Werder in der Corona-Pandemie

„Es kommt immer etwas Unerwartetes bei uns“: Anthony Jung erklärt, wie die Werder-Profis mit der neuen Corona-Situation umgehen

Bremen – Anthony Jung hatte sich schon auf Spanien gefreut. Nicht, weil er nur wenige Kilometer vom geplanten Trainingslager in Murcia geboren worden ist, sondern wegen der besseren Bedingungen. Doch Corona hat den SV Werder Bremen gestoppt – und damit auch Jung überrascht. „Es kommt immer etwas Unerwartetes bei uns . . .“, seufzt der 30-Jährige und beschreibt in einer digitalen Medienrunde, wie die Spieler mit der neuen Situation in der Corona-Pandemie umgehen.

„Ja klar, das Thema ist allgegenwärtig, und man macht sich natürlich Sorgen“, gesteht der 30-Jährige: „Aber man sollte dann auch versuchen, den Fokus wieder auf die Arbeit zu bekommen.“ Doch so einfach ist das gar nicht. Jeden Morgen werden die Spieler jetzt getestet. Denn nach den vier positiven Tests am vergangenen Sonntagmorgen, die für die Absage des Trainingslagers gesorgt hatten, wurden die Vorsichtsmaßnahmen wieder verschärft. Im Gebäude wird Maske getragen, Gespräche dort werden nur in möglichst kleinen Gruppen geführt. Das erinnert an den Beginn der Pandemie. Werder Bremen hat zudem mitgeteilt, dass die Spieler nun keine Autogramme mehr geben und auch keine Selfies mehr mit den Fans machen. Alles zu riskant. 

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Werder Bremen-Profi Anthony Jung glaubt, dass es „purer Zufall“ war, dass er bislang von Corona verschont geblieben ist

„Ich glaube, dass jeder sein Bestes tut, die Infektionen so gering wie möglich zu halten“, sagt Anthony Jung. Anders als einige seiner Kollegen ist er nicht weit weg in den Urlaub gefahren, sondern nur mit Frau und Kind zur Familie in Wiesbaden. Mit dem erst fünfmonatigen Sohn hätte ein Flug ohnehin keinen Sinn gemacht. Der Nachwuchs würde auch dafür sorgen, dass sich seine Kontakte in Bremen außerhalb des Fußballs doch arg in Grenzen halten. „Ich erledige den Einkauf, ansonsten fahre ich morgens zum Training und abends wieder zurück.“ Dennoch glaubt Jung, dass es schon eher „purer Zufall“ war, dass er bislang vom Coronavirus verschont geblieben ist.

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Niclas Füllkrug, Manuel Mbom hatten da weniger Glück. Marco Friedl und Milos Veljkovic sind nun sogar bereits zum zweiten Mal betroffen. „Es war schon eine Überraschung, dass es gleich ein paar von uns erwischt hat“, sagt Jung: „Niemand kann sich sicher fühlen. Man sieht, dass die Infektionen schneller passieren als bislang.“ Der Ausfall dieser Spieler würde Werder Bremen natürlich schmerzen. Es könnte aber noch schlimmer kommen, eine ganze Mannschaft betroffen sein – wie aktuell die Iserlohn Roosters in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). „Ich hoffe, dass wir von Spielabsagen verschont bleiben“, sagt Jung.

Werder Bremen: Anthony Jung will noch nicht vom Ziel Bundesliga-Aufstieg sprechen

Der Abwehrspieler will sich nun aber vor allem auf das konzentrieren, das er beeinflussen kann: den Fußball. Anders als viele seiner Kollegen bei Werder Bremen mag Anthony Jung noch nicht vom Aufstieg als Ziel sprechen. Der 30-Jährige fordert vielmehr harte Arbeit: „Wir dürfen uns auf den letzten erfolgreichen Spielen nicht ausruhen. Wir brauchen noch mehr Punch, noch mehr Präzision, um mehr Tore zu machen und weniger zu kassieren.“

Es gibt also genug zu tun in der Vorbereitung, die nun im nasskalten Bremen statt im warmen Murcia durchgeführt wird. „Vom Wetter und von den Platzbedingungen her wäre es dort sicher einen Tick besser gewesen als hier. Das ist ärgerlich, aber die Situation ist, wie sie ist“, meint Anthony Jung und erklärt noch zu seiner Herkunft: „Ja, ich bin in Villajoyosa geboren, das ist in der Nähe. Aber ich bin komplett eingedeutscht, spreche auch kein Spanisch.“ Bereits im Alter von drei Jahren nahm ihn seiner Mutter mit nach Deutschland, sein spanischer Vater blieb dort. (kni)

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