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Die gesprengte Abwehrkette von Werder Bremen  (von links): Kevin Vogt fehlt höchstwahrscheinlich verletzt, Niklas Moisander ist gegen Hoffenheim gesperrt, sodass von Werders Wunschformation lediglich Ömer Toprak übrig bleibt.

Coach Kohfeldt muss seine Abwehr wieder umbauen

Werder und die komplizierte Kettenreaktion in der Abwehr

Bremen/Düsseldorf – Rein aufs Inhaltliche bezogen, hätte es beinahe als Schwärmerei durchgehen können. Weit weg davon war es jedenfalls nicht: „Aus meiner Sicht hat es sehr gut geklappt, ich hatte ein gutes Gefühl.“

Mit diesen Worten beschrieb Niklas Moisander das erstmalige Zusammenspiel mit seinen Nebenleuten Ömer Toprak und Kevin Vogt, das während des 1:0-Erfolgs von Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf in der Tat gut funktioniert hatte. Dass die Bremer erstmals in dieser Saison ohne Gegentor geblieben waren, lag nicht zuletzt an der neu formierten Dreierkette. Und dennoch schwang da in Moisanders Sätzen kurz nach dem Spiel noch etwas anderes mit: die Enttäuschung darüber, dass diese Dreierkette direkt bei ihrer Premiere schon wieder gesprengt worden war.

Werder Bremen: Niklas Moisander fehlt gegen Hoffenheim in der Abwehr

Moisander selbst hatte durch seinen viel diskutierten Platzverweis in der Nachspielzeit einen Teil dazu beigetragen, Gelb-Rot wegen Meckerns, gegen Hoffenheim wird der Werder-Kapitän am Sonntag definitiv fehlen. Ein Einsatz von Vogt ist darüber hinaus sehr unwahrscheinlich. Nur Sekunden vor Moisanders Hinausstellung hatte er sich eine Gehirnerschütterung zugezogen, das Spiel gegen seinen Ex-Club dürfte für ihn zu früh kommen. 

Die jüngere Vergangenheit hat schließlich gezeigt, dass Werder das Thema „Kopfverletzungen“ sehr ernst nimmt. Zur Erinnerung: Theodor Gebre Selassie verpasste wegen einer Gehirnerschütterung in der Saison 2015/2016 ein Spiel. Torhüter Jiri Pavlenka in der vergangenen Serie zwar nicht – allerdings nur, weil zwischen seiner Verletzung in Frankfurt und dem Heimspiel gegen Nürnberg eine Länderspielpause lag.

Werder Bremen-Abwehr: Ömer Toprak gibt sich kämpferisch

Es sieht also stark danach aus, dass für das Spiel gegen Hoffenheim lediglich Toprak als letztes Glied der neuen Kette zur Verfügung steht. „Natürlich ist es bitter, dass wir zwei Spieler verloren haben“, sagte der Verteidiger, der in der Hinrunde selbst 13 Spiele verletzt verpasst hatte. Toprak gab sich aber gleich wieder kämpferisch: „Das sind Rückschläge und Widerstände, gegen die wir uns wehren müssen.“ Und für die Trainer Florian Kohfeldt bis Sonntag (mal wieder) eine Lösung finden muss.

Bleibt der Coach gegen Hoffenheim bei seinem 3-5-2-System aus Düsseldorf, dürfte Milos Veljkovic als erster Nachrücker an Topraks Seite springen. „Er ist eine sehr gute Alternative“, sagte Kohfeldt über den 24-Jährigen, der bei seinem 19-minütigen Einsatz gegen die Fortuna überzeugt hatte. Marco Friedl, in Düsseldorf noch auf der linken Halbposition aufgeboten, könnte die andere freie Stelle in der Dreierkette übernehmen, allerdings wird er eigentlich dringender links gebraucht, weil sich das Comeback von Ludwig Augustinsson weiter verzögert. 

Dass Kohfeldt zum 4-3-3 zurückkehrt, ist vor diesem Hintergrund unwahrscheinlich, weil Friedl links gebunden ist und Werder Bremen nach den Ausfällen von Theodor Gebre Selassie und Michael Lang ein gelernter Rechtsverteidiger fehlt. Neben Toprak und Veljkovic könnte Sebastian Langkamp in die Dreierkette rücken, die rechte Halbposition wieder an Leonardo Bittencourt gehen. Ein Puzzle, nichts anderes, aber das ist es bei Werder in dieser Saison sowieso.

Werder Bremen wackelt hier und da durchaus

Mut dürfte Trainer Kohfeldt jedoch das generelle Abwehrverhalten seiner Mannschaft in Düsseldorf gemacht haben. Nur, um das klarzustellen: Werder Bremen wackelte hier und da durchaus, unerschütterlich wirkte die Defensive nicht – und doch deutlich stabiler als noch in der Schlussphase der Hinrunde. „Wir haben als Mannschaft gut verteidigt. Das haben wir in der Hinrunde nicht immer gemacht“, hielt Moisander fest, „das Abwehrverhalten geht ja vorne bei Josh Sargent und Milot Rashica los.“ Auch Toprak befand: „Die Jungs vor uns haben wirklich sehr gut gearbeitet: Genauso funktioniert das und nicht anders.“

Das klang fast schon wie ein Appell an die offensiveren Kollegen, ihren Job gegen Hoffenheim bloß wieder so gewissenhaft zu erledigen. Denn Toprak weiß, dass das nötig sein wird. Allgemein sowieso, denn anders geht es in der Bundesliga ganz einfach nicht. Ganz speziell aber auch, weil vor Werders Tor am Sonntag einmal mehr eine Abwehrreihe stehen wird, die in dieser Form noch nie zusammengespielt hat. (dco)

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