+
Alexander Nouri steht als Werder-Trainer vor seiner Bayern-Premiere. Schenkt er den Bremern das Ende einer fürchterlichen Serie?

Mit Freiburg-Rezept gegen Bayern punkten

Der Optimismus des Unerfahrenen

Bremen - Von Carsten Sander. Alexander Nouri ist nicht der Trainer mit der allergrößten Erfahrung in der Bundesliga. 14 Spiele hat er in der höchsten deutschen Spielklasse erst an der Seitenlinie erlebt – Bayern München gehörte dabei noch nicht zu seinen Gegnern.

Und obwohl er – gerade hinsichtlich der Duelle mit dem Rekordmeister – noch ein Greenhorn ist in der Branche, traut er es sich doch zu, am Samstag eine ziemlich lange und ziemlich schwarze Serie des SV Werder zu beenden. Endlich mal wieder nicht gegen die Bayern zu verlieren oder sogar zu gewinnen – Mensch, das wär ein Ding! „Im Fußball ist alles möglich“, sagt Nouri. Und man spürt: Sein Optimismus ist noch unberührt von leidvollen Erlebnissen mit dem Monster aus München.

Nouris Vorgänger waren zu Anfang auch so schwungvoll zuversichtlich, wurden dann aber regelmäßig von den Bayern planiert. Viktor Skripnik verlor 0:4, 0:1, 0:5, 0:2 und zuletzt im Eröffnungsspiel der laufenden Saison mit 0:6. Robin Dutt wurde mit 0:7, 2:5 und 0:6 verhauen. Der letzte Werder-Coach, der überhaupt etwas holen konnte gegen die Bayern, war Thomas Schaaf. Es war ein 0:0 am 11. September 2010, danach folgte auch für ihn ein Gewitter an Niederlagen, acht an der Zahl.

Letzter Sieg über die Münchner vor mehr als acht Jahren

Alexander Nouri ließ sich Dienstag in ein kleines Werder-Bayern-Quiz verwickeln und stolperte sogleich über die Frage, wann denn das letzte Mal ein Bremer Sieg über die Münchner gefeiert werden durfte. „Da müssen Sie mir schon helfen“, bat er mit einem leicht verlegenen Lächeln. Es war vor acht Jahren und vier Monaten, das 5:2 in der Allianz Arena. Trainer damals: Schaaf. „In der Tat, das ist lange her“, staunte Nouri.

Es wäre nun vermessen, zu erwarten, dass unter Schaafs Nach-Nach-Nachfolger am Samstag tatsächlich alle bösen Bayern-Geister vertrieben werden. Aber hoffen ist erlaubt. Selbst müsse man „eine Top-Leistung in allen Bereichen“ abrufen, so Nouri: „Und auf der anderen Seite darf dann auch das eine oder andere nicht so klappen.“ Dann ginge vielleicht was. Der SC Freiburg habe es schließlich gerade erst vorgemacht. Die Breisgauer verloren am vergangenen Wochenende erst durch ein Last-Minute-Tor von Robert Lewandowski mit 1:2 gegen die Bayern. Nouri war beeindruckt von der Freiburger Leidenschaft und Laufbereitschaft, fordert beides auch von seinem Team: „Freiburg hat eindrucksvoll gezeigt, wie es gehen kann. Diesen Mut wollen wir auch an den Tag legen.“

Leidenschaft, Laufbereitschaft, Disziplin

Das wollten schon viele, allzu oft wurde nichts draus. Doch Nouri plaudert nicht ins Ungewisse, wenn er über die Zutaten für eine Überraschung doziert. Er sagt, er hätte bei seinem Team schon viel davon gesehen, neulich beim 1:2 gegen Borussia Dortmund. Werder musste den ungleichen Kampf „Zehn gegen Elf“ führen und hatte es nicht schlecht gemacht. Leidenschaft? Check! Laufbereitschaft? Check! Disziplin? Check! Der Trainer fand es gut und sieht die Möglichkeit, das Ganze gegen die Bayern zu wiederholen. Mit elf gegen elf. Vor allem aber ohne einen Gedanken an die Debakel der jüngeren Vergangenheit. Er werde die Schwarze Serie „nicht thematisieren“, so Nouri: „Wir wollen nicht zurückgucken, sondern die Dinge beeinflussen, die vor uns liegen.“

Dafür sei die Mannschaft Dienstag „mit voller Energie“ in die Trainingswoche gestartet. Allerdings ohne Serge Gnabry und auch ohne Clemens Fritz. Der Kapitän leidet an einer Halswirbelblockade. Sein Einsatz am Samstag soll aber nicht gefährdet sein. Vor dem Comeback steht unterdessen Zlatko Junuzovic. Nach der Einheit am Sonntag absolvierte er auch Dienstag das volle Programm und ist jetzt laut Nouri wieder „eine Option“.

Quelle: kreiszeitung.de

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare