Im Hinspiel leisteten Benedikt Saller (am Ball) und der SSