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War Eggesteins Tor zum 1:0 Weltklasse oder doch ein bisschen Zufall? Fakt ist: Der 22-Jährige sorgt momentan für mächtig Aufsehen in der Fußballwelt.

Das Super-Tor und die Folgen

Beginnt jetzt die große Jagd auf Maxi Eggestein?

Bremen – Der Hackentrick, die Drehung, das Tor – Maximilian Eggestein hat mit seinem Kabinettstückchen zur 1:0-Führung gegen Eintracht Frankfurt fraglos für ein Highlight des 19. Bundesliga-Spieltags gesorgt.

Und Highlights, das ist im Fußball so, gehen um die ganze Welt, erreichen hunderte Millionen Menschen sowie ganz sicher die Manager und Trainer aller finanziell potenten Clubs. Wenn also ein Spieler wie Maxi Eggestein, der ohnehin schon das Interesse vieler auf sich gezogen hat und um dessen Vertragsverlängerung Werder Bremen gerade kämpft, so ein Ding raushaut wie gegen die Eintracht, dann ist die Frage erlaubt: Ist das überhaupt gut für die Bremer? Oder fahren die Großen der Branche jetzt erst recht ihre Tentakel aus, um Eggestein aus Bremen wegzuholen?

Eggestein hat Anfragen und Angebote aus dem In- und Ausland

Natürlich hat Eggesteins Tor den offenen Vertragsverhandlungen nochmal einen Kick gegeben. Dem 22-Jährigen soll ohnehin gleich ein ganzer Haufen Anfragen und Angebote aus dem In- und Ausland vorliegen – auch aus der englischen Premier League. Und ganz sicher wird der eine oder andere Interessent nochmal bei der Eggestein-Fraktion nachfragen, wie es denn nun steht um eine vorzeitige Vertragsverlängerung des mit großem Talent und großer Perspektive ausgestatteten Mittelfeldspielers. 

Oder ob nicht doch ein Wechsel im kommenden Sommer und damit ein Jahr vor Ablauf des aktuell gültigen Kontraktes möglich ist. Die vermutliche Antwort, die alle bekommen werden, ist diese: In der noch bis Donnerstag gültigen Transferperiode passiert nichts mehr. Doch darüber hinaus ist noch nichts entschieden.

So haben es alle Beteiligten unlängst noch erklärt. Zwar gibt es Tendenzen, die Eggestein selbst erkennen lässt („Werder hat sicher keine schlechte Chancen“) und die Trainer Florian Kohfeldt gewissermaßen heraufbeschwört („Ich bin mir sicher, dass er bleibt, weil ich ihn gut kenne“), aber im Fußball ist nie etwas entschieden, bevor nicht ein Vertrag unterschrieben ist. 

Verlängert Eggestein zunächst nicht, müsste Werder überlegen, entweder im Sommer die letzte Chance auf eine große Ablöse zu ergreifen oder aber das Risiko einzugehen, das Juwel 2020 ablösefrei ziehen zu lassen. Die abschließenden Gespräche zwischen Club und Spieler sowie dessen Vertretern beginnen in Kürze. Bis zu einer Entscheidung „müssen wir uns aber noch ein bisschen gedulden“, so Eggestein.

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Zwar heißt es, dass der derzeit beste Bremer Torschütze (fünf Treffer) einen Wechsel ins Ausland zum jetzigen Zeitpunkt nicht anstrebt und auch sonst keine konkreten Abwanderungsgedanken hegt, doch was eine wirklich unmoralische Offerte oder eine sportlich wirklich einmalige Chance bei dem U21-Nationalspieler bewirken würde, kann niemand wissen. Nicht einmal er selbst.

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Maxi Eggestein: Sein Werder-Weg in Bildern

