Alexander Schnitger will in den Aufsichtsrat des SV Werder Bremen.
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Alexander Schnitger will in den Aufsichtsrat des SV Werder Bremen.

Werder wählt neuen Aufsichtsrat

„Werder Bremen ist so viel mehr als nur Fußball“ - Alexander Schnitger erklärt die Kandidatur für den Werder-Aufsichtsrat

Bremen – Normalerweise legt Alexander Schnitger großen Wert auf das gemeinsame Abendessen mit seiner Familie, nur gibt es eben Momente, da gehen andere Dinge einfach vor. Der späte Nachmittag des 22. Mai 2021 war für den 36-Jährigen so ein Moment. Als Werder Bremen am letzten Spieltag aus der Bundesliga abgestiegen war, setzte sich der leidenschaftliche Werder-Fan direkt nach dem Schlusspfiff an seinen Computer.

„Meine Frau und meine Kinder haben mit dem Essen auf mich gewartet. Ich habe gerufen: ,Ich bin gleich bei euch'“, schildert Schnitger den Augenblick, in dem er sich und seine komplette Familie mit wenigen Mausklicks zu Mitgliedern des SV Werder Bremen gemacht hatte. „Ich wollte im Moment des Abstiegs ein Zeichen setzen: Jetzt erst recht!“, betont der gebürtige Bremer, der seinem Herzensverein künftig noch ganz anders helfen möchte: Als Mitglied des Aufsichtsrats.

Während der Mitgliederversammlung am Sonntag wird Alexander Schnitger einer von sieben Kandidaten sein, von denen die Vereinsangehörigen vier in den Aufsichtsrat wählen werden. Der Unternehmer hat sich für ein mögliches Engagement im Kontrollgremium äußerst ehrgeizige Ziele gesetzt.

Werder Bremen-Aufsichtsrats-Kandidat Alexander Schnitger hat viele Kontakte in die Wirtschaft

„Meine Werder-Vision ist, dass der Verein zu seinem 125. Jubiläum wieder mit stolzer und breiter Brust in allen Bereichen auftreten kann“, sagt Schnitger, ehe er erklärt, was genau er damit meint: „Ich möchte, dass wir im Jahr des Jubiläums mit den weiblichen und den männlichen Profimannschaften im Handball, Schachsport, Tischtennis und natürlich Fußball erfolgreich in der 1. Bundesliga mitspielen.“ Zur Erinnerung: Aktuell ist Werder Bremen 122 Jahre alt. Heißt: Innerhalb von drei Jahren, bis 2024, will Schnitger als Mitglied des Aufsichtsrats dabei mithelfen, den Club zurück in alte Glanzzeiten zu führen.

„Mir ist bewusst, dass es ein ehrgeiziges Ziel ist und viel Arbeit nötig sein wird, um es zu erreichen“, sagt Alexander Schnitger, der seit 2018 Mitgesellschafter der Bremer Unternehmensgruppe Karl Geuther ist, deren Firmen mit insgesamt 220 Mitarbeitern im Bereich Handel und Logistik tätig sind. Sein Netzwerk innerhalb des Bremer Mittelstands würde Schnitger Werder gerne zur Verfügung stellen. „Ich habe viele Kontakte in der Wirtschaft, die zum Teil jetzt schon mit Werder in Verbindung stehen. Sie würden sich sicherlich meiner Vision anschließen, um sie mit auf den Weg zu bringen“, kündigt er an. Ob einer dieser Kontakte womöglich zum seit vielen Jahren vom Verein gesuchten strategischen Partner werden könnte? Schnitger vermag es nicht zu beantworten, sagt aber, dass er nicht nur auf einen Investor setzen möchte: „Ich glaube da an ein afrikanisches Sprichwort: Alleine ist man schneller, aber gemeinsam laufen wir weiter.“

Aufsichtsrats-Kandidat Alexander Schnitger: „Werder Bremen ist für mich so viel mehr als Fußball“

Klar ist: Für Schnitgers Werder-Vision braucht es Geld, denn einen ganz wesentlichen Anteil in den Plänen des Unternehmers nimmt auch das marode Nachwuchsleistungszentrum ein. Bis 2024 soll der Neubau abgeschlossen sein. Werder Bremen hatte das Projekt zuletzt wegen der großen finanziellen Probleme, verursacht durch die Corona-Pandemie, zurückstellen müssen. „Im Jahr des 125. Jubiläums soll das neue Nachwuchsleistungszentrum stehen“, sagt Schnitger und ist sich sicher, hierfür das Interesse „starker Partner aus der Region“ wecken zu können. Aber nur durch externes Geld sei es nicht getan, Schnitger setzt zusätzlich auf einen Werder-Leitspruch: „Miteinander im Sport vorn, aus eigener Kraft zum Erfolg!“

Wie sehr für die Umsetzung seiner Pläne und Ideen eine personelle Veränderung in der Geschäftsführung, bestehend aus Hubertus Hess-Grunewald, Klaus Filbry und Frank Baumann, nötig sein könnte, kann Schnitger jetzt noch nicht sagen: „Ich brauche erst einen genauen Einblick, bevor ich urteilen kann.“ In anderen Punkten legt er sich aber fest: Werders Breitensport, soziales Engagement und ehrenamtliche Aktivitäten möchte Alexander Schnitger unbedingt unterstützten und weiter ausbauen. „Ohne diese Bereiche geht es nicht“, sagt der Vater von drei Kindern – und hält fest: „Werder ist für mich so viel mehr als Fußball.“ (dco) Auch interessant: Sechs Ex-Werder-Bremen-Profis unter den 15 wertvollsten deutschen vereinslosen Spielern!

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