Andreas Herzog gewann mit dem SV Werder Bremen 1999 den DFB-Pokal. Jetzt hat die Legende ein Buch geschrieben.
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Andreas Herzog gewann mit dem SV Werder Bremen 1999 den DFB-Pokal. Jetzt hat die Legende ein Buch geschrieben.

Werder-Legende Herzog veröffentlicht Buch

„Mit Herz und Schmäh“ - alles über Werder-Legende Andreas Herzog auf 344 Seiten

Wien - Seine Selbsteinschätzung lautete schon immer so: „Ich brauche oft einen, der mich anschubst.“ Dies gilt für sein komplettes Leben, sowohl für seinen Werdegang als Fußballer als auch für seine Entwicklung als Mensch. Andreas Herzog will damit sagen, dass er stets zu seinem Glück gezwungen werden musste. Es trifft auch auf sein neuestes Objekt zu. Das Buch mit dem Titel „Herz und Schmäh“, das der ehemalige Profi bei Werder Bremen nun mit professioneller Hilfe von zwei Journalisten verfasst hat und das in diesen Tagen auf dem Markt erscheint.

„Herzerl“, wie der Supertechniker in Wien und Umgebung immer noch liebevoll gerufen wird, hatte bis vor kurzem nie daran gedacht, als Buchautor in Erscheinung zu treten. Es brauchte – wie erwähnt – eines Anstoßes von außen, in Person eines gewissen Egon Theiner. Ein gebürtiger Südtiroler, der früher als Sportjournalist gearbeitet hat und nun den Egoth-Verlag leitet, hatte die Idee. „Ich weiß nicht, ob es interessant ist“, reagierte Andreas Herzog zurückhaltend auf den Vorstoß des rührigen Verlegers. Dieser ließ sich nicht abbringen und überzeugte den Ex-Profi des SV Werder Bremen: „Wir machen ein richtig gutes Buch.“

Gesagt! Getan? Andi Herzog ist zufrieden mit dem Werk, das auf 344 Seiten seine Karriere skizziert. „Zu zwei Dritteln eine Autobiographie, der Rest 103 Anekdoten passend zur Anzahl meiner Länderspiele“, charakterisiert er die Machart. Der in Dortmund lebende Journalist Claus-Peter Niehm, den Andreas Herzog über Jürgen Klinsmann kennenlernte und der einst engen Kontakt zum US-Team hatte, hat die Kapitel über die einzelnen Etappen und Stationen der Laufbahn verfasst. Ein waschechter Wiener namens Wolfgang Ilkerl, ein guter Kumpel, erzählt die hübschen Schmankerl im Dialekt und liefert so die Beiträge in der Mundart der Hauptstadt Austrias. Schmäh halt, wie der Titel verspricht.

Andreas Herzog erinnert sich an seinen Beginn bei Werder Bremen unter Otto Rehhagel

Die schönste und lustigste Anekdote aus Herzogs Sicht? „Mir fällt es schwer, aus den vielen Begebenheiten eine Auswahl zu treffen“, sagt Herzog im Gespräch mit der Deichstube. Um dann doch eine Kurzgeschichte hervorzuheben: Der Beginn seiner Zeit bei Werder Bremen, die erste Begegnung mit Otto Rehhagel und vor allem mit dessen detektivisch veranlagter Ehefrau Beate, die bekanntermaßen bei der Vorstufe der Transfergespräche immer präsent war, am Frankfurter Flughafen. „Beate hat mich so ausgequetscht, hat mich mit Fragen gelöchert, hat nicht locker gelassen.“ Andi hatte nach der Stunde des Kennenlernens kein gutes Gefühl: „Ich dachte, der Wechsel ist geplatzt.“

Zu seinem Glück und zum Glück für Werder Bremen gleichermaßen war es anders. Breiten Raum in dem Buch, das für 24,90 Euro im Handel zu erwerben ist, nimmt ohnehin Herzogs Glanzzeit an der Weser ein. Gleich im ersten Jahr holte der begnadete Spielmacher die Meisterschaft. Herzog heute: „Die Zeit bei Werder hat mich verändert. In Bremen begann die Entwicklung, die mich zu einer anderen Persönlichkeit geformt hat. Ich bekam ein ganz anderes Auftreten, besaß viel mehr Selbstvertrauen. In Österreich war ich zuvor nur der Wunder-Wuzzi, bei Werder wurde ich zu einem internationalen Star.“ Alles nachzulesen in dem Buch, das in einem Verlag erschienen ist, der sich auf Biographien oder Sachbücher aus dem Sport spezialisiert hat. Am Freitag wird das Herzog-Buch in großem Rahmen mit einer Signierstunde in der Wiener City vorgestellt.

Das Unternehmen Wiederaufstieg des SV Werder Bremen sieht Andreas Herzog skeptisch

Ein Pflichttermin für den 53-jährigen, der in dieser Saison seine erste Stelle als Cheftrainer angetreten hat. Bei Admira Wacker, dem Club aus der Metropole an der Donau, bei dem er ehedem das Kicken gelernt hat. Dort leistet Andreas Herzog gute Arbeit, wie die Beobachter attestieren. „Es lief so gut, doch am Wochenende haben wir leider unglücklich gegen Ried verloren“, berichtet er. Statt im gesicherten Bundesliga-Mittelfeld findet sich der kleine Wiener Verein im Vergleich zu Austria und Rapid nun auf Platz neun wieder. Herzogs Kommentar: „Unten ist alles eng beisammen. Es war klar, dass es für uns nur um den Verbleib geht.“

Natürlich verfolgt die Legende des SV Werder Bremen auch die aktuelle Entwicklung bei seinem früheren Club. Das Unternehmen Wiederaufstieg sieht er recht skeptisch: „In dieser sehr ausgeglichenen Spielklasse tut sich Werder sehr schwer, zumal ein Neuaufbau gestartet werden musste. Bremen kommt nur ganz nach oben, wenn mal eine Serie gestartet werden könnte. Vielleicht gibt der Sieg in Nürnberg jetzt Auftrieb.“ (hgk)

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