Der Abwehrchef des SV Werder Bremen, Ömer Toprak (li.) war nach der Klatsche gegen die TSG Hoffenheim sichtlich bedient.
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Der Abwehrchef des SV Werder Bremen, Ömer Toprak (li.) war nach der Klatsche gegen die TSG Hoffenheim sichtlich bedient.

Ömer Toprak: „Es hat nirgends gepasst“

Hereinspaziert: Werder Bremens zuletzt viel gelobte Defensive gegen TSG Hoffenheim plötzlich ein Totalausfall

Sinsheim – Kurz vor dem großen Jubel war Ihlas Bebou verunsichert. War er nun im richtigen Moment gestartet, oder hatte er doch im Abseits gestanden? Diese Frage schoss dem Hoffenheim-Stürmer durch den Kopf, als er in der 26. Minute plötzlich mutterseelenallein auf das Tor des SV Werder Bremen zulief.

„Und ich hatte sehr viel Zeit, dann denkt man eben nach“, sagte Bebou später über die Szene, in der er völlig regelkonform zum 1:0 für seine Mannschaft getroffen und damit am Sonntagabend erstmals die eklatante Abwehrschwäche von Werder Bremen offengelegt hatte. Auch in der Folge sollten die Gäste um Trainer Florian Kohfeldt ihrem Gegner viel zu viel Zeit und/oder Platz vor dem Tor lassen, weshalb Kapitän Theodor Gebre Selassie nach der 0:4-Pleite nur der Satz „Die Niederlage ist deutlich und verdient“ als Fazit blieb. Und in Art und Weise überraschend – das war sie darüber hinaus auch.

Werder Bremen neben Wolfsburg bisher die beste Defensive

Schließlich hatte Werder Bremen vor dem 22. Spieltag gemeinsam mit dem VfL Wolfsburg die beste Defensive des noch jungen Kalenderjahres gestellt. Sechs Gegentore in sechs Spielen waren bis dato Beleg für die neue Bremer Abwehr-Stabilität gewesen. Damit ist es nach der Partie in Sinsheim nun vorbei. „Wir haben alles vermissen lassen, was wir in den vergangenen Wochen noch gut gemacht haben“, haderte Innenverteidiger Ömer Toprak, an dessen Auftritt sich das Bremer Dilemma ganz gut nachzeichnen lässt.

War der 31-Jährige in den vergangenen Partien noch der unumstrittene Abwehrchef gewesen, der sowohl in der Luft als auch am Boden überzeugte, erwischte auch er gegen Hoffenheim einen rabenschwarzen Tag. Das eingangs geschilderte 0:1 durch Bebou resultierte letztlich aus einem Abstimmungsfehler zwischen Toprak und Friedl, und auch vor dem 0:2 sah das Duo überhaupt nicht gut aus, ließ es Christoph Baumgartner doch locker und leicht durch sich hindurch spazieren und aufs Tor schießen (44.). Kohfeldt sagte hinterher über die beiden Abwehrspieler: „Sie waren wie alle anderen auch nicht gut heute.“ Werders Problem an diesem Tag: Was vor der Pause schon schlecht aussah, wurde danach nicht besser. Wahrlich nicht.

Werder Bremen verliert gegen Hoffenheim wichtige Punkte

„Die ersten beiden Gegentore haben unser Spiel komplett zerstört“, hielt Gebre Selassie fest, ehe er auch den dritten Hoffenheimer Treffer einordnete: „Danach war es extrem schwierig, ins Spiel zurückzukommen.“ Für Werder Bremen war es an diesem Tag gar unmöglich, sodass das 3:0 durch Munas Dabbur, erzielt in der 49. Minute, irgendwie schon mehr als nur eine Vorentscheidung war. Wieder hatte Toprak in der Szene keine glückliche Figur gemacht.

Die Niederlage nur am Innenverteidiger festzumachen, wäre dabei aber viel zu einfach. „Es hat nirgends gepasst“, sagte er – und dem war nicht zu widersprechen. Schließlich hatte auch die Offensive des SV Werder Bremen wahrlich keine Bäume ausgerissen. Hinten schwach, vorne blass – und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Einerseits, weil gegen Hoffenheim wichtige Punkte verloren gingen. Und andererseits, weil nun die aktuell bärenstarken Frankfurter als nächster Gegner warten. „Am Freitag kommt die formstärkste Mannschaft der Liga zu uns“, sagte Toprak – und hielt mit besorgter Miene fest: „Da müssen wir wach sein, sonst noch wird es noch schlimmer als heute.“ (dco) Auch interessant: „Ein grausamer Tag“ - die Stimmen zur 0:4-Packung des SV Werder Bremen gegen 1899 Hoffenheim.

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