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Es darf nichts schiefgehen: Werder Bremen probt die genauen Abläufe vor dem Bundesliga-Spiel gegen Bayer Leverkusen.

Bundesliga-Neuestart gegen Bayer 04 Leverkusen

Vom Fiebermessen und Maskentragen: Wie sich Werder auf Geisterspiele und Hygienevorschriften einstellt

Bremen – Wertvolle Erkenntnisse hat dieser Montagabend gleich mehrere geliefert, das war schließlich auch das Ziel der ganzen Aktion. Und so wissen sie bei Werder Bremen nun beispielsweise, dass während des Heimspiels gegen Bayer 04 Leverkusen (Montag, 18. Mai, 20.30 Uhr) möglichst nur fitte Balljungen zum Einsatz kommen sollten.

Mit einer Art Generalprobe hatte Werder Bremen die ganz besonderen Abläufe und Regeln, die rund um das Spiel einzuhalten sind, im Weserstadion getestet, damit beim Bundesliga-Neustart in wenigen Tagen auch ja nichts schiefgeht. Denn zu beachten gibt es wahrlich genug.

Zum einen wird es das allererste Geisterspiel in der Bundesliga-Geschichte des Vereins. Und zum anderen gilt erstmals das strenge Hygienekonzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL), das den Spielbetrieb mitten in der Coronavirus-Pandemie überhaupt erst möglich macht. Beides, um das hier kurz aufzulösen, geht selbst an den Balljungen nicht spurlos vorbei. So dürfen nur vier von ihnen während des Spiels zum Einsatz kommen, und sie sollten geübte Treppensteiger sein. Schließlich sind keine Fans da, die den Ball nach Fehlschüssen von weit oben auf der Tribüne zurückwerfen können. Ungewohnt ja, aber letztlich trotzdem nur ein Randaspekt eines Fußballspiels, bei dem auf und neben dem Platz alles anders sein wird.

Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen: Bitte aufs Spucken und Rudelbilden verzichten

50 Seiten stark ist besagtes Hygienekonzept, das für alle Bundesligisten bis mindestens zum Saisonende die Verbindlichkeit eines Gesetzbuches hat. Geregelt wird darin haarklein nahezu alles rund um eine Partie. Das reicht vom Einlaufen der Mannschaften (getrennt voneinander) über das Fiebermessen bei akkreditierten Journalisten (bei erhöhter Temperatur gibt's keinen Zutritt) bis hin zur Aufforderung an die Profis, doch bitte aufs Spucken und Rudelbilden während des Spiels zu verzichten.

Ein ganz grundlegender Bestandteil des Konzeptes ist die Einteilung des Stadions in die drei Zonen Innenraum, Tribünenbereich und Außengelände, in denen sich jeweils nur eine bestimmte Anzahl an Personen gleichzeitig aufhalten darf. Insgesamt sind 322 Menschen (inklusive der Teams) für das Spiel zugelassen. Während Werders Generalprobe am vergangenen Montag ging es unter anderem um die Frage, wie sich der vorgeschriebene räumliche Mindestabstand zwischen den Sicherheitskräften, TV-Mitarbeitern und Technikern am besten gewährleisten lässt. Kurz: Will einer aus Zone 1 in Zone 2, muss ein anderer dafür raus. In der Theorie hat der Club das nun durchgespielt, mehr ging nicht. Schließlich werden die rund um das Spiel arbeitenden Menschen erst am 18. Mai ins Stadion kommen.

Werder Bremen: Florian Kohfeldt lässt im leeren Weserstadion trainieren

Werders Spieler hingegen waren zuletzt täglich da. Chefcoach Florian Kohfeldt lässt sie in der leeren Arena trainieren, damit sie sich an die Bedingungen gewöhnen, die auch während des Spiels gegen Leverkusen herrschen werden. „Das ist eine einzigartige Chance, denn im Fußball ist es normalerweise nie möglich, den Wettkampf eins zu eins zu simulieren, weil 40.000 Fans in der Regel nicht zu unserem Training kommen“, sagte er.

Dritte Corona-Testwelle: Familien der Werder-Profis geben erstmals Abstriche ab

Auch die Angehörigen des Profis des SV werden Bremen können sich auf das Coronavirus testen lassen. Im Bild Milot Rashica mit Ehefrau Belkiz Kera Rashica, Mutter Fazile und Vater Nexhmedin.
Auch die Angehörigen des Profis des SV werden Bremen können sich auf das Coronavirus testen lassen. Im Bild Milot Rashica mit Ehefrau Belkiz Kera Rashica, Mutter Fazile und Vater Nexhmedin. © Gumz
Stefanos Kapino mit Ehefrau Mirketa Vidali Kapino.
Stefanos Kapino mit Ehefrau Mirketa Vidali Kapino. © Gumz
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. © Gumz
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. © Gumz
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. © Gumz
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. © Gumz
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. © Gumz
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. © Gumz
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. © Gumz
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. © Gumz
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. © Gumz
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. © Gumz
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. © Gumz
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. © Gumz
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. © Gumz
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.
Werder Bremen simulierte am Montagnachmittag die Hygiene-Abläufe vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen. © Gumz

Am Spieltag wird die Bremer Mannschaft direkt aus ihrem Quarantäne-Lager im Parkhotel zum Stadion fahren. Sämtliche Insassen des Teambusses haben dabei Schutzmasken zu tragen, was für Ersatzspieler und Trainerstab auch während des Spiels gilt. 

Für Kohfeldt gibt es allerdings eine kleine Ausnahme: Bei Anweisungen, die er während des Spiels auf den Platz rufen will, darf er den Mundschutz kurz abnehmen, wenn er den Mindestabstand zu allen anderen Personen nicht unterschreitet, was machbar sein sollte. Erstens steht der 37-Jährige ohnehin meist weit von der Bank entfernt, und zweitens werden die Ersatzspieler gar nicht alle direkt hinter ihm sitzen. So wird Werder Bremen die unteren Sitzreihen der Südtribüne nutzen, um seine Reservisten und Betreuer mit einem Mindestabstand von 1,50 Metern platzieren zu können. Die entsprechenden Sitzschalen sind bereits markiert, beim Probelauf am Montagabend soll sich jeder zurechtgefunden haben.

Werder Bremen: Arnd Zeigler alleiniger Stadionsprecher bis Saisonende

Läuft das Spiel dann erstmal, hofft Werder Bremen natürlich auf Tore, von denen es im Weserstadion in dieser Saison erst magere acht zu bejubeln gab – gefeiert werden soll ein mögliches neuntes allerdings nicht. „Bei Torerzielung sind gemeinsames Jubeln, Abklatschen und Umarmung zu unterlassen“, schreibt die DFL vor. Zudem wurden die Vereine dazu angehalten, auf das Einspielen von Stadionatmosphäre über die Lautsprecher zu verzichten. Komplett ohne Resonanz würde ein möglicher Bremer Treffer aber nicht verhallen: Nebelhorn und anschließendes Torjingle („500 Miles“ von der Band The Proclaimers) würde Stadionsprecher Arnd Zeigler, dessen Kollege Christian Stoll in in deser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen wird, kurz anschmeißen. Ansonsten gilt auch für ihn, auf jegliches Brimborium zu verzichten – nüchtern die Aufstellungen verlesen und Torschützen durchsagen, das war's aber auch schon. Schließlich möchte die DFL auf keinen Fall, dass an irgendeinem Bundesliga-Standort der Eindruck einer Spaßveranstaltung entsteht.

Im Hygienekonzept heißt es: „WICHTIG: Im Stadion wird der Blick der Öffentlichkeit auf den Profifußball, die Teams und Akteure in der aktuellen Situation nochmals größer sein als bisher. Wir bitten dringend um vorbildliches Verhalten bezüglich der Hygiene- und Isolierungsmaßnahmen außerhalb des Spielfeldes.“ (dco)

Zur letzten Meldung vom 11. Mai, 22.00 Uhr:

Der Hygiene-Testlauf: Werder Bremen simuliert Abläufe rund um das Leverkusen-Spiel

Bremen – Ein Geisterspiel im Weserstadion – das gab es in der 121-jährigen Vereinsgeschichte des SV Werder Bremen noch nie, und erst recht keines, bei dem strenge Hygienevorschriften gelten.

Wenn Bayer 04 Leverkusen am kommenden Montag also zum Bundesliga-Neustart am Osterdeich gastiert, betritt der SV Werder Bremen im eigenen Wohnzimmer Neuland. Am Montagabend hat der Verein deshalb vor Ort schon einmal für den Ernstfall geprobt.

Trainer Florian Kohfeldt ließ seine Mannschaft im Stadion trainieren und dort elf gegen elf spielen, um den Begebenheiten, die in knapp einer Woche rund um das Leverkusen-Spiel herrschen werden, möglichst nahe zu kommen. So schreibt das Hygienekonzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) unter anderem vor, dass das Stadion in drei Zonen (Innenraum, Tribüne und Außengelände) unterteilt werden muss, innerhalb derer sich nur eine bestimmte Anzahl an Personen aufhalten darf.

Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen: Spieler laufen nacheinander durch den Spielertunnel

Auch die Wege, die beispielsweise die Fotografen (zugelassen sind drei) und die Journalisten auf den Presseplätzen (zugelassen sind zehn) im Stadion zurücklegen müssen, sind streng vorgegeben. Und nicht zuletzt müssen sich natürlich auch die Spieler auf größere Veränderungen im Ablauf einstellen. So werden sie vor dem Anstoß etwa nacheinander durch den Spielertunnel einlaufen. (dco)

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