der Zorn der Fans richtete sich vor allem gegen die Verantwortlichen. „Vorstand raus“, wurde lautstark skandiert – genauso wie „Baumann raus“. Der Sportchef steht bei den Anhängern ganz besonders in der Kritik. Es wurde auch auf die Mannschaft gewartet. Doch Werder Bremen war darauf offenbar vorbereitet. Die Spieler nutzten nicht wie sonst den Ausgang an der Ostkurve, sondern verließen auf der gegenüberliegenden Seite die Arena. Dort warteten Kleinbusse auf Kapitän Niklas Moisander und Co. für eine sichere Abfahrt.

Die wäre vor der Ostkurve nicht gewährleistet gewesen. Es gab dort überhaupt kein Durchkommen. Wie schon vor der Partie. Da hatten fast 3000 Fans auf die Busankunft gewartet, um der Mannschaft Mut zu machen – mit Gesängen, viel Rauch, aber auch Böllern. Einige Fans waren schon da ziemlich aggressiv, hämmerten mit den Fäusten gegen die beiden Busse und brüllten „Jetzt reißt euch gefälligst den Arsch auf“.

Werder Bremen: Polizei-Einsatz und Festnahmen nach Abstieg - Werder-Fans drängten ins Weserstadion

Während der Partie gegen Mönchengladbach gab es draußen immer mal wieder ein Feuerwerk. Ansonsten blieb es ruhig, obwohl Werder zwischenzeitlich sogar 0:4 hinten lag. Die Fans bejubelten lieber, dass dem direkten Konkurrenten 1. FC Köln der erste Treffer zum 1:0 aberkannt worden war. Als die Rheinländer dann aber doch noch den rettenden Sieg gegen den FC Schalke schafften und damit auch den Abstieg des SV Werder Bremen besiegelten, kippte am Weserstadion die Stimmung. Die Enttäuschung war riesengroß, Fans schmissen sich verzweifelt zu Boden, Tränen flossen. Und es gab erste Unmutsbekundungen. Eine immer größer werdende Gruppe marschierte an der Ostkurve Richtung Marathontor, wo die Profis nach den Spielen oft aus der Kabine kommen und zu ihren Autos gehen.

Dort hatte die Polizei eine Sperre errichtet, dahinter wartete eine Hundestaffel. Wieder knallten Böller, Glasflaschen flogen, einige Fans versuchten, die Sperre zu durchbrechen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein und vereinzelt Fans fest. Vor allem ein Pulk von etwa 200 besonders aufgebrachten Fans bereitete Probleme. Die Situation war beängstigend. Erst als die Polizei durchsagte, dass sich die Verantwortlichen und Spieler nicht mehr im Stadion befänden, beruhigte sich gegen 20 Uhr die Lage. Die ersten Fans zogen ab, gegen 21 Uhr war der Spuk dann auch vorbei. Was blieb, war die große Enttäuschung über den Abstieg oder auch der Unmut über die Verantwortlichen. (kni)

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare