Ömer Toprak lieferte in der Dreierkette des SV Werder Bremen ein starkes Comeback gegen Fortuna Düsseldorf ab.
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Ömer Toprak lieferte in der Dreierkette des SV Werder Bremen ein starkes Comeback gegen Fortuna Düsseldorf ab.

Nach 1:0-Sieg in Düsseldorf

Dreierkette hält dicht und wird doch gesprengt: Wenigstens auf Toprak kann Werder Bremen bauen

Bremen – Das Buch, dessen Plot Florian Kohfeldt längst im Kopf hat, wächst Kapitel für Kapitel. Einen Titel muss Kohfeldt zwar noch finden, den Stoff für die Handlung liefern indes seine Spieler in unheilvoller Kooperation mit einem Phänomen, das man Verletzungspech nennt. „Ich suche nur noch einen Ghostwriter für das Buch“, sagte der Trainer des SV Werder Bremen.

Es war bittere Ironie, nachdem sich Neuzugang Kevin Vogt in seinem ersten Spiel im Trikot des SV Werder Bremen eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte. Damit schafft es sein Name auf eine Liste, die Niclas Füllkrug und Ömer Toprak in der Hinrunde eröffnet hatten: Erst verpflichtet, dann schnell verletzt – es ist eine grün-weiße Fortsetzungsgeschichte mit Horror-Potenzial.

„Es ist nicht mehr zu fassen, was passiert. Es gibt Dinge, die sind der Wahnsinn“, stöhnte Kohfeldt in der Mixedzone der Düsseldorfer Merkur-Spielarena, während Vogt sich bereits im Krankenwagen auf dem Weg in die Düsseldorfer Uni-Klinik befand. Dort wurde eine Gehirnerschütterung diagnostiziert – dass Werder dies wiederum auf seinen eigenen Medienkanälen als „Glück im Unglück“ bezeichnete, zeigt, wie leidgeprüft die Bremer sind. Sie sind es in dieser Saison schlicht gewohnt, schlimmere Rückmeldungen von Ärzten zu bekommen. Dabei ist auch eine Gehirnerschütterung gewiss keine Kleinigkeit. Auch sie kann eine mehrwöchige Pause nach sich ziehen.

Werder Bremen: Kevin Vogt wird wohl gegen 1899 Hoffenheim ausfallen

Kevin Vogt blieb zwar über Nacht in der Uni-Klinik Düsseldorf, wurde am Sonntagnachmittag aber zu weiteren Untersuchungen nach Bremen gefahren. Ziemlich sicher ist, dass er Werder am Sonntag im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim fehlen wird – ausgerechnet gegen jenen Club, von dem der 28-Jährige vor einer Woche und bis zum Saisonende ausgeliehen worden war. 

Gegen Hoffenheim wollte Vogt unbedingt spielen, gegen eine Nicht-Einsatz-Klausel in seinem Leihvertrag hätte er sich mit allen Mitteln gewehrt, hatte er gesagt. Nun regelt die Gehirnerschütterung, dass von ihm keine Gefahr für Hoffenheim ausgeht. Auch das ist eine Fußnote wert in Kohfeldts Buch der unglaublichen Verletzungsgeschichten.

Werder Bremen: Starkes Comeback von Ömer Toprak erfreut Florian Kohfeldt

Immerhin wurde ein Kapitel in Düsseldorf geschlossen. Toprak, während der Hinrunde in nur vier Spielen auf dem Platz, spielte gegen die Fortuna von Anfang an und beendete seinen Einsatz nach starken 69 Minuten zwar erschöpft, aber unverletzt und mit einem postiven Gefühl: „Alles ist gut. Ich hoffe, dass ich im nächsten Spiel 90 Minuten spielen und der Mannschaft helfen kann“, sagte Toprak. Dessen Comeback hatte Coach Kohfeldt vollauf zufriedengestellt: „Man hat gesehen, dass er eine Verstärkung für uns ist und was uns da in der Hinrunde an Qualität weggebrochen ist.“

Tatsächlich hatte die Dreierkette mit Toprak, Vogt und Niklas Moisander gegen die Fortuna für das erste Spiel ohne Gegentor in der laufenden Saison gesorgt. Doch für die Partie gegen Hoffenheim bleibt nur noch Toprak übrig. Vogt ist verletzt, Niklas Moisander fehlt Gelb-Rot gesperrt. Kohfeldt, derzeit mit einer Fußverletzung selbst weitgehend arbeitsunfähig, muss sich also eine neue Abwehr zusammenstellen: „Ich werde versuchen, wieder eine Lösung zu finden – zu Hause auf meinem Sofa.“ (csa)

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