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Aron Johannsson könnte Werder Bremen im Sommer verlassen - in Richtung Hannover?

Werder denkt an Stürmer-Tausch

Ist Johannsson der Trumpf beim Harnik-Deal?

Bremen - Dass Martin Harnik zum SV Werder Bremen zurückkehrt, ist fast sicher. Es stellt sich eigentlich nur noch die Frage, wie der Transfer über die Bühne geht.

Denn Hannover 96 fordert für eine Einwilligung in das Geschäft nicht nur Geld, sondern viel mehr noch einen Ersatz. Werder könnte beides bieten – und da kommt Aron Johannsson ins Spiel. „Wir sind bei Aron gesprächsbereit“, sagte Werder-Sportchef Frank Baumann der „Bild“ und deutete damit einen Abschied des US-Nationalspielers an.

Es könnte der bestmögliche Zeitpunkt für einen Wechsel sein. Denn ab November hat Johannsson durchaus auf sich aufmerksam machen können, kam zu elf Bundesliga-Einsätzen und erzielte dabei das wichtige 2:2 in Mönchengladbach. Coach Florian Kohfeldt ist ein Fan des Angreifers, machte ihn vom Mittel- zum Außenstürmer und lobt stets seine Spielintelligenz. Trotzdem würde er wohl auf ihn verzichten, weil Johannsson in Bremen das Verletzungspech einfach treu bleibt. Das Saisonende verpasste der 27-Jährige wegen Problemen am Fuß. Nichts wirklich Schlimmes, aber wieder ein Ausfall. Vielleicht hilft da einfach mal ein Vereinswechsel, also ein neues Umfeld.

Johannsson als Harnik-Ersatz in Hannover?

Als Ersatz von Harnik käme Johannsson durchaus infrage. Er kann wie der 30-Jährige im Zentrum spielen oder über die Außen kommen. Ihm fehlt zwar die Robustheit eines Harniks, dafür ist er spielerisch stärker. Und mit seinen 27 Jahren hat er durchaus noch Entwicklungspotenzial, während sich Harniks Karriere so langsam auf die Zielgerade zubewegt.

4,5 Millionen Euro hat Werder vor drei Jahren für Johannsson an AZ Alkmaar überwiesen. Der US-Nationalspieler mit isländischen Wurzeln sollte Franco Di Santo (FC Schalke 04) ersetzen, schaffte das aber nie, weil er viel zu oft verletzt war. Dann sortierte ihn Alexander Nouri zu Beginn der vergangenen Saison aus. Kohfeldt holte ihn zurück in den Kader, brachte den Angreifer regelmäßig, wenn er denn einsatzfähig war. Johannssons Marktwert liegt inzwischen bei 1,75 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de).

Ein Problem bleibt: das Gehalt

Bei nur noch einem Jahr Vertragslaufzeit dürfte eine Ablöse kaum höher sein. Da bietet sich Johannsson durchaus als Zugabe zu einer Ablöse für Harnik an. Baumann hat den Angreifer jedenfalls schon ins Gespräch gebracht und auch betont, dass der Spieler selbst genauso denkt. Bleibt nur ein Problem: das Gehalt. Johannsson besitzt einen gut dotierten Vertrag, den Hannover so ganz sicher nicht übernehmen würde. Auch da müsste Werder wohl mithelfen. Um Wunschspieler Harnik zu bekommen, wäre das aber durchaus denkbar.

Update (16:06 Uhr): Dass Hannover 96 am Mittwoch den Japaner Takuma Asano vom FC Arsenal für eine Saison ausgeliehen hat, verändert die Situation im Poker um Harnik übrigens nicht. Der 23-Jährige, der in den vergangenen beiden Jahren bereits an den VfB Stuttgart ausgeliehen war, ist zwar ebenfalls Stürmer, aber nicht als Nachfolger des erfahrenen Angreifers Harnik vorgesehen.

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Aron Johannsson: Seine Karriere in Bildern

Aron Johannsson
Die Karriere von Aron Johannsson hatte beim isländischen Club Fjölnir Reykjavik begonnen. Von dort ging es 2010 zum Aarhus GF in der dänischen Liga. Nach einer guten Hinrunde wechselte er im Winter 2013 schließlich zu AZ Alkmaar. © imago
Aron Johannsson
Die ersten Spiele der Rückrunde 2012/13 verpasste Johannsson wegen Leistenproblemen, konnte in den letzten sechs Partien aber noch drei Treffer erzielen. Beim Pokalsieg der Niederländer wurde er kurz vor Schluss eingewechselt. © imago
Aron Johannsson
In der folgenden Saison kam der Stürmer deutlich besser in den Tritt, erzielte in 32 Pflichtspielen 17 Tore. In der Europa League rückte er mit seiner Mannschaft bis ins Viertelfinale vor, im niederländischen Pokal bis ins Halbfinale. © imago
Aron Johannsson
Obwohl er fast die Hälfte der Saison 2014/15 wegen einer Knöchelverletzung und einer Leistenoperation verpasste, traf er neun Mal.  © imago
Vor der Saison 2015/16 wechselte Aron Johannsson dann von Alkmaar zu Werder Bremen.
Vor der Saison 2015/16 wechselte Aron Johannsson dann von Alkmaar zu Werder Bremen. © gumzmedia
Dort sollte er den zu Schalke abgewanderten Franco di Santo ersetzen.
Dort sollte er den zu Schalke abgewanderten Franco di Santo ersetzen. © gumzmedia
Aron Johannsson
Nach sechs Bundesliga-Einsätzen und zwei Toren fiel er jedoch für den Rest der Saison mit einer Hüftverletzung aus. © Gumz
Aron Johannsson
Die Saisonvorbereitung 2016/17 konnte er wieder voll absolvieren und stand in Testspielen auf dem Platz. © Gumz
Aron Johannsson
Auch beim Saisonauftakt gegen den FC Bayern war Johannsson dabei, im dritten Spiel sah er aber die Rote Karte und war für zwei Spiele gesperrt. Anschließend kam er nur zu Kurzeinsätzen und stand teilweise nicht einmal im Kader. © Gumz
Aron Johannsson
Für Belustigung sorgte Johannsson beim Mannschaftsfoto 2017: Gemeinsam mit Kollege Max Kruse entschied er sich für eine extravagante Frisur. © Gumz
Aron Johannsson
In den ersten zehn Spielen der Hinrunde 2017/18 stand er dann aber nur drei Minuten auf dem Platz und wurde ansonsten nicht berücksichtigt. © Gumz
Aron Johannsson
Johannsson wurde in den USA geboren, hat die isländische und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Er entschied sich, für das Nationalteam der USA aufzulaufen und nahm 2014 an der Weltmeisterschaft teil.  © imago
In der Rückrunde der Saison 2017/18 wurde Aron Johannsson oft als Joker oder in der Startelf eingesetzt und zeigte dort gute Leistungen. Immer wieder wird er aber von Verletzungen zurückgeworfen.
In der Rückrunde der Saison 2017/18 wurde Aron Johannsson oft als Joker oder in der Startelf eingesetzt und zeigte dort gute Leistungen. Immer wieder wird er aber von Verletzungen zurückgeworfen. © gumzmedia
In der Vorbereitung vor der Bundesliga-Saison 2018/19 verletzt sich Johannsson erneut. Diesmal plagen ihn Sprunggelenksprobleme. Eine Rückkehr ins Mannschaftstraining ist noch nicht absehbar.
In der Vorbereitung zur Bundesliga-Saison 2018/19 verletzte sich Johannsson erneut. Diesmal plagen ihn Sprunggelenksprobleme. Eine Rückkehr ins Mannschaftstraining ist noch nicht absehbar. © gumzmedia

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