Anthony Jung stand in dieser Saison in 24 von 27 Spielen für den SV Werder Bremen auf dem Platz.
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Anthony Jung stand in dieser Saison in 24 von 27 Spielen für den SV Werder Bremen auf dem Platz.

Werder-Profi verpasste erst drei Spiele

Vielseitig und unverzichtbar: Wie Verteidiger Anthony Jung beim SV Werder Bremen zum heimlichen Anführer wurde

Bremen – Manchmal, da genügen eben schon wenige Worte, um die Dinge auf den Punkt zu bringen. Anthony Jung benötigte kürzlich exakt vier, und hatte damit gesagt, was es zu sagen gab: „Zurück in die Spur“. Diesen kurzen Text schrieb der Profi des SV Werder Bremen nach dem 1:0-Heimsieg gegen Darmstadt bei Instagram unter ein Bild von sich selbst und dürfte damit – einerseits – auf Werders starke Reaktion nach der Niederlage in der Woche zuvor gegen Heidenheim angespielt haben. Andererseits traf dieses „Zurück in die Spur“ nach dem Darmstadt-Spiel aber auch ziemlich gut auf Jung persönlich zu, weil er mit seinem souveränen Auftritt bewiesen hatte, dass er mit Rückschlägen gut umzugehen weiß.

Zur Erinnerung: In Heidenheim hatte Anthony Jung mit einem schlimmen Fehler das 0:2 und damit die Vorentscheidung gegen seine Mannschaft auf den Weg gebracht, was er ganz offensichtlich schnell abschütteln konnte. „Tony ist stabil als Person und als Fußballer und kann es deshalb einordnen, wenn ihm mal ein Fehler passiert“, sagt Cheftrainer Ole Werner, der Jung als „unumstrittenen Leistungsträger“ sieht. Was sicherlich damit zusammenhängt, dass kein anderer Verteidiger bei Werder Bremen derart vielseitig ist wie der 30-Jährige.

In der laufenden Saison stand Anthony Jung in 24 von 27 möglichen Spielen bei Werder Bremen auf dem Platz, gehörte davon 22 Mal der Startelf an. Lediglich die Hinrunden-Partien in Düsseldorf (Sonderurlaub wegen der Geburt seines Sohnes) sowie die in Darmstadt und Sandhausen (jeweils ohne Einsatz im Kader) fanden ohne Jung statt. Seit Ende Oktober hat er dafür keine einzige Minute mehr verpasst.

Werder Bremen: Dauerbrenner Anthony Jung - vielseitiger Verteidiger spielte in 24 von 27 Saisonspielen

„Ganz egal, wo er spielt – er wirkt immer sehr stabil und bringt gute Leistungen“, lobt Ole Werner, der Jung nach seiner Amtsübernahme Ende November in seinem bevorzugten 3-5-2-System fest als linken Außenbahnspieler neben der Dreierkette installierte. Unter Werners Vorgänger Markus Anfang war der Abwehrmann bei Werder Bremen zu Saisonbeginn in einer Viererkette als Links-, später dann als Innenverteidiger aufgelaufen. Bereits nach Marco Friedls Verletzung in Heidenheim und nun auch in Werders jüngstem Heimspiel gegen Darmstadt kam dann Rolle Nummer vier für Anthony Jung hinzu, der aktuell bis auf Weiteres als linker Part der Bremer Dreierkette benötigt wird. Bis Friedl wieder fit ist, wird es nämlich noch einige Zeit dauern. 

„Tony hat es gegen Darmstadt wirklich sehr, sehr gut gemacht“, betont Ole Werner. Und Jungs Zahlen belegen diese Einschätzung: Mit 89 Prozent wies der Verteidiger des SV Werder Bremen am Ende eine beachtliche Passquote auf. Vor dem Seitenwechsel hatte er gar jedes seiner Zuspiele an den Mann gebracht, was der Stadionregie eigens eine Erwähnung während der Halbzeitpause wert war. Zudem gewann Anthony Jung viele wichtige Duelle und strahlte mit überlegter Spielweise große Ruhe und Sicherheit aus.

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Werder Bremen: Anthony Jung überzeugt in der Abwehr - Ole Werner lobt den Sommer-Neuzugang

Genau das war es, was sich Werder Bremen im Frühsommer vom Neuzugang versprochen hatte, der vom dänischen Meister Bröndby Kopenhagen als erste Verpflichtung nach dem Abstieg nach Bremen kam. „Er hat in seiner Karriere schon eine ganze Menge an Erfahrung gesammelt und bringt das sehr gut in die Mannschaft ein“, sagt Werner. Anthony Jung wirkt dabei wie eine Art heimlicher Leitwolf. Zum Kreis der Vize-Kapitäne hinter Spielführer und Abwehrchef Ömer Toprak gehört er nicht, auch dem Mannschaftsrat gehört er nicht an. Was für Ole Werner aber jeweils nichts an Jungs Bedeutung für die gesamte Gruppe ändert: „Tony zählt zu den Spielern, die die Mannschaft mit führen.“ Unter der Woche, im Training, mit Worten und klarer Ansprache, an den Spieltagen dann mit Zählbarem – und zwar nicht ausschließlich in der Defensive.

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Mit bisher zwei Toren (gegen Hannover und Karlsruhe) sowie zwei Vorlagen (gegen Hannover und Ingolstadt) bringt es Anthony Jung aktuell auf vier Scorerpunkte, was nach Marco Friedl (5) der zweitbeste Wert aller Abwehrspieler des SV Werder Bremen ist. Zuletzt, während des 1:0 Heimsieges gegen Darmstadt, konnte Jung in dieser Beziehung zwar nicht weiter punkten – er dürfte es aber verkraftet haben. „Zurück in die Spur“ gefunden hatte er ja auch so. (dco) Schon gelesen? Neue Marktwerte: Werder stellt die beiden Top-Gewinner - und den größten Verlierer in der 2. Bundesliga!

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