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Ex-Werder-Trainer Alexander Nouri wartet weiter auf Job-Angebote.

Ex-Trainer über neuen Technischen Direktor

Nouri über Schaaf: „Großartige Geschichte“

Bremen - Drei Monate lang war Alexander Nouri während seiner Profilaufbahn in den USA aktiv. Von Juli bis August 1999 spielte er für die Seattle Sounders in der damaligen A-League.

Seine alten Kontakte hat Werders Ex-Trainer kürzlich wieder aufleben lassen, um bei den Sounders sowie bei den Los Angeles Galaxy und dem Los Angeles FC zu hospitieren. „Ich habe die Reise angetreten, um Inspiration zu finden und mal andere Organisationen, deren Arbeitsprozesse und Führungsprinzipien kennen zu lernen“, sagt Nouri im Interview mit „transfermarkt.de“.

Seit seiner Entlassung bei Werder im Oktober 2017 ist der 38-Jährige ohne Job. Über seine Zeit auf der Bremer Bank sagt er rückblickend: „Natürlich macht man Fehler. Wie lautet das Zitat? Wer fehlerfrei ist, werfe den ersten Stein. Ich werde nicht derjenige sein. Bei jeder Station und insbesondere aus Fehlern lernt man.“

Nouri vermeidet Kommentar zu Kohfeldt

Spezifischer wird er bei diesem Thema nicht. Stattdessen führt er die schwierigen Umstände zu Beginn der Saison an, als sich Max Kruse das Schlüsselbein brach und Niklas Moisander und Zlatko Junuzovic ebenfalls nicht zur Verfügung standen: „Das war ein Aderlass. Aber natürlich möchte ich das nicht als einzige Ausrede nutzen.“

Im Weserstadion war Nouri seit seiner Entlassung nicht mehr, Werder betrachtet er nur noch aus der Distanz. Zur Arbeit seines Nachfolgers Florian Kohfeldt möchte er sich deshalb nicht äußern: „Ich bin nicht mehr so nah dran und habe keinen detaillierten Einblick. Es steht mir nicht zu, und ich möchte es mir auch nicht anmaßen, die Arbeit eines anderen Trainers aus diesem Blickwinkel zu bewerten.“

Nouri auf Jobsuche: „Es gibt nichts Konkretes“

Deutlicher wird er bei der Personalie Thomas Schaaf. Der Ex-Trainer kehrt im Juli als Technischer Direktor zu Werder zurück. „Ich finde das eine großartige Geschichte. Ich kenne das genauso aus Spanien von meinen Hospitationen bei Villarreal und in Bilbao“, berichtet Nouri - und erklärt: „Man fragt sich: Welchen Fußball wollen wir im Stadion sehen? Welche Spieler brauchst du dazu? Und wie bekomme ich die Spieler zu dem Fußball? Dann landest du schnell bei den Trainern.“

Wann der Trainer Nouri wieder an der Seitenlinie zu sehen ist, ist derzeit noch offen: „Ich habe mehrere Gespräche geführt. Aber es gibt nichts Konkretes, was ich Stand jetzt in den nächsten Wochen vermelden kann. Ich bin offen und höre mir viele Dinge an. Aber es muss passen und für mich sinnvoll sein. Daher lasse ich mir die nötige Zeit.“

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Alexander Nouri: Seine Karriere in Bildern

Bereits im Jugendbereich lief Alexander Nouri für Werder Bremen auf. Dort schaffte er es in die deutsche U16-Nationalmannschaft und nahm 1996 sogar an der EM in Österreich teil.
Bereits im Jugendbereich lief Alexander Nouri für Werder Bremen auf. Dort schaffte er es in die deutsche U16-Nationalmannschaft und nahm 1996 sogar an der EM in Österreich teil. © imago
Bis 2001 spielte der spätere Bremer Chefcoach für die Amateurmannschaft an der Weser und war zwischenzeitlich für wenige Monate an Seattle Sounders ausgeliehen.
Bis 2001 spielte der spätere Bremer Chefcoach für die Amateurmannschaft an der Weser und war zwischenzeitlich für wenige Monate an Seattle Sounders ausgeliehen. © gumzmedia
Nouri verließ die Hanseaten für den KFC Uerdingen, wo er drei Jahre in der Regionalliga Nord kickte.
Nouri verließ die Hanseaten für den KFC Uerdingen, wo er drei Jahre in der Regionalliga Nord kickte. © imago
Anschließend wechselte er zum VfL Osnabrück. 2007 schaffte er mit dem Club den Aufstieg in die Zweite Liga und erzielte in insgesamt 93 Pflichtspielen neun Treffer für den VfL.
Anschließend wechselte er zum VfL Osnabrück. 2007 schaffte er mit dem Club den Aufstieg in die Zweite Liga und erzielte in insgesamt 93 Pflichtspielen neun Treffer für den VfL. © imago
Nach vier Jahren in Osnabrück zog es Nouri zu Holstein Kiel, wo er zwei weitere Spielzeiten verbrachte.
Nach vier Jahren in Osnabrück zog es Nouri zu Holstein Kiel, wo er zwei weitere Spielzeiten verbrachte. © imago
2010 wechselte der gebürtige Buxtehuder zum VfB Oldenburg, wo er 2012 seine Karriere als aktiver Spieler beendete und seine Laufbahn als Trainer startete.
2010 wechselte der gebürtige Buxtehuder zum VfB Oldenburg, wo er 2012 seine Karriere als aktiver Spieler beendete und seine Laufbahn als Trainer startete. © imago
Zur Saison 2014/15 kehrte Nouri nach Bremen zurück. Zunächst war er Co-Trainer der U23, dann wurde er befördert und übernahm als Cheftrainer die volle Verantwortung.
Zur Saison 2014/15 kehrte Nouri nach Bremen zurück. Zunächst war er Co-Trainer der U23, dann wurde er befördert und übernahm als Cheftrainer die volle Verantwortung. © gumzmedia
Noch in der gleichen Spielzeit führte Nouri Werders Reservemannschaft in die Dritte Liga. Von seinen Spielern wurde er dafür gefeiert.
Noch in der gleichen Spielzeit führte Nouri Werders Reservemannschaft in die Dritte Liga. Von seinen Spielern wurde er dafür gefeiert. © gumzmedia
Sein Aufstieg als Trainer ging weiter: Nach dem dritten Spieltag der Saison 2016/2017 wurde bei den Profis Viktor Skripnik als Coach entlassen. Nouri übernahm zunächst als Interimstrainer.
Sein Aufstieg als Trainer ging weiter: Nach dem dritten Spieltag der Saison 2016/2017 wurde bei den Profis Viktor Skripnik als Coach entlassen. Nouri übernahm zunächst als Interimstrainer. © gumzmedia
Der emotionale Nouri baute nicht nur Strukturen um, sondern brachte zunächst auch neue Leidenschaft in die Mannschaft von der Weser.
Der emotionale Nouri baute nicht nur Strukturen um, sondern brachte zunächst auch neue Leidenschaft in die Mannschaft von der Weser. © gumzmedia
Die Belohnung: Anfang Oktober wurde der 37-Jährige zum Cheftrainer befördert. Als Co-Trainer standen ihm Florian Bruns und Markus Feldhoff zur Seite.
Die Belohnung: Anfang Oktober wurde der 37-Jährige zum Cheftrainer befördert. Als Co-Trainer standen ihm Florian Bruns und Markus Feldhoff zur Seite. © gumzmedia
Die Zeiten blieben aber schwierig. Werder verlor die ersten vier Spiele nach dem Jahreswechsel und stürzte erneut auf den Relegationsplatz. Nouris Job stand stand arg auf der Kippe.
Die Zeiten blieben aber schwierig. Werder verlor die ersten vier Spiele nach dem Jahreswechsel und stürzte erneut auf den Relegationsplatz. Nouris Job stand stand arg auf der Kippe. © gumzmedia
Doch dann starteten die Bremer eine nicht für möglich gehaltene Erfolgsserie. Zwischen Mitte Februar und Anfang Mai 2017 blieb Werder in elf Spielen in Folge ungeschlagen, gewann neun davon - und ging voll auf Kurs Europa League. Nouri saß plötzlich ganz fest im Sattel.
Doch dann starteten die Bremer eine nicht für möglich gehaltene Erfolgsserie. Zwischen Mitte Februar und Anfang Mai 2017 blieb Werder in elf Spielen in Folge ungeschlagen, gewann neun davon - und ging voll auf Kurs Europa League. Nouri saß plötzlich ganz fest im Sattel. © gumzmedia
Der Werder-Trainer hatte auch mehrfach das Bedürfnis, sich in der Öffentlichkeit politisch zu positionieren. Nouri zeigte US-Präsident Donald Trump für ein verhängtes Einreiseverbot die „Rote Karte“. Und sagte bei einer Pressekonferenz: „Ich habe nichts gegen das Wort Europa - ich bin ja nicht die AfD.“
Der Werder-Trainer hatte auch mehrfach das Bedürfnis, sich in der Öffentlichkeit politisch zu positionieren. Nouri zeigte US-Präsident Donald Trump für ein verhängtes Einreiseverbot die „Rote Karte“. Und sagte bei einer Pressekonferenz: „Ich habe nichts gegen das Wort Europa - ich bin ja nicht die AfD.“ © gumzmedia
Am Ende der Spielzeit 2016/17 verpasste Werder die Europa League aber knapp als Tabellen-Achter.
Am Ende der Spielzeit 2016/17 verpasste Werder die Europa League aber knapp als Tabellen-Achter. © gumzmedia
In der Folgesaison konnte Werder in den ersten zehn Pflichtspielen keinen Sieg einfahren. Die Folge: Trainer Nouri wurde am 30. Oktober 2017 vom Verein freigestellt. 
In der Folgesaison konnte Werder in den ersten zehn Pflichtspielen keinen Sieg einfahren. Die Folge: Trainer Nouri wurde am 30. Oktober 2017 vom Verein freigestellt.  © gumzmedia

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