Willi Lemke (links), früherer Manager des SV Werder Bremen, und Dirk Wintermann, jetziges Aufsichtsratsmitglied der Grün-Weißen, bewerten die Besetzung des DFB-Experten-Gremiums unterschiedlich.
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Willi Lemke (links), früherer Manager des SV Werder Bremen, und Dirk Wintermann, jetziges Aufsichtsratsmitglied der Grün-Weißen, bewerten die Besetzung des DFB-Experten-Gremiums unterschiedlich.

Werderaner über DFB-Experten-Gremium

Weitere Werder-Kritik an der DFB-Task-Force – Willi Lemke wünscht sich Arsene Wenger

Bremen – Die neue Task Force zur Auferstehung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sorgt für große Diskussionen, es gibt viel Kritik an der Zusammensetzung des Gremiums – auch aus Reihen des SV Werder Bremen. Der Leiter Profifußball Clemens Fritz hatte fehlenden „externen Input“ bemängelt. Dem Expertenrat gehören unter der Leitung von DFB-Präsident Bernd Neuendorf die Fußball-Schwergewichte Hans-Joachim Watzke, Karl-Heinz Rummenigge, Matthias Sammer, Rudi Völler, Oliver Kahn und Oliver Mintzlaff an. Die DeichStube hat sich umgehört, was andere Werderaner davon halten.

„Salopp gesagt: Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bild‘ ich einen Arbeitskreis . . .“, fällt Willi Lemke dazu als erstes ein. Dann bringt der ehemalige Manager und Aufsichtsratschef des SV Werder Bremen sein Unverständnis zum Ausdruck: „Die Verantwortung liegt eindeutig beim DFB. Deswegen hätte ich es als klüger empfunden, wenn der Präsident dieses Thema mit einem eigenen Team aus der Führungsriege angegangen wäre. An qualifiziertem Personal mangelt es beim DFB nicht. Dazu hätte man sich externen Rat einholen können. Jetzt vor allem auf alte, erfahrene Fußballer zu setzen, überzeugt mich nicht.“ Lediglich die Berufung des ehemaligen RB-Leipzig-Geschäftsführers und heutigen Red-Bull-Bosses Oliver Mintzlaff in die Task Force kann Lemke nachvollziehen: „Ihn finde ich mit seiner ganze Reputation sehr überzeugend. Er sorgt für einen anderen Blick. Dafür hätte ich mir auch Frauen in so einer Gruppe mit dem Präsidenten an der Spitze gewünscht.“

Werder Bremens Ex-Manager Willi Lemke über DFB-Task-Force: „Auf alte, erfahrene Fußballer zu setzen, überzeugt mich nicht“

Dirk Wintermann sieht das bei Oliver Mintzlaff ganz anders. „Die Berufung von Mintzlaff als RB-Konstrukt-Vertreter ist ein Affront und macht RB ab jetzt salonfähig. Augenscheinlich fehlt Neuendorf jegliches Gefühl zur Fanbasis“, moniert das Aufsichtsratsmitglied des SV Werder Bremen und betont: „Wenn die Intention der Task Force ist, die Zukunft des deutschen Fußballs zu gestalten, ist die Zusammensetzung eine Bankrotterklärung. Diversität, Transparenz, der Blick von Außen, Fan- und Amateursicht fehlen komplett.“ Der 55-Jähige hätte sich auch einen anderen Ablauf gewünscht: „Vor der Einführung einer solchen Task Force gehört eine Strukturdebatte mit dem Ziel, dann ein Anforderungsprofil der zukünftigen Stelle oder Stellen zu erstellen. Erst dann kann über die Besetzung der Stellen gesprochen werden und über Namen. Der DFB lässt sich zu Aktionismus treiben.“

Werder Bremens Dirk Wintermann: „Zusammensetzung der Task Force ist eine Bankrotterklärung“

Darüber ärgert sich auch Willi Lemke. Doch der 76-Jährige will nicht nur kritisieren, sondern bringt auch eine Lösung ins Spiel: „Natürlich drücke ich den Beteiligten trotzdem die Daumen, dass die Nationalmannschaft wieder ein echtes Team wird, das uns begeistert – möglichst schon bei der Heim-EM. Ich wüsste, wen ich dafür als Sportdirektor holen würde: Arsene Wenger.“ Die Trainer-Legende aus Frankreich arbeitet aktuell für die Fifa als Chef für die globale Fußballentwicklung. 1995 wollte ihn Lemke zum SV Werder Bremen locken, doch Wenger blieb erst in Japan und wechselte dann zum FC Arsenal, mit dem er in London Geschichte schrieb. Ob der DFB sich mit Wenger anfreunden kann, ist allerdings fraglich. Der 73-Jährige hatte bei der WM in Katar gegen den DFB wegen der Diskussion um die One-Love-Kapitänsbinde gestichelt. (kni)

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