Bei der Mitgliederversammlung des Werder Bremen im Wohninvest Weserstadion wird am 5. September ein neuer Aufsichtsrat gewählt. Die Kandidaten-Liste ist aber wenig ausgewogen besetzt.
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Bei der Mitgliederversammlung des Werder Bremen im Wohninvest Weserstadion wird am 5. September ein neuer Aufsichtsrat gewählt. Die Kandidaten-Liste ist aber wenig ausgewogen besetzt.

Die Wahlliste ist da

Ausgewogenheit geht anders - ein Kommentar zu den Kandidaten für den Werder-Aufsichtsrat

Ein Kommentar von Carsten Sander. Der Wahlausschuss hat das Ergebnis seiner Arbeit vorgelegt und sieben Kandidaten präsentiert, die sich der Wahl zum neuen Aufsichtsrat des SV Werder Bremen stellen dürfen. Dabei hat das Gremium großen Wert auf wirtschaftliche Fachkenntnis bei den Bewerbern gelegt.

Das geschah bewusst und ist angesichts der finanziellen Herausforderungen, die Werder Bremen zu bewältigen hat, auch verständlich und nachvollziehbar, geht jedoch zu Lasten der Ausgewogenheit. Sehr sogar. Ein Bewerber mit der Kernkompetenz „Fußball“ fehlt auf der Wahlliste, und das ist ein Versäumnis. Denn keinesfalls sind die sportlichen Herausforderungen kleiner als die wirtschaftlichen, eine Beratung und Kontrolle der Geschäftsführung auch in diesem Bereich würde Werder guttun. Dass dem Wahlausschuss Benno Möhlmann als nicht geeignet erschien, ist die eine Sache, dass dann aber kein anderer Fußball-Fachmann für die Aufgabe gefunden werden konnte, ist ein gravierender Makel.

Auch eine Frau für das Gremium vorzuschlagen, hätte dem SV Werder Bremen gut zu Gesicht gestanden. Ulrike Hiller auf die Vorschlagsliste der Ersatzkandidaten zu setzen, wirkt wie eine Alibi-Nominierung. Ihre Chancen, in den kommenden vier Jahren in den Aufsichtsrat aufzurücken, sind von vornherein nur minimal.

Werder Bremen-Aufsichtsrats-Wahl: Kandidaten stark vom Wahlausschuss vorsortiert

Maria Yaiza Stüven Sanchez hatte als erste Frau überhaupt ihre Bewerbung für den Aufsichtsrat eingereicht. Doch im Duett mit Jörg Wontorra war sie ausgesprochen offensiv in den Wahlkampf gestartet. Die von ihr mit unterzeichnete frontale Kritik an der sportlichen Führung – und mag sie noch so berechtigt gewesen sein – bewegte sich nahe am Rand zum Populismus. Die Gefahr gar nicht erst zuzulassen, dass dieser Einzug hält in die oberste Schaltstelle des SV Werder Bremen, wird ein Grund gewesen sein, weshalb der Wahlausschuss beiden Bewerbern die Tür nicht geöffnet hat.

Das wirkt undemokratisch, denn eigentlich sollte den Mitgliedern des SV Werder Bremen offen gelassen werden, ob sie Protest wählen wollen oder nicht. Aber immerhin: Wenigstens gibt es überhaupt Wahlmöglichkeiten. Das war in früheren Jahren anders, da wurden den Mitgliedern genau so viele handverlesene Kandidaten präsentiert, wie es Plätze im Aufsichtsrat zu besetzen gab. Nun heißt es: Vier gewinnen - bei sieben Bewerbern. Top-Anwärter ist sicherlich adidas-Manager Harm Ohlmeyer – wobei: Dass er den Vorsitzenden der Werder-Geschäftsführung, Klaus Filbry, aus gemeinsamen adidas-Zeiten gut kennt, hat ein Geschmäckle.

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