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Linksfuß Marco Friedl ersetzte gegen Schalke 04 den angeschlagenen Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie und zeigte dabei eine gute Leistung.

Ständige Änderungen in der Viererkette

Durchblick im Durcheinander: Werder beherrscht die Wechselspiele

Gelsenkirchen/Bremen – Wieder einer verletzt! Eigentlich will Florian Kohfeldt in der Abwehr so wenig wie möglich das Personal wechseln. Schließlich ist Stabilität durch Kontinuität dort das höchste Gebot.

Doch seit geraumer Zeit reiht sich in der Viererkette Personalwechsel an Personalwechsel, es geht drunter und drüber – nicht die Leistung betreffend, an der gibt es bei sieben Gegentoren in den vergangenen acht Spielen nichts zu mäkeln. Aber Ausfälle wirbeln die Strukturen immer wieder durcheinander.

Jüngste Beispiele: Im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Schalke 04 musste Linksfuß Marco Friedl den angeschlagenen Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie ersetzen, während des Spiels verletzte sich dann Innenverteidiger Milos Veljkovic und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die Bundesliga-Partie bei Borussia Mönchengladbach am Sonntag (18.00 Uhr) verpassen. Doch wenn die vergangenen Wochen eines gezeigt haben, dann dass Werder mit solchen Problemen fertig wird. „Ich bin in der Hinsicht sehr entspannt, weil wir in Sebastian Langkamp am Sonntag trotzdem wieder einen gefühlten Stammspieler auf dem Platz haben werden“, sagt Coach Florian Kohfeldt.

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Veljkovic gewann zuletzt zweimal Duell mit Langkamp

Langkamp, Veljkovic, Friedl – diese drei Namen bestimmen das Wechselspiel in der Viererkette. Kohfeldt lobt jeden von ihnen, Kohfeldt vertraut jedem von ihnen. Und alle zahlen mit Leistung zurück. So eng sind die Rennen, dass der Trainer zuletzt zweimal nur wenige Stunden vor dem Anpfiff die Entscheidung über Startelf oder Bank fällte. Zweimal gewann im Duell Veljkovic contra Langkamp der serbische Nationalspieler Veljkovic.

Für die Partie auf Schalke hatte das einen Grund, auf den man so erstmal nicht gekommen wäre. Kohfeldt hielt Veljkovic nämlich nicht zwingend für den besseren Startelfspieler, sondern Langkamp für den besseren Feuerwehrmann. Hintergrund: Niklas Moisander, die personelle Konstante in der Innenverteidigung, habe wegen seiner Kniebeschwerden „auf der Kippe gestanden. Ich war mir sicher, dass, wenn Niklas nicht durchgehalten hätte, Basti als Ergänzungsspieler sofort da gewesen wäre – einfach aufgrund seiner höheren Erfahrung. Das war ein Argument“, erklärt Kohfeldt seine Entscheidung. Langkamp kam dann auch noch von der Bank, aber nicht für Moisander, sondern für den verletzten Veljkovic – und das auch erst kurz vor Schluss.

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Friedl über Zukunft: „Ich gehe dorthin, wo ich am meisten spiele“

Marco Friedl war für Gebre Selassie in die Startelf gerutscht. Auf ungewohnter Position, aber ohne Berührungsängste. „Es war die falsche Seite“, schmunzelte die als Linksverteidiger ausgebildete Bayern-Leihgabe, „aber ich habe versucht, mir mit einfachen Aktionen die Sicherheit zu holen.“ Hat geklappt. Friedl hatte mit einem abgefangenen Schalker Ball sogar das Fundament für das 1:0 gegossen. „Trotzdem haben wir nicht die Geburtsstunde des neuen Rechtsverteidigers Marco Friedl gesehen“, meinte Kohfeldt, „aber bei Marco stimmt die mentale Seite“.

Offen ist immer noch, wie es für Friedl nach der Saison weitergeht. Der Leihvertrag endet, Werder würde den 21-Jährigen gerne fest von den Bayern verpflichten. Laut Friedl „laufen die Gespräche, wir müssen aber noch Details klären“. Seine Entscheidungsgrundlage ist dabei klar definiert: „Ich gehe dorthin, wo ich am meisten spiele. Wenn es Bremen wird, würde mich das sehr freuen.“

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