Besprechung auf dem Trainingsplatz des SV Werder Bremen: Cheftrainer Ole Werner und sein Trainerteam haben auf dem Weg zum Aufstieg noch viel Arbeit vor sich.
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Besprechung auf dem Trainingsplatz des SV Werder Bremen: Cheftrainer Ole Werner (2.v.l.) und sein Trainerteam haben auf dem Weg zum Aufstieg noch viel Arbeit vor sich.

Sieben Spiele bis zur Entscheidung

Werder Bremen und die heiße Phase der Saison: Fünf Fragen, fünf Antworten

Bremen – Nur noch sieben Spiele, dann ist alles vorbei, und spätestens dann möchte Werder Bremen als Aufsteiger in die Bundesliga feststehen. Für die Mannschaft von Cheftrainer Ole Werner beginnt nach der letzten Länderspielpause der Saison die heiße Phase mit einem Heimspiel gegen den SV Sandhausen (Sonntag, 3. April, 13.30 Uhr).

Wie bereitet sich Werder Bremen auf die letzten Duelle vor? Was macht die Konkurrenz? Und welche Rolle spielt dabei das Restprogramm? Die DeichStube gibt Antworten auf diese und weitere Fragen vor dem großen Endspurt.

Wie gut ist Werder Bremens Konkurrenz in Form?

Werden ausschließlich die vergangenen fünf Partien betrachtet, dann ist der 1. FC Nürnberg mit 13 Zählern die Mannschaft der Stunde. Der Tabellenfünfte hatte vier Mal in Folge gewonnen, ehe es zuletzt ein 1:1 gegen Dresden gab. Werder Bremen (Platz zwei) holte in diesem Zeitraum – ebenso wie Schalke 04 (4.) und der FC St. Pauli (1.) – zehn Punkte. Bei den „Königsblauen“ zeigt sich ein klarer tabellarischer Aufwärtstrend, seitdem Mike Büskens vor gut zwei Wochen das Traineramt übernommen hat. Der SV Darmstadt 98 (3.) verbuchte zuletzt acht Zähler aus fünf Partien. Weniger gut sieht es für den Hamburger SV (6.) aus. Coronabedingt wurde das Duell gegen Aue verschoben, darüber hinaus reichte es nur zu zwei Remis und zwei Pleiten – auch weil Werder im Nordderby triumphierte. Heidenheim (7.) bringt es derweil auf fünf Punkte aus den jüngsten fünf Spielen.

Wie sieht das Restprogramm von Werder Bremen und Co. aus?

Auf Spitzenreiter St. Pauli wartet noch reichlich Arbeit. Vier direkte Konkurrenten (Werder Bremen, Darmstadt, Nürnberg, Schalke) müssen in den nächsten Wochen aus dem Weg geräumt werden, obendrein geht es zuvor gegen die formstarke Mannschaft des FC Hansa Rostock. Zudem versperren Sandhausen und Düsseldorf den Weg Richtung erste Liga.

Werder Bremen stehen zwischen Spieltag 29 und 31 drei Topspiele bevor (St. Pauli, Nürnberg, Schalke), darüber hinaus soll gegen Sandhausen, Kiel, Aue und Regensburg gepunktet werden. Darmstadt bekommt es nach der Begegnung mit Kiel direkt hintereinander mit Nürnberg, Schalke und St. Pauli zu tun, ehe Partien gegen Aue, Düsseldorf und Paderborn folgen. Schalke 04 trifft zunächst auf Dresden und Heidenheim, danach hagelt es Topspiele gegen Darmstadt und Werder sowie St. Pauli und Nürnberg. Zwischendurch geht es nach Sandhausen.

Auch Nürnberg hat mit Heidenheim, Darmstadt, Werder Bremen, St. Pauli und Schalke noch ganz große Herausforderungen zu meistern, weitere Gegner sind Sandhausen und Kiel. Das theoretisch einfachste Restprogramm hat der HSV. Kein Kontrahent, gegen den die Hamburger noch spielen, ist aktuell besser als Rang acht platziert. Doch auch Aue, Paderborn, Kiel, Karlsruhe, Regensburg, Ingolstadt, Hannover und Rostock bieten Gelegenheit zum Stolpern. Bleibt noch Außenseiter Heidenheim, der die Hürden Nürnberg, Schalke, Aue, Kiel, Düsseldorf, Regensburg und Karlsruhe nehmen muss.

