Bei den Ex-Bossen des SV Werder Bremen gehen die Meinungen über die neuen Aufsichtsrats-Kandidaten auseinander: Klaus-Dieter Fischer (v.l.), Willi Lemke, Manfred Müller, Jürgen L. Born.
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Bei den Ex-Bossen des SV Werder Bremen gehen die Meinungen über die neuen Aufsichtsrats-Kandidaten auseinander: Klaus-Dieter Fischer (v.l.), Willi Lemke, Manfred Müller, Jürgen L. Born.

Bekanntgabe der Wahlliste

So unterschiedlich bewerten die Ex-Bosse die Kandidaten für den Aufsichtsrat des SV Werder Bremen

Bremen – Seit Montagnachmittag wird rund um den SV Werder Bremen diskutiert: Sind die sieben für die Wahl zum Aufsichtsrat ausgesuchten Kandidaten die richtigen?

Oliver R. Harms, Henning Lühr, Harm Ohlmeyer, Alexander Schnitger, Oliver Spalthoff, Dr. Florian Weiß und Dirk Wintermann stellen sich am 5. September dem Votum der Mitgliederversammlung, vier von ihnen ziehen dann in den neuen Aufsichtsrat des SV Werder Bremen ein. Die DeichStube hat bei den ehemaligen Werder-Führungskräften Jürgen L. Born, Klaus-Dieter Fischer, Willi Lemke und Manfred Müller nachgefragt, was sie von der Kandidatenliste des Wahlausschusses halten, und dabei sehr unterschiedliche Antworten erhalten:

Jürgen L. Born: „Das war eine undankbare Aufgabe für den Wahlausschuss. Ich finde es positiv, dass der Kreis von 20 auf sieben Kandidaten begrenzt wurde und dass es erstmals eine echte Auswahl für die Mitglieder gibt. Man setzt vor allem auf Wirtschaftsexperten mit Unternehmer-Power, was in diesen schwierigen Zeiten sicher richtig ist. Denn es geht um das Überleben des Vereins. Harm Ohlmeyer ist ein Kandidat, der in die Rolle eines Werner Brinker schlüpfen könnte, der jahrelang extrem wichtig in diesem Gremium war. Florian Weiß könnte Werder mit seiner digitalen Kompetenz helfen – genauso wie Alexander Schnitger als Vertreter der Bremer Kaufmannschaft. Und Henning Lühr schätze ich auch sehr. Empfehlenswert wäre allerdings auch ein echter Fußball-Experte auf der Liste gewesen.“

Werder Bremen: Kandidaten-Liste für den Aufsichtsrat macht Klaus-Dieter Fischer „ratlos“

Klaus-Dieter Fischer: „Die Kandidatenliste macht sicher nicht nur mich ratlos, sie erzeugt auch keinerlei Aufbruchstimmung. Alle vorgeschlagenen Kandidaten besitzen zwar unstrittig eine hohe ökonomische Kompetenz, aber niemand Sachverstand beim Bundesliga-Fußball. Wenn der Wahlausschuss mit Benno Möhlmann nicht zufrieden war, hätte er selbst einen Experten gewinnen müssen – zum Beispiel Thomas Schaaf oder Dieter Eilts oder vielleicht auch Didi Hamann. Die Kandidatur von adidas-Manager Harm Ohlmeyer finde ich gut. Aber was sagt unser Ausrüster Umbro dazu und wie eng ist die Verbindung zu seinem Ex-Kollegen Klaus Filbry, den er künftig kontrollieren soll? Henning Lühr mit seinem Netzwerk und Florian Weiß mit seiner grün-weißen Empathie und seiner Kreativität kann ich mir gut als Aufsichtsräte vorstellen. Mir fehlt allerdings eine Frau auf der Liste. Für die Zukunft wünsche ich mir einen größeren Aufsichtsrat, um mehr Möglichkeiten zu haben, und das Einschalten eines Headhunters, der den Wahlausschuss unterstützt.“

Werder Bremen: Willi Lemke enttäuscht von Kandidaten-Liste für den Aufsichtsrats, Manfred Müller sieht „interessante Mischung“

Willi Lemke: „Ich bin enttäuscht von der Liste, die ist kein Ruhmesblatt. Es wird weder der Medien-Bereich durch einen Experten wie Jörg Wontorra abgedeckt noch das Thema Fans mit einer Maria Yaiza Stüven Sanchez. Beide waren dem Wahlausschuss wohl zu kritisch. Und dass es ein verdienter Werder-Kapitän wie Benno Möhlmann nicht auf die Liste geschafft hat, ist für mich noch unverständlicher. Jetzt haben wir überhaupt keine Fußball-Expertise mehr in diesem Gremium. Das gab es noch nie! Eine Frau hätte dem Gremium auch gutgetan. Dass eine Frau nun auf der Ersatzliste steht, ist da ein schlechter Scherz. Bei Werder bleibt es bei einem Weiter-So.“

Manfred Müller: „Das ist eine sehr interessante Mischung, es hat sich wirklich etwas bewegt. Ich kenne nicht alle Kandidaten, aber ich finde es grundsätzlich gut, wenn ein Vorstand eines Dax-Unternehmens wie Harm Ohlmeyer von adidas sich für Werder engagieren will. Im Wesentlichen sind es ja Unternehmer, darunter auch jüngere, das passt schon. Das gilt auch für Dirk Wintermann, der den größten Fan-Club von Werder hinter sich weiß. Das ist mal was Neues, gleichzeitig weiß er als Unternehmer auch, wie man mit Zahlen umgeht. Ein Experte in Sachen Bundesliga-Fußball hätte ich mir noch gewünscht. Denn dieses Geschäft funktioniert anders als ein normales Unternehmen.“ (kni) Update (3. September 2021): Werder Bremen reagiert auf Vorwürfe - Ulrike Hiller ersetzt Oliver R. Harms

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