Werder Bremen-Boss Klaus Filbry verkündete auf der Mitgliederversammlung ein Millionen-Plus, doch wegen Verstoßes gegen die Kapitalauflagen der DFL muss der Club eine hohe Strafe zahlen - ab 2024 droht für dieses Vergehen ein Punktabzug.
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Werder Bremen-Boss Klaus Filbry verkündete auf der Mitgliederversammlung ein Millionen-Plus, doch wegen Verstoßes gegen die Kapitalauflagen der DFL muss der Club eine hohe Strafe zahlen - ab 2024 droht für dieses Vergehen ein Punktabzug.

Bei Verstoß gegen Kapitalauflagen

Verschärfte DFL-Regelung für Werder und Co.: Gibt es Probleme mit dem Eigenkapital, droht ab 2024 Punktabzug

Bremen – Das eine Echo ist noch nicht ganz verklungen, da gibt es von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) direkt die nächste Meldung mit Nachhall. Wie der „kicker“ berichtet, wird die Lizenzierungsordnung des Ligaverbandes ab der Saison 2024/2025 deutlich verschärft. Wer demnach ab diesem Zeitpunkt gegen die Kapitalauflagen der DFL verstößt, wird nicht mehr länger mit einer Geldstrafe sanktioniert, sondern muss obligatorisch mit einem Punktabzug zum Saisonstart rechnen. Aktuell plagt sich der SV Werder Bremen mit einer schmerzhaften Strafe herum, satte 2,5 Millionen Euro soll der Bundesligist - wie berichtet - wegen der Nichteinhaltung der Vorgaben zahlen. Der Verein hatte kürzlich in Person von Club-Boss Klaus Filbry angekündigt, Einspruchsmöglichkeiten „vollumfänglich ausschöpfen“ zu wollen und „am Ende auch vor ein ordentliches Gericht“ zu gehen.

Werder Bremen hatte zuvor ebenso wie Zweitligist 1. FC Nürnberg ein negatives Eigenkapital zum Ende des Kalenderjahres 2021 ausgewiesen und nachfolgend eine weitere Verschlechterung hinnehmen müssen. Beim Geschäftsjahr der Bremer (1. Juli 2021 bis 30. Juni 2022) hatte es dagegen ein Plus von acht Millionen Euro gegeben, der Fehlbetrag war von minus 20,3 Millionen Euro auf deren zwölf gesunken. Doch das allein genügte nicht und sorgte jetzt für Unmut. Im Frankenland waren andere, geringere Zahlen der Grund dafür, dass die dortige Strafe der DFL mit 500.000 Euro deutlich niedriger ausfiel.

Werder Bremen drohen ab 2024 Punktabzüge bei Verstößen gegen die Kapitalauflagen

Mit dem jetzigen Beschluss der Vereine während der jüngsten DFL-Mitgliederversammlung folgen die Clubs der 1. und 2. Bundesliga neuen Regularien des europäischen Fußballverbandes Uefa. Dort heißt es etwa: „Der Lizenzbewerber muss in seinem Jahresabschluss bzw. Zwischenabschluss eine Nettoeigenkapitalposition ausweisen, die: a. positiv ist; oder b. sich seit dem letzten 31. Dezember um mindestens 10 Prozent verbessert hat.“ Wichtig für die Topvereine einer jeden Liga: Wer die Vorgaben nicht einhält, darf nicht an den europäischen Wettbewerben teilnehmen. Ansonsten gilt: Zunächst gibt es einen Zähler Abzug, ab der Saison 2025/2026 sollen es dann zu Beginn sogar deren drei sein.

Aufgrund der pandemischen Lage hatte die DFL die Kapitalauflage zuletzt für die Jahre 2020 und 2021 ausgesetzt, für das Jahr 2022 gilt die Vorgabe, dass sich das negative Eigenkapital nicht signifikant verschlechtern darf. Weil Werder Bremen vor allem coronabedingt in finanzielle Nöte geraten war, zuletzt aber intensiv gegengesteuert hatte, war die jüngste Strafe bei Klaus Filbry auf wenig Gegenliebe gestoßen. „Für uns ist es schwer nachvollziehbar, dass wirtschaftlich gute Arbeit mit einer Strafzahlung sanktioniert wird“, hatte Filbry während des 2. Deichtalks der DeichStube erklärt und die juristischen Schritte angekündigt. (mbü)

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