+
2016 half er Werder Bremen ganz entscheidend beim Klassenerhalt, jetzt soll Anthony Ujah Union Berlin retten. Am Samstag trifft er mit seinem aktuellen auf seinen Ex-Club.

Ex-Bremer spielt jetzt in Berlin

Ujah und die Retter-Qualitäten: Werder kennt sie, Union hofft auf sie

Bremen/Berlin – Es war der 14. Mai 2016, und es war ein besonderer Tag in Bremen. Der SV Werder bangte am letzten Spieltag um den Klassenerhalt, und gefühlt war die ganze Stadt auf den Beinen, um die Mannschaft gegen Eintracht Frankfurt zum Sieg zu brüllen und zu schreien. 0:0 stand es kurz vor Schluss und Werder Bremen damit mit beiden Beinen in der Relegation. Doch dann kam Anthony Ujah und brannte seinen Namen mit nur einer Aktion in das Gedächtnis eines jeden Werder-Fans.

88. Minute, ziemlich schwieriger Winkel zum Tor. Aber Anthony Ujah schubste den Ball irgendwie Richtung Torlinie, wo Papy Djilobodji sein in diesem Moment fünf Meter langes Bein ausfuhr und die Kugel zum 1:0 über die Linie grätschte. Schwer zu sagen, wer nun mehr Held war – Vorbereiter oder Vollstrecker. Aber das ist schlussendlich auch egal. Nicht nur Djilobodji, sondern auch Ujah wird wegen dieses einen Moments für immer mit Werder Bremen verbunden bleiben. Sowie mit Florian Kohfeldt, der damals der Werder-Co-Trainer war und Ujah bei seinem Jubellauf durch das Stadion erleichtert zusah.

Am Samstag sieht man sich wieder - Ujah als Stürmer von Union Berlin, Kohfeldt als Cheftrainer von Werder Bremen. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Wege nach dem 14. Mai 2016 wieder kreuzen. Auch als Spieler von Mainz 05 ist Ujah bereits gegen Werder angetreten. Das ist einer der Gründe, weshalb Kohfeldt vor dem neuerlichen Duell nicht in Erinnerungen schwelgen will.

Werder Bremen: Florian Kohfeldt will Rettung 2016 „nicht glorifizieren“

Der andere ist, dass er den 14. Mai 2016 nicht so abgespeichert hat wie die meisten. „Dieser Tag damals war ein besonderer Tag, keine Frage. Aber es war vor allem der Tag, an dem uns allen klar geworden ist, dass es so nicht weitergehen kann. Dieses 1:0 war nicht einer der größten Erfolge von Werder Bremen, definitiv nicht. Es war ein Tag, an dem wir den worst case abgewendet haben. Das darf man im Rückblick nicht glorifizieren“, sagt der ehemalige Co-Trainer.

Deshalb ist es für ihn auch schwierig, in Ujah, der Werder Bremen nach nur einer Saison Richtung China verließ, einen Helden zu sehen. Aber das ändert nichts an den Sympathien für den 28 Jahre alten Nigerianer, für den der Jubellauf der versöhnliche Abschluss einer auch persönlich schwierigen Saison war.

Ex-Werder-Bremen-Spieler bei Union Berlin: Felix Kroos ist von Anthony Ujah überzeugt

Florian Kohfeldt: „Er war als absoluter Wunschtransfer aus Köln zu uns gekommen und ist damals auch gut gestartet. Dann haben wir aber – wie so häufig – Claudio Pizarro zurückgeholt. Tony stand deshalb auf einmal nicht mehr in der Startelf. Damit ist er aber super umgegangen, hat sich komplett in den Dienst der Mannschaft gestellt. Deshalb schätze ich ihn auch als Person sehr.“ Als Stürmer sowieso. Sein Kopfballspiel, seine Fähigkeit, in der Spitze den Ball zu halten – „er kann uns mit seiner Robustheit natürlich gefährlich werden“, meint Kohfeldt.

In der noch jungen Bundesliga-Saison ist Anthony Ujah noch ohne Tor und ohne Assist. Für Mitspieler Felix Kroos, ebenfalls ein Ex-Bremer, ist das jedoch kein Grund, an dem Angreifer zu zweifeln. „Er wird seine Tore machen, das hat er in der Liga schon oft genug unter Beweis gestellt“, sagt der Mittelfeldspieler. Zudem habe Ujah das, was Union Berlin sicher brauchen wird: Retterqualitäten. „Deshalb“, grinst Kroos, „passt er so gut zu uns.“ (csa/dco)

Mehr News zu Werder Bremen

Vor dem Spiel gegen Union Berlin fällt jetzt auch noch Niklas Moisander bei Werder Bremen aus - aber Florian Kohfeldt findet einen „Spaß“ am Verletzungs-Fiasko. Nicht dabei sein wird auch Milot Rashica - bei ihm fährt Werder Bremen eine Null-Risiko-Linie. „Der Kopf braucht länger als der Körper“ - Sebastian Prödl schreibt in seiner Deichblick-Kolumne über Werder Bremen, die Verletztenmisere und den Wechsel von Martin Harnik. Im DeichStube-Interview sprach Anthony Ujah über seine Zeit bei Werder Bremen, die Ziele von Union Berlin und warum er am Samstag nicht jubeln würde. 

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Kommentare