Anthony Jung trifft für den SV Werder Bremen zum 2:1-Endstand gegen den KSC und bejubelt ausgelassen sein Tor.
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Anthony Jung trifft für den SV Werder Bremen zum 2:1-Endstand gegen den KSC und bejubelt ausgelassen sein Tor.

Werders Matchwinner gegen den KSC

Viel gelaufen, präzise geköpft: Wie „Waffe“ Anthony Jung die Siegesserie des SV Werder rettete

Bremen - Dass der Siegtreffer gegen den Karlsruher SC außergewöhnlich spektakulär gewesen wäre, lässt sich nicht behaupten. Flanke, Kopfball, Tor – es war das klassische Strickmuster, dessen sich Werder Bremen in der 76. Minute bediente. Einfach, aber wirkungsvoll. Was der Aktion – abgesehen davon, dass sie aus einem Punkt kurzerhand drei machte – eine spezielle Note gab, war die Tatsache, dass der Treffer einer Kooperation der beiden Bremer Außenverteidiger Anthony Jung und Manuel Mbom entsprang. Und das, so räumte es selbst Trainer Ole Werner ein, „kommt nicht alle Tage vor“.

Es war der kurz zuvor eingewechselte Rechtsverteidiger Manuel Mbom, der per Flanke die Vorlage lieferte. Und es war der perfekt in Position gelaufene Linksverteidiger Anthony Jung, der platziert und wuchtig einköpfte. Hinterher freute sich der 30-Jährige über sein „wichtigstes Tor“ im Werder-Trikot. Kunststück, es war ja auch erst sein zweites. Aber auch das erste war schon bedeutungsschwer gewesen. Beim 4:1 gegen Hannover 96 war Jung das weichenstellende 2:1 gelungen, ebenfalls per Kopfball. Der Treffer fiel jedoch im Anschluss an eine Ecke, Jungs Präsenz im Strafraum erklärte sich allein dadurch. Doch dass er – wie gegen den KSC – aus dem Spiel heraus im Sechzehner gefährlich wird, hat viel damit zu tun, was Coach Ole Werner von seinen Außenverteidigern beim SV Werder Bremen verlangt. „Es ist gefordert, dass die beiden Außenverteidiger immer wieder versuchen, sich vorne mit einzuschalten.“

Anthony Jung marschiert und trifft: So wurde der Außenverteidiger gegen den KSC zum Matchwinner für Werder Bremen

Hinten für Sicherheit und vorne für Gefahr zu sorgen, ist allerdings eine Doppelaufgabe, die den modernen Außenverteidiger besonders fordert. „Das sind die beiden Positionen, die bei uns in der Grundordnung die weitesten Wege machen müssen, deshalb schafft man es nicht immer, vor dem Strafraum präsent zu sein. Aber Tony war das heute“, lobte Werner den Deutsch-Spanier, für den gegen den KSC galt: Von nichts kommt nichts. Dass er in der spielentscheidenden Szene genau dort stand, wo er stehen musste, lag an einer Lauffreude, die auch in der Spielstatistik nachzulesen war. 11,95 Kilometer legte Anthony Jung in den 90 Minuten für den SV Werder Bremen zurück – mehr als jeder andere Akteur auf dem Platz. Wenn diese Grundlage gegeben ist, dann kommt in speziellen Momenten eben auch zum Tragen, was Werner in Jung sieht. „Wenn man jemanden wie ihn mit seiner Wucht und seiner Kopfballstärke vorne mit dabei hat, ist er in solchen Situationen einfach eine Waffe.“

Werder Bremen: Manuel Mbom auf Anthony Jung - Außenverteidiger retten Werder-Serie

Mit dem Tor entschied Anthony Jung eine Partie, die nach der Bremer Führung durch Marvin Ducksch (51.) und dem Ausgleich durch Philipp Hofmann (59.) auf des Messers Schneide stand. Der lange überlegene SV Werder Bremen taumelten ein bisschen. Bis Mbom flankte und Jung umsetzte, worauf sich die Mannschaft nach der torlosen ersten Halbzeit eingeschworen hatte: „Wir haben uns gesagt, wir müssen dran bleiben. Und wenn wir die Chance bekommen, dann müssen wir sie halt nutzen.“ Gesagt, getan. (csa)

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