Henning Lühr will sich in den Aufsichtsrat des SV Werder Bremen wählen lassen.
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Henning Lühr will sich in den Aufsichtsrat des SV Werder Bremen wählen lassen.

Kampf um den Aufsichtsrat beim SV Werder

Henning Lühr kandidiert für den Werder-Aufsichtsrat und ist „bereit zu kämpfen“

Bremen – Der Name ist raus, das lässt sich nun nicht mehr ändern. Henning Lühr hat es nicht gebraucht, dass sein Interesse an einem Sitz im künftigen Aufsichtsrat des SV Werder Bremen schon jetzt, vier Monate vor der in den April verschobenen Mitgliederversammlung, publik geworden ist. Aber er wurde gefragt, und er hat wahrheitsgemäß geantwortet: Ja, er will.

Er will Werder Bremen als Aufsichtsrat helfen, wenn Werder Bremen seine Hilfe wünscht. Die Kandidatur des pensionierten Staatsrates im Bremer Finanzressort ist öffentlich, und die DeichStube hat bei Henning Lühr nachgefragt, welche Motivation hinter seiner Bewerbung steckt.

In Ihrer Funktion als Staatsrat haben Sie bereits 18 Jahre lang im Aufsichtsrat der Bremer Weserstadion Gmbh (BWS) mitgewirkt. Nun ist der Aufsichtsrat der Werder Bremen GmbH & Co. KGaA das Ziel – wieso?

Ich habe schon im vergangenen Jahr gesagt, dass ich, wenn ich aus dem Aufsichtsrat der BWS ausscheide, gerne bereit bin, eine Funktion bei Werder Bremen zu übernehmen. Ich suche keinen Job, um mich nach außen präsentieren zu können. Meine „Eitelkeiten“ konnte ich schon als Staatsrat alle abarbeiten. Ich würde gerne einen Beitrag für Werder leisten, für den Club, in dem ich seit 40 Jahren Mitglied bin.

Werder Bremen: Neben Henning Lühr will auch Jörg Wontorra in den Aufsichtsrat

Zuletzt hat Jörg Wontorra über die Unzufriedenheit vieler Mitglieder mit der Arbeit der aktuellen Vereinsführung berichtet und erklärt, dass sich Gruppen zusammengefunden haben, die Veränderungen anstreben – er selbst will ebenfalls für den Aufsichtsrat kandidieren. Flankiert offenbar von Willi Lemke. Wie ist es bei Ihnen?

Ich gehöre nicht zu der Gruppe, die sich um Jörg Wontorra gebildet hat. Bei mir ist es keine Kandidatur aus Unzufriedenheit, sondern aus Verbundenheit. Mich haben viele Mitglieder angesprochen, deshalb kandidiere ich! Ein Aufsichtsrat ist ein Entscheidungs- und Kontrollgremium. Ich würde deshalb auch von außen keine Kommentare und Bewertungen abgeben. Dafür muss man genau wissen, was intern los ist, wo die Probleme sind, wo es hakt. Mich von außen an einer Personaldiskussion bei Werder Bremen zu beteiligen, ist im Übrigen auch nicht mein Stil. Denn: Entscheidend ist auf dem Platz! Im Aufsichtsrat kann ich mich gezielt einbringen und meinen Beitrag mit meinem Finanz- und Wirtschaftsverstand und meinem guten Netzwerk leisten. Und: Ich bin ein zäher und harter Verhandler und habe keine Angst vor harten Entscheidungen.

Wie ehrgeizig sind Sie, es tatsächlich in den Aufsichtsrat zu schaffen?

Ich bin als Fußballer immer Kämpfer gewesen, als Kandidat – und bei einer Wahl als Mitglied – spiele ich natürlich auch mit vollem Einsatz. Ich bin bereit, um den Platz zu kämpfen.

Was bringen Sie mit, was der aktuelle Aufsichtsrat noch nicht hat?

Ich habe gute Kenntnisse und Erfahrungen unter anderem in der Steuerung von knappen Finanzen, im Controlling und in der Gestaltung der Zusammenarbeit mit der Stadt. Ich stehe für eine klare fachliche Orientierung, von der ich meine, dass sie in den Werder-Aufsichtsrat gehört. Wenn ich meine Nominierung aus der Sicht eines Kaderplaners betrachte, würde ich mich platzieren. So selbstbewusst bin ich! (csa)

Zur letzten Meldung vom 10. Dezember 2020:

Ex-Staatsrat Henning Lühr will beim SV Werder in den Aufsichtsrat

Bremen – So richtig beginnen wird der Kampf um die Plätze im neuen Aufsichtsrat des SV Werder Bremen erst im neuen Jahr. Doch es zeichnet sich bereits immer mehr ab, wer sich an diesem Kampf beteiligen wird.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, will Henning Lühr, pensionierter Staatsrat im Bremer Finanzressort, für einen der vier per Mitgliederwahl zu vergebenden Plätze im Aufsichtsrat des SV Werder Bremen kandidieren. „Ich habe mich beworben, werfe meinen Hut in den Ring“, wird Lühr zitiert. Damit ist er neben den vier Amtsinhabern Marco Bode, Kurt Zech, Thomas Krohne Andreas Hoetzel sowie Herausforderer Jörg Wontorra der nächste Kandidat, der sein Interesse eindeutig bestätigt. Die Wahl des neuen Aufsichtsrates wird im Zuge der wegen der Corona-Pandemie ins Frühjahr verschobenen Mitgliederversammlung erfolgen. Einen genauen Termin gibt es noch nicht, vermutlich wird er aber im April liegen.

Werder Bremen-Machtkampf: Henning Lühr ist kein Mitstreiter von Jörg Wontorra

Was dann für eine Wahl von Henning Lühr spricht? Der 70-Jährige gilt als Finanz- und Wirtschaftsfachmann, als innovativ, kreativ-denkend und harter Verhandler. 50 Jahre arbeitete er im Öffentlichen Dienst, saß in seiner Funktion als Staatsrat auch im Aufsichtsrat der Bremer Weserstadion GmbH (BWS). Sein Verhältnis zur Geschäftsführung des SV Werder Bremen gilt als gut. Zudem ist er seit 40 Jahren Mitglied im Verein. Wie er den Aufsichtsrat bereichern könnte, formuliert er gegenüber der „Bild“ so: „Ich würde mein Netzwerk und wirtschaftliches Know-how einbringen.“ Aufgrund seiner Position, die er bis zum Eintritt in den Ruhestand Ende Juli inne hatte, dürfte Lühr – im Nebenjob Kochbuch-Autor – so ziemlich jeden Bremer Unternehmer sowie jeden Entscheidungsträger in der Bremer Politik und Verwaltung kennen.

Henning Lühr ist laut „Bild“ allerdings kein Mitstreiter von Jörg Wontorra. Der TV-Journalist steht an der Spitze mehrerer Gruppen, die sich Veränderungen in der Werder-Führung wünschen. Eine weitere Bewerberin aus diesen Gruppen soll laut „Bild“ Maria Yaiza Stüven Sanchez, eine Vertreterin aus der Fan-Szene, sein. (csa)

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