Michael Zetterer durfte im Test gegen Braunschweig auf der Bank sitzen.
+
Michael Zetterer durfte im Test gegen Braunschweig auf der Bank sitzen.

U23-Keeper statt Wiedwald auf der Bank

Vorteil für Zetterer in der Torwartfrage?

Braunschweig/Bremen - Jaroslav Drobny ist Werders Nummer eins. Und die Nummer zwei? Es gibt Anzeichen, dass Michael Zetterer Felix Wiedwald den Rang abgelaufen hat.

In eine dicke Jacke gepackt und mit einem warmen Getränk versorgt, sah Michael Zetterer ziemlich zufrieden aus. Lachend nahm der 21 Jahre alte Schlussmann der Bremer U23 vor dem Testspiel bei Eintracht Braunschweig auf der kalten Bremer Ersatzbank Platz. Er und nicht Felix Wiedwald durfte dort sitzen.

Dass Zetterer, bislang die Nummer drei bei Werder, darauf mit guter Laune reagierte, mag daran liegen, dass er die Entscheidung des Trainers möglicherweise als Fingerzeig für die Restsaison in der Bundesliga sah. Zetterer hinter Jaroslav Drobny aber vor Wiedwald – ist das tatsächlich die neue Hierarchie unter den Torleuten?

Coach Alexander Nouri beantwortete diese Frage in Braunschweig weder mit einem Ja noch mit einem Nein. Es sei halt geplant gewesen, dass Wiedwald den letztlich abgesagten Test am Sonntag gegen den VfB Oldenburg hätte bestreiten sollen. Deshalb sei Zetterer mit nach Braunschweig gefahren.

Trainer Nouri: Braunschweig kein Fingerzeig

Allerdings: Die Oldenburg-Partie war schon am Freitag abgesetzt worden. Es blieb also genügend Zeit, um umzudenken. Nouri wollte aber nicht: „Das war vorher so besprochen, und dann hält man sich auch an diese Absprache“, erklärte er. Aber ein Fingerzeig für die noch ausstehenden 18 Bundesliga-Spiele? „Nee, gar nicht“, beteuerte der 37-Jährige.

Aber klar ist: Wiedwald, noch als klare Nummer eins in die Saison gegangen, muss nach dem Verlust des Stammplatzes auch den Verlust des Bankplatzes fürchten. Nouri: „Wir besprechen das im Trainerteam.“ Die Entscheidung, die für den Jahresauftakt gegen Borussia Dortmund gefällt wird, soll dann auch für die Rückrunde Bestand haben. csa

Felix Wiedwald - seine Karriere in Bildern

Felix Wiedwald
Felix Wiedwald ist ein echtes Werder-Eigengewächs. Das in Thedinghausen geboren und in Achim aufgewachsene Torwart-Talent kam im Alter von neun Jahren zum SVW, durchlief dort die Jugend-Teams, spielte auch in der A-Junioren-Bundesliga (Foto). © imago
Felix Wiedwald
Wiedwald nahm auch als Nachwuchsspieler gelegentlich am Profi-Training teil und fuhr mit ins Trainingslager. © nordphoto
Felix Wiedwald
Im Februar 2010 erhielt Wiedwald seinen ersten Profivertrag bei Werder, konnte sich aber noch nicht durchsetzen. © nordphoto
Felix Wiedwald
2011 zog Wiedwald weiter: Beim MSV Duisburg war er zunächst zweiter Torwart hinter Florian Fromlowitz, verdrängte ihn aber im Laufe der Saison und wurde erstmals Stammkeeper einer Profimannschaft. © nordphoto
GER, 2.FBL, 1. FC Union Berlin, MSV Duisburg
Als Duisburg 2013 keine Lizenz für die Zweite Liga bekam und in die Dritte Liga zwangsabsteigen musste, verließ Wiedwald den Verein und schloss sich Bundesligist Eintracht Frankfurt an. © nordphoto
Felix Wiedwald
Wiedwald war die Nummer zwei hinter Kevin Trapp - bis sich Trapp im September 2014 einen Syndesmose-Riss zuzog. © nordphoto
Felix Wiedwald
Wiedwald machte seine Sache als Ersatzmann gut, musste nach Trapps Genesung aber wieder Platz machen. Immerhin hatte er die Aufmerksamkeit anderer Clubs auf sich gezogen... © nordphoto
... in erster Linie von Werder. Wiedwald kehrte 2015/2016 zu seinem Herzensverein zurück. In seiner ersten vollen Saison als Nummer eins kassierte Wiedwald allerdings satte 65 Gegentore.
... in erster Linie von Werder. Wiedwald kehrte 2015/2016 zu seinem Herzensverein zurück. In seiner ersten vollen Saison als Nummer eins kassierte Wiedwald allerdings satte 65 Gegentore. © gumzmedia
Wiedwald ging auch als Stammtorwart in die Saison 2016/2017. Nach schwachem Saisonstart der Mannschaft degradierte ihn Trainer Viktor Skripnik.
Wiedwald ging auch als Stammtorwart in die Saison 2016/2017. Nach schwachem Saisonstart der Mannschaft degradierte ihn Trainer Viktor Skripnik. © gumzmedia
Skripnik setzte auf Jaroslav Drobny. Nur wegen einer Handverletzung des Oldies rutschte Wiedwald nochmal ins Tor...
Skripnik setzte auf Jaroslav Drobny. Nur wegen einer Handverletzung des Oldies rutschte Wiedwald nochmal ins Tor... © gumzmedia
... doch als Drobnys Verletzung auskuriert war, musste Wiedwald auch unter dem neuen Coach Alexander Nouri wieder auf die Bank. Wiedwalds Tage in Bremen scheinen damit gezählt. Oder bekommt er nochmal seine Chance?
... doch als Drobnys Verletzung auskuriert war, musste Wiedwald auch unter dem neuen Coach Alexander Nouri wieder auf die Bank. Wiedwalds Tage in Bremen scheinen damit gezählt. Oder bekommt er nochmal seine Chance? © gumzmedia
Ja, er bekam sie und nutzte die Chance eindrucksvoll. Als Drobny wegen einer roten Karte und einer anschließenden Schulterverletzung einige Spiele ausfiel, zeigte Wiedwald starke Leistungen.
Ja, er bekam sie und nutzte die Chance eindrucksvoll. Als Drobny wegen einer roten Karte und einer anschließenden Schulterverletzung einige Spiele ausfiel, zeigte Wiedwald starke Leistungen. © gumzmedia
Vor der Saison 2017/18 verließ der Keeper die Bremer jedoch - und wechselte zum englischen Zweitligisten Leeds United, wo er einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten hat.
Vor der Saison 2017/18 verließ der Keeper die Bremer jedoch - und wechselte zum englischen Zweitligisten Leeds United, wo er einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten hat. © gumzmedia

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare