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Umarmung nach dem Spiel: Thomas Delaney sagte kurz darauf einen Satz, der als Kritik an Trainer Alexander Nouri verstanden werden kann.

Werder-Coach Nouri verteidigt sein Vorgehen

„Wir hatten keine Angst zu verlieren“

Bremen - Pfiffe von den Fans, Kritik von den Medien und die prekäre Einschätzung eines Führungsspielers – Werder-Coach Alexander Nouri bekam nach dem enttäuschenden 0:0 im Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg einiges zu hören.

Doch wirklich beeindruckt hat es ihn nicht. „Wir lassen uns von unserem Weg nicht abbringen“, betont Nouri im Gespräch mit der DeichStube. Und der Trainer des Tabellenvorletzten erhielt trotz des schlechten Saisonstarts Rückendeckung von ganz oben, Sportchef Frank Baumann sagte bei Sky: „Wir sind absolut von Alex überzeugt, deshalb gibt es intern keine Diskussionen.“

Extern gibt es diese Diskussionen schon. Bei nicht wenigen Fans wird der Coach für die Krise verantwortlich gemacht. Saisonübergreifend konnte er Werder seit neun Bundesliga-Spielen nicht mehr zu einem Sieg führen.

Nach der Nullnummer gegen Freiburg mit vielen Torchancen auf beiden Seiten und bescheidener spielerischer Klasse gab es ein kurzes, aber deutliches Pfeifkonzert im Weserstadion. Kippt nun die Stimmung? „Ich habe die Pfiffe etwas anders interpretiert“, berichtet Nouri: „Die Zuschauer haben uns großartig unterstützt und wollten wie wir unbedingt gewinnen. Dass sie dann vom Ergebnis enttäuscht waren, ist doch klar.“

Warum bekam Johannes Eggestein keine Chance?

Pfiffe hatte es auch schon bei der Auswechslung von Florian Kainz gegeben (78.). Der Österreicher gehörte schließlich zu den besten Bremern. „Wir hatten den Eindruck, dass Florian etwas müde war, und wollten deshalb noch einmal einen offensiven Impuls setzen“, erklärt Nouri die Hereinnahme von Izet Hajrovic. Kainz wollte von Müdigkeit bei sich nichts bemerkt haben: „Ich weiß nicht, warum ich runter musste.“

Nouri treibt seine Mannschaft im Spiel gegen Freiburg immer wieder an. 

Viele Zuschauer fragten sich zudem, warum Nachwuchsmann Johannes Eggestein keine Chance bekam. „Weil Izet im Training einen sehr, sehr guten Eindruck hinterlassen hat“, erklärt Nouri: „Wir wollten in der Schlussphase auf ein 3-4-3 mit drei Stürmern umstellen, da brauchten wir Izets Tempo, seine Dynamik in Eins-gegen-eins-Situationen und seinen guten Abschluss aus der zweiten Reihe.“

Diese Antwort behandelt indirekt schon ein weiteres brisantes Thema: Nouris Risikobereitschaft. Die war in diversen Medien schon an den vergangenen Spieltagen bemängelt worden. Auch nach dem Freiburg-Spiel stellte sich die Frage, ob Nouri genug riskiert und die Angst vor der Niederlage das Team gehemmt hatte. „Wir hatten keine Angst zu verlieren, wir haben doch in der zweiten Halbzeit druckvoll nach vorne gespielt. Wir wollten gewinnen, das konnte man auch erkennen“, behauptet Nouri und liefert seinen Beweis: „Am Ende haben wir mit drei Stürmern gespielt. Wir sind also durchaus ins Risiko gegangen.“

Delaney monierte das Sicherheitsdenken

Ausgerechnet ein Werder-Profi sah das offenbar etwas anders. „Wir konzentrieren uns zu sehr darauf, nicht zu verlieren, als zu gewinnen“, hatte Thomas Delaney nach der Partie bei „Sky“ moniert. Eine durchaus prekäre Einschätzung – dazu noch von einem Führungsspieler. Liegen Mannschaft und Trainer etwa nicht mehr auf einer Linie? Nouri spielt das Delaney-Thema herunter: „Thomas will unbedingt immer gewinnen, er ist total positiv. Seine Meinung ist mir wichtig. Er ist ein Leader. Wir sprechen sehr viel miteinander – auch darüber. Ich kann sein Empfinden nachvollziehen. Da gibt es überhaupt keine Irritation.“

Dafür aber eine klare Haltung des Trainers nach dem ersten Saisonspiel ohne Gegentor: „Es ist ganz wichtig, weiter diese Stabilität in der Defensive zu haben. Wir verteidigen gut, wir haben eine gute Struktur, wir haben Torchancen – wir müssen es aber vorne nur noch mehr erzwingen. Wir brauchen diesen Türöffner, der Ball muss einfach mal wieder rein.“

Jetzt wartet das Nordderby

Nur drei Mal ist das in dieser Saison gelungen. Vor allem deshalb stehen nach sechs Spieltagen nur drei Punkte auf dem Konto. Der Druck wächst weiter. „Natürlich nehme ich das wahr“, gesteht Nouri: „Aber Druck gehört dazu. Vor dem Nordderby ist dieser Druck sowieso da. Ihn richtig einzuordnen und für die Arbeit auf dem Platz richtig zu nutzen, das ist die Herausforderung.“ Diese Fähigkeit habe das Team schon oft nachgewiesen. In Hamburg soll es am Samstag den nächsten Nachweis geben.

„Das ist definitiv kein Endspiel, sowohl für den Trainer als auch für uns nicht“, betonte Baumann und nahm damit einer Diskussion um den Trainer gleich die Kraft. Diesen Rückhalt spürt Nouri auch in seinem Team: „Ich habe ganz klar das Gefühl, dass bei uns alle alles geben. Nur das ist für mich entscheidend.“

Das sagen die Fans

Werder zu fahrlässig im Abschluss

Werder wartet auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Dreier. Gegen den SC Freiburg kamen die Bremer nich über ein 0:0 hinaus.
Werder wartet auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Dreier. Gegen den SC Freiburg kamen die Bremer nich über ein 0:0 hinaus. © Gumz
Werder wartet auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Dreier. Gegen den SC Freiburg kamen die Bremer nich über ein 0:0 hinaus.
Werder wartet auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Dreier. Gegen den SC Freiburg kamen die Bremer nich über ein 0:0 hinaus. © Gumz
Werder wartet auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Dreier. Gegen den SC Freiburg kamen die Bremer nich über ein 0:0 hinaus.
Werder wartet auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Dreier. Gegen den SC Freiburg kamen die Bremer nich über ein 0:0 hinaus. © nordphoto
Werder wartet auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Dreier. Gegen den SC Freiburg kamen die Bremer nich über ein 0:0 hinaus.
Werder wartet auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Dreier. Gegen den SC Freiburg kamen die Bremer nich über ein 0:0 hinaus. © nordphoto
Werder wartet auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Dreier. Gegen den SC Freiburg kamen die Bremer nich über ein 0:0 hinaus.
Werder wartet auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Dreier. Gegen den SC Freiburg kamen die Bremer nich über ein 0:0 hinaus. © nordphoto
Werder wartet auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Dreier. Gegen den SC Freiburg kamen die Bremer nich über ein 0:0 hinaus.
Werder wartet auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Dreier. Gegen den SC Freiburg kamen die Bremer nich über ein 0:0 hinaus. © nordphoto
Werder wartet auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Dreier. Gegen den SC Freiburg kamen die Bremer nich über ein 0:0 hinaus.
Werder wartet auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Dreier. Gegen den SC Freiburg kamen die Bremer nich über ein 0:0 hinaus. © nordphoto

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