Maria Yaiza Stüven Sanchez will als Fan-Vertreterin in den Aufsichtsrat des SV Werder Bremen.
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Maria Yaiza Stüven Sanchez will als Fan-Vertreterin in den Aufsichtsrat des SV Werder Bremen.

Werder-Fan will in Aufsichtsrat

Maria Yaiza Stüven Sanchez erklärt, wie sie dem SV Werder Bremen helfen will

Bremen – Wenn der SV Werder Bremen am Samstag um den Klassenerhalt kämpft, dann wird auch Maria Yaiza Stüven Sanchez gehörig mitzittern. „Ich darf gar nicht an das Spiel denken“, sagt die 30-Jährige im Gespräch mit der DeichStube. Seit 20 Jahren ist sie Werder-Fan, steht in der Ostkurve oder auswärts im Gäste-Block. Bald möchte Stüven Sanchez einen weiteren, einen neuen Platz einnehmen: Sie will in den Werder-Aufsichtsrat.

Mit diesem Vorhaben und vor allem mit einer gemeinsamen Erklärung mit TV-Moderator Jörg Wontorra, die eine heftige Attacke gegen die aktuelle Club-Führung darstellte, hat Stüven Sanchez vor drei Wochen für viel Aufregung gesorgt. Zunächst wollte sie sich nicht weiter dazu äußern, auch nichts über ihre Person und die Initiative „Kein weiter so“ preisgeben. Das hat sich nun geändert.

„Ich habe lange darüber nachgedacht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es keinen guten oder richtigen Zeitpunkt gibt, es aber schlichtweg notwendig ist, den Mut dazu aufzubringen, sachliche Kritik zu äußern“, sagt Maria Yaiza Stüven Sanchez. Ihre Sorge ist groß, dass der SV Werder Bremen einen ähnlichen Absturz wie der 1. FC Kaiserslautern erleben könnte. Der Traditionsclub aus der Pfalz hält sich gerade noch so in der Dritten Liga. „Bequemlichkeit und das Ausruhen auf Traditionen und alten Sympathiewerten sind nicht die adäquaten Mittel in der Situation, in der Werder aktuell festgefahren ist“, betont die gebürtige Bremerin mit spanischen und deutschen Wurzeln.

Werder Bremen: Maria Yaiza Stüven Sanchez wünscht sich Fan-Stimme im Aufsichtsrat

Sie hat eine kaufmännische Ausbildung bei der Handelskammer Bremen gemacht und arbeitet „bei einem führenden, unabhängigen Anbieter für die Instandhaltung von Windenergieanlagen mit Hauptsitz in Bremen“, berichtet Stüven Sanchez und beschreibt, worum es ihr bei Werder Bremen vor allem geht: „Als Fan-Vertreterin werde ich die Vereinspolitik nicht komplett verändern. Mit meiner Stimme würde der Aufsichtsrat aber zumindest die Sichtweisen der Fans unmittelbar mit bedenken müssen.“

Das sei in der heutigen Zeit unerlässlich und bei einigen Clubs sogar üblich. Als Vorbild dienen ihr auch große Unternehmen, in denen Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat vertreten sind. Vereinsmitglieder hätten wie auch Arbeitnehmer eine enge Verbundenheit zu ihrem Verein und das Interesse, dass der Verein langfristig erfolgreich ist. Im Aufsichtsrat würde es ja nicht um das operative Geschäft, sondern um die Einsetzung und Kontrolle der Geschäftsführung gehen.

Werder Bremen: Maria Yaiza Stüven Sanchez beschreibt sich als „jung, kompetent und engagiert“

„Nicht jedes Mitglied muss daher dieselben fachspezifischen Kenntnisse mitbringen. Die Mannschaft auf dem Platz spielt schließlich auch mit elf unterschiedlichen Spielertypen auf verschiedenen Positionen – der Erfolg wird jedoch erst dann sichtbar, wenn die Einzelkompetenzen der Spieler zu einer Teamleistung zusammengeführt werden“, findet Maria Yaiza Stüven Sanchez und kommt der Bitte nach, sich selbst zu beschreiben: „Ich bin jung, kompetent und engagiert. Mein Blickwinkel ist sicherlich ein anderer als der des bisherigen Aufsichtsrates. Ich stelle Fragen, wenn ich etwas nicht verstehe, und hinterfrage Gepflogenheiten. Was früher richtig war, ist heute gegebenenfalls nicht mehr zeitgemäß. Man charakterisiert mich als ruhig, überlegt und zielorientiert. Ich verfolge keine persönlichen oder wirtschaftlichen Interessen.“

Stüven Sanchez ist bei ihrem Ansinnen nicht allein, sie gehört zur Initiative „Kein weiter so“, „die „einen Querschnitt an Werderanerinnen und Werderanern mit unterschiedlichen Hintergründen repräsentiert“. Um wie viele Personen es sich genau handelt, sagt sie nicht. Nach einer mehrstündigen Anhörung durch den Wahlausschuss hofft die 30-Jährige nun, zur Wahl, deren Termin noch immer nicht feststeht, zugelassen zu werden – vor allem aus einem Grund: „Werder ist für mich eine Herzensangelegenheit und meine Heimat.“ (kni) Schon gelesen? Auch Oliver Krieg möchte in den Werder-Aufsichtsrat. Auch interessant: Erst der Klassenerhalt, dann Ole Werner: Werder Bremen buhlt um Holstein Kiels Trainer!

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