Wurde der SV Werder Bremen gegen den FC Bayern benachteiligt? Bayerns Alphonso Davies im Zweikampf mit Werders Leonardo Bittencourt: Für ein Foul gab es für Davies nur die Gelbe Karte, kein Rot.
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Wurde der SV Werder Bremen gegen den FC Bayern benachteiligt? Bayerns Alphonso Davies im Zweikampf mit Werders Leonardo Bittencourt: Für ein Foul gab es für Davies nur die Gelbe Karte, kein Rot.

Werder-Streit mit FC Bayern wegen Tätlichkeit!

Keine Rote Karte für Alphonso Davies - und dann kracht es zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern München

Die Szene sorgte beim 1:0-Sieg des FC Bayern München gegen den SV Werder Bremen für Aufregung. Bayern-Profi Alphonso Davies hatte gegen Leonardo Bittencourt nachgetreten, dafür aber nur Gelb gesehen. Der Video-Schiedsrichter schaltete sich nicht ein, obwohl die TV-Bilder eindeutig eine Tätlichkeit zeigten.

Ärger am Spielfeldrand, Pöbeleien zwischen den Ersatzbänken auf der Tribüne – und eine Watschn vom Meistertrainer nach der Partie: Eine Szene sorgte beim 1:0-Sieg des FC Bayern München gegen den SV Werder Bremen für jede Menge Aufregung. Bayern-Profi Alphonso Davies hatte Leonardo Bittencourt in der 19. Minute nach einem verlorenen Zweikampf umgehauen, dafür aber nur Gelb von Schiedsrichter Harm Osmers gesehen. Der Video-Schiedsrichter schaltete sich nicht ein, obwohl die TV-Bilder eindeutig eine Tätlichkeit zeigten.

Werder Bremen gegen FC Bayern: Alphonso Davies bekommt für Tätlichkeit keine Rote Karte

„Das war für mich ein Nachtreten, und das muss der Schiedsrichter mit einer Roten Karte ahnden“, urteilte Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus bei Sky. So hatte es auch die Bank des SV Werder Bremen gesehen. Es wurde laut am Spielfeldrand und auf der Tribüne hinter den Trainerbänken, wo zu Coronazeiten die Auswechselspieler sitzen. Und weil in leeren Stadien fast jedes Wort zu hören ist, kam es zum verbalen Schlagabtausch zwischen den Reservisten der beiden Teams. „Der hat ihn doch gar nicht getroffen“, brüllte Bayerns Ersatzkeeper Sven Ulreich nicht nur einmal. Die nicht weit entfernt sitzenden Bremer sprangen umgehend auf, schimpften zurück. „Du hast sie doch nicht alle, guck' doch mal richtig hin“, waren dabei noch die freundlichsten Rufe aus der Werder-Zone, in der sich Fitnesscoach Günter Stoxreiter besonders erzürnt präsentierte.

Aber auch direkt an der Außenlinie wurde zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern munter diskutiert. Die Trainer beider Teams waren dabei zwar durchaus bemüht, die Situation nicht eskalieren zu lassen, doch FC Bayern-Coach Hans Flick goss dann doch noch mal Öl ins Feuer. Provozierend fragte der 55-Jährige Richtung Florian Kohfeldt und Co. laut nach, wer denn da gefallen sei. Der Bayern-Trainer unterstellte Leonardo Bittencourt damit eine Schwalbe, wie es auch Ulreich schon gemacht hatte.

Werder Bremen gegen den FC Bayern: Florian Kohfeldt contra Hansi Flick

Auch nach der Partie war Hansi Flick auf Konfrontationskurs. In der Video-Pressekonferenz zu seiner Einschätzung gebeten, watschte der Coach des FC Bayern den Fragesteller und damit gleich auch mal Werder Bremen ab: „Wenn man sich eine Szene, zwei, drei, vier oder fünf Mal anschaut, dann bekommt man vielleicht irgendwann immer mal eine andere Meinung. Aber damit beschäftige ich mich heute nicht, denn wir sind Meister geworden. Ich habe das abgehakt. Werder sollte das auch tun und sich auf das Spiel am Samstag in Mainz konzentrieren.“

Werder-Coach Florian Kohfeldt blieb derweil seiner „Linie treu“, wie er selbst betonte: „Der Schiedsrichter hat es so bewertet, dann ist es so.“ Der 37-Jährige wünscht sich schon lange, dass der Video-Assistent so wenig wie möglich eingreift und am besten nur bei faktischen Entscheidungen wie zum Beispiel Abseits, die durch TV-Bilder gut zu überprüfen sind: „Nur da ist der Video-Beweis eine sinnvolle Einrichtung.“

Andererseits konnte sich auch Florian Kohfeldt eine kleine Spitze nicht verkneifen – nicht Richtung FC Bayern, sondern Richtung Schiedsrichter-Gilde. „Ich weise darauf hin, dass wir das immer so tun“, hob der Coach zunächst noch mal hervor, dass er und Sportchef Frank Baumann bei solchen Entscheidungen die Unparteiischen in Schutz nehmen würden: „Aber de facto ist in den letzten Wochen das eine oder andere auch gegen uns gelaufen. Das wird man auch mal offen so sagen dürfen, obwohl ich diese Szene damit nicht meine.“ Mit der Kritik an den Unparteiischen ist das so eine Sache, sie kann auch nach hinten losgehen. Bei Nörglern wird gerne ganz genau hingeschaut und entsprechend entschieden. Diese Baustelle kann Florian Kohfeldt aktuell nicht gebrauchen, deswegen äußerte sich der Trainer des SV Werder Bremen auch nur ganz vorsichtig.

Werder Bremen gegen den FC Bayern: Rote Karte für Alphonso Davies hätte das Spiel verändert

Noch aufregender wäre es wahrscheinlich geworden, wenn Alphonso Davies die Rote Karte gesehen hätte. Wäre dann zum Beispiel von den Münchnern unerwähnt geblieben, dass Schiedsrichter Osmers in Bremen geboren ist und im Umland der Hansestadt lebt? Das Zoff-Potenzial wäre wohl noch größer gewesen, reichte aber auch schon so, um ein bisschen Geisterspiel-Geschichte zu schreiben. (kni)

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