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Wie bereitet sich Werder Bremen auf den Endspurt vor?

Zunächst einmal weiterhin mit maximaler rhetorischer Zurückhaltung, denn Kampfansagen oder auch nur die klare Formulierung des Ziels Aufstieg gibt es am Osterdeich von den Verantwortlichen auch sieben Spieltage vor dem Saisonende nicht. Cheftrainer Ole Werner legt den Fokus lieber auf den kommenden Gegner Sandhausen, den er für sehr gefährlich hält. „Das wird eine sehr schwierige Aufgabe für uns“, sagt der 33-Jährige und verweist darauf, dass Sandhausen mit 16 Punkten aus zehn Spielen aktuell Platz vier in der Rückrundentabelle einnimmt. Bereits beim 2:2 im Hinspiel hatten die Bremer zudem gesehen, dass man gegen diesen Gegner straucheln kann.

„Es wird wichtig für uns sein, dass wir nach der Länderspielpause direkt wieder einen guten Start hinlegen“, betont Werner. Weil etliche Profis in dieser Woche bei ihren Nationalteams weilen, kann der Coach des SV Werder Bremen daran aber nur bedingt arbeiten. „Es wird vor allem um den athletischen Bereich gehen. Die taktische Vorbereitung auf das nächste Spiel beginnt dann in der kommenden Woche, wenn alle zurück sind.“

Wie wahrscheinlich ist Werder Bremens Aufstieg?

Klar, exakt vorhersagen lässt sich die Abschlusstabelle natürlich nicht, schließlich spielen auch sogenannte „weiche Faktoren“ wie Glück oder Mentalität eine nicht unwesentliche Rolle. Auch die Auswirkung möglicher Verletzungen oder Corona-Ausfälle auf die Teams ist nur schwer prognostizierbar. Und doch gibt es Anhaltspunkte. Zumindest dann, wenn man der US-amerikanischen Nachrichtenseite „fivethirtyeight.com“ glauben schenkt. Dort hat man sich auf Statistiken sowie Datenjournalismus spezialisiert und ist für die eigene Arbeit mehrfach ausgezeichnet worden.

Anhand einer Simulation kommen die Experten zu dem Ergebnis, dass Werder Bremen mit 64 Punkten an der Spitze der 2. Bundesliga stehen wird und somit direkt aufsteigt. Dahinter folgen der FC St. Pauli (61) sowie die punktgleichen Schalke 04 und SV Darmstadt (beide 59). Für die Gelsenkirchener wurde jedoch das bessere Torverhältnis errechnet, sodass sie in der Relegation gegen – auch das wurde ermittelt – Hertha BSC spielen werden. Fraglos ist das alles eine große Spielerei, aber immerhin eine, die für Bremer Ohren nicht den schlechtesten Klang hat.

Wann kehren bei Werder Bremen die drei Langzeitverletzten zurück?

Es ist eine Frage, die Ole Werner aktuell nicht präzise beantworten kann, was nicht wie ein gutes Zeichen wirkt. Klar ist: Sowohl Ömer Toprak (Wadenverletzung), Marco Friedl (Bauchmuskelverletzung) als auch Mitchell Weiser (Muskelbündelriss) werden zunächst allesamt das Sandhausen-Spiel des SV Werder Bremen verpassen. Ob sie in der laufenden Saison überhaupt noch einmal zum Einsatz kommen können? Ungewiss. „Die Hoffnung haben wir schon“, sagt Werner – und zumindest bei Weiser scheint sie begründet zu sein. So berichtet die „Bild“-Zeitung, dass sich der Außenbahnspieler womöglich nur einen Muskelfaser- und keinen Muskelbündelriss zugezogen haben könnte, was die Ausfallzeit reduzieren würde. (mbü/dco)

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