Maximilian Eggestein hat das geschafft, wovon viele nur träumen können: Er ist Profi-Fußballer geworden. Darauf hat der Defensivspieler lange hingearbeitet.
Maximilian Eggestein hat das geschafft, wovon viele nur träumen können: Er ist Profi-Fußballer geworden. Darauf hat der Defensivspieler lange hingearbeitet. © gumzmedia
Maximilian Eggestein
2011 wechselte Eggestein vom TSV Havelse zum SV Werder und stach hervor. So schoss er in der Saison 2012/13 14 Tore für die U17 des Bremer Leistungszentrums. © imago
Zur Spielzeit 2014/15 rückte er in Werders U23 in der Regionalliga Nord auf, wo er sich auf Anhieb als Stammspieler im offensiven Mittelfeld durchsetzen konnte. Im Januar 2015 durfte Eggestein dann erstmals mit ins Trainingslager nach Belek, um sich weiter anzubieten und an den Profibereich gewöhnen zu können.
Zur Spielzeit 2014/15 rückte er in Werders U23 in der Regionalliga Nord auf, wo er sich auf Anhieb als Stammspieler im offensiven Mittelfeld durchsetzen konnte. Im Januar 2015 durfte Eggestein dann erstmals mit ins Trainingslager nach Belek, um sich weiter anzubieten und an den Profibereich gewöhnen zu können. © imago
Im Alter von 17 Jahren und 356 Tagen wohlgemerkt. Das macht ihn hinter Thomas Schaaf (17 Jahre und 353 Tage) zum zweitjüngsten Bundesliga-Spieler der Vereinsgeschichte.
Im Alter von 17 Jahren und 356 Tagen feierte er sein Profi-Debüt. Das macht ihn hinter Thomas Schaaf (17 Jahre und 353 Tage) zum zweitjüngsten Bundesliga-Spieler der Vereinsgeschichte. © gumzmedia
Vollends etablieren konnte sich der Mittelfeldspieler vorerst nicht bei den Profis. Eggestein war zunächst weiter in der U23 gefragt, mit der er im Mai 2015 den Aufstieg in die 3. Liga schaffte.
Vollends etablieren konnte sich der Mittelfeldspieler vorerst nicht bei den Profis. Eggestein war zunächst weiter in der U23 gefragt, mit der er im Mai 2015 den Aufstieg in die 3. Liga schaffte. © imago
Sein Startelfdebüt feierte der gebürtige Hannoveraner über ein halbes Jahr später - im August 2015. Werder gastierte bei Hertha BSC. Das Spiel endete 1:1.
Sein Startelfdebüt feierte der gebürtige Hannoveraner über ein halbes Jahr später - im August 2015. Werder gastierte bei Hertha BSC. Das Spiel endete 1:1. © imago
Mittlerweile ist der Jungprofi gereift, spielt im defensiven Mittelfeld eine immer größer werdende Rolle beim SV Werder.
Mittlerweile ist der Jungprofi gereift, spielt im defensiven Mittelfeld eine immer größer werdende Rolle beim SV Werder. © gumzmedia
Beim 3:0-Sieg gegen Schalke 04 im April 2017 schoss Eggestein sein erstes Tor für die Profis vor der eigenen Fankurve. Davon hatte Eggestein immer geträumt, wie er verriet.
Beim 3:0-Sieg gegen Schalke 04 im April 2017 schoss Eggestein sein erstes Tor für die Profis vor der eigenen Fankurve. Davon hatte Eggestein immer geträumt, wie er verriet. © gumzmedia
Anfang Juli verlängerte der Mittelfeldspieler vorzeitig seinen Vertrag an der Weser.
Anfang Juli verlängerte der Mittelfeldspieler vorzeitig seinen Vertrag an der Weser. © gumzmedia
Maximilian Eggestein
Zu Beginn der Saison 2017/18 war er häufig in der Startelf zu finden und stand in fast allen Partien auf dem Platz.  © gumzmedia
Maximilian Eggestein
Im Herbst 2017 wurde er außerdem erstmals in die deutsche U21-Nationalmannschaft berufen und bestritt die EM-Qualifikation mit dem Team. © imago
Maximilian Eggestein konnte sich während der Saison 2017/18 zu einem unangefochtenen Stammspieler entwickeln.
Maximilian Eggestein konnte sich während der Saison 2017/18 zu einem unangefochtenen Stammspieler entwickeln. © gumzmedia
Am 26. Spieltag konnte er einen wichtigen Treffer gegen den 1. FC Köln erzielen.
Am 26. Spieltag konnte er einen wichtigen Treffer gegen den 1. FC Köln erzielen. © gumzmedia
Auch in der Saison 2018/19 ist Eggestein im zentralen Mittelfeld gesetzt.
Auch in der Saison 2018/19 ist Eggestein im zentralen Mittelfeld gesetzt. © gumzmedia
Im März 2019 wurde Maxi Eggestein dann zum ersten mal von Bundestrainer Joachim Löw für die A-Nationalmannschaft berufen - für einen Einsatz im Testspiel gegen Serbien und im EM-Quali-Spiel reichte es aber noch nicht.
Im März 2019 wurde Maxi Eggestein dann zum ersten mal von Bundestrainer Joachim Löw für die A-Nationalmannschaft berufen - für einen Einsatz im Testspiel gegen Serbien und im EM-Quali-Spiel reichte es aber noch nicht. © Sielski-Press
Maximilian Eggestein hat im April 2019 seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert. Die Bekanntgabe folgte zwei Tage nach der Vertragsverlängerung von Bruder Johannes.
Maximilian Eggestein hat im April 2019 seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert. Die Bekanntgabe folgte zwei Tage nach der Vertragsverlängerung von Bruder Johannes. © gumzmedia

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