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Wenn es vor dem 96-Tor gefährlich wurde, dann war der Niederländer oft beteiligt.

Werder-Sportchef erklärt Klaassens Rolle

Baumann: „Davy muss unser Spiel nicht ganz klar prägen“

Bremen - Wer so viel wie noch kein anderer Werder-Spieler zuvor gekostet hat, der steht bei seinem ersten Heimspiel natürlich besonders im Blickpunkt.

Aber so genau bei Davy Klaassen auch alle hinschauten, das Ergebnis könnte kaum unterschiedlicher sein. Die Bewertungen gehen nach dem 1:1 gegen Hannover ziemlich weit auseinander. Während die DeichStube dem Niederländer die Note 2,5 gab, verteilten „kicker“´und „Bild“ jeweils eine Vier. „Weserreport“ und „Mein Werder“ lagen mit einer Drei quasi dazwischen.

Aber was macht die Beurteilung so schwierig? Wahrscheinlich liegt es an der Erwartungshaltung. Klaassen gilt als torgefährlicher Achter, der auch ein Spiel lenken kann. So einer muss doch einfach auffallen! Aber ein Treffer war Klaassen nicht vergönnt gewesen, der 25-Jährige schoss sogar nur einmal aufs Tor. Immerhin bereitete er eine der besten Chancen vor, als er Ludwig Augustinsson im Strafraum geschickt bediente. Doch der Schwede zielte kurz nach der Pause am Tor vorbei.

So viel wie kein anderer Spieler

„Davy hat ein gutes Spiel gemacht, ohne herauszustechen“, urteilte Werder-Coach Florian Kohfeldt. Welche Note das bedeutet, blieb offen. Auch bei Frank Baumann. Der Sportchef bescheinigte dem Neuzugang vom FC Everton, der eine Ablöse von 13,5 Millionen Euro gekostet haben soll, ebenfalls ein „insgesamt gutes Spiel“ und dann zählte er auf: „Davy war viel unterwegs, hat viele Bälle gefordert. Er hat viel gearbeitet und viel Verantwortung übernommen.“ Die Statistik bestätigt die Einschätzung. Mit 12,77 Kilometern war Klaassen so viel unterwegs wie kein anderer Spieler auf dem Platz. Trotzdem fiel er längst nicht allen Beobachtern besonders auf.

Werder-Coach Florian Kohfeldt, Rekord-Verpflichtung Davy Klaassen, Sportchef Frank Baumann (v.l.n.r.)

„Unser Spiel ist nicht auf ein, zwei Personen zugeschnitten. Alle sind am Spiel beteiligt, alle wollen den Ball haben“, hielt Baumann dagegen und betonte: „Davy muss unser Spiel nicht ganz klar prägen.“ Damit schützt Baumann auch seinen Rekordtransfer. Er will den Druck nicht zu groß werden lassen, die Last der Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen. Wenngleich Klaassen seine besondere Stellung in der Öffentlichkeit offenbar nichts ausmacht. Er wirkt sehr selbstbewusst, aber auch sehr selbstkritisch. „Ich bin eigentlich nie zufrieden“, sagte Klaassen und versprach: „Ich kann auf jeden Fall noch besser spielen.“ Auch in der Notenskala ist schließlich noch Platz nach oben – und das übrigens bei allen Medien.

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