Zu wenig Zeit für Getränke und Anderes? Werder Bremen hat früher schon eine Verlängerung der Halbzeit gefordert, jetzt gibt es einen neuen Vorstoß in Südamerika.
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Zu wenig Zeit für Getränke und Anderes? Werder Bremen hat früher schon eine Verlängerung der Halbzeit gefordert, jetzt gibt es einen neuen Vorstoß in Südamerika.

Neuer Vorstoß bei alter Werder-Idee

Der SV Werder Bremen wollte es schon vor Jahren: Wird die Halbzeit-Pause bald länger?

Bremen/Zürich – Wenn im Wohninvest Weserstadion der Halbzeitpfiff ertönt, dann haben es viele Zuschauer eilig: Denn in 15 Minuten zur Toilette zu gehen und sich vielleicht auch noch Bier und Bratwurst zu gönnen, ist fast unmöglich – vor allem, wenn fast alle dieses Ziel haben. Deshalb hat Manfred Müller in seiner Zeit als Geschäftsführer des SV Werder Bremen gleich mehrfach eine Verlängerung der Halbzeitpause gefordert und dabei sogar bei Sepp Blatter, dem damaligen Präsidenten des Welt-Fußballverbandes Fifa, gesprochen. Genützt hat es nichts.

Aber nun hat der südamerikanische Fußballverband (Conmebol) einen neuen Vorstoß unternommen. Ein Beratungsgremium des International Football Association Board (Ifab) zeigte sich zwar skeptisch, wies den Vorschlag zur Verlängerung der Pause von 15 auf 25 Minuten allerdings auch nicht ab. Im März könnte das Thema also bei der Generalversammlung des Ifab durchaus noch mal auf den Tisch kommen.

Manfred Müller, der 2009 bei Werder Bremen ausschied, wirbt dabei für einen Kompromiss: „25 Minuten sind zu lang, 20 reichen“, sagt der 77-Jährige. Aber eine Verlängerung sei eigentlich unumgänglich, das hätten gerade die vergangenen Wochen gezeigt. „Wir haben bei den vielen Geisterspielen gesehen, wie wichtig die Zuschauer im Stadion für den Fußball sind. Und die haben ein Recht darauf, ein vernünftiges Stadionerlebnis zu bekommen. Es gibt nun einmal kein Stadion auf der Welt, das in einer 15-minütigen Pause die Bedürfnisse aller Zuschauer befriedigen kann“, erklärt Müller. Die in der Corona-Pandemie notwendigen Abstandsregeln kämen noch erschwerend hinzu.

Werder Bremen: Manfred Müller wirbt 2008 bei Sepp Blatter für längere Halbzeitpause

Natürlich, da ist Müller ehrlich, geht es auch ums Geld. „In der Halbzeit machen die Vereine 60 Prozent ihres Umsatzes im Catering. Das könnte man durch eine längere Pause steigern.“ Auch die Werbeeinnahmen ließen sich durch mehr TV-Spots erhöhen. Dass die Südamerikaner bei ihrem Vorstoß vor allem Halbzeit-Shows wie beim Super Bowl, dem Finale im American Football in den USA, im Blick haben, kann Müller zwar nachvollziehen, ist ihm aber nicht so wichtig: „Ich persönlich brauche das nicht.“ Er will lieber ausreichend Zeit haben für ein Bierchen, eine Bratwurst und noch einen schnellen Gang zur Toilette, um dann pünktlich zur zweiten Halbzeit wieder auf seinem Platz zu sein: „Es ist doch sehr nervig, wenn nach dem Anpfiff noch nach und nach Zuschauer auf ihren Platz kommen und die anderen dafür aufstehen müssen.“

All’ das habe er auch 2008 Fifa-Boss Blatter erklärt – und der habe ihm sogar zugestimmt. „Er soll sich aber nicht durchgesetzt haben, hieß es später mal“, erinnert sich Manfred Müller, der frühere Geschäftsführer des SV Werder Bremen. Denn das Ifab sei doch sehr bemüht, keine Regeländerungen am Spiel vorzunehmen, die in Verdacht stehen, vornehmlich dem Kommerz zu dienen. Diesen Part übernehmen dann die Verbände wie Fifa, Uefa (für Europa) oder auch Conmebol mit fast endlosen Wettbewerben, um mit möglichst vielen Spielen möglichst viel Geld zu verdienen... (kni) Schon gelesen? Winter-Transfer: Werder-Coach Markus Anfang wünscht sich einen echten Achter!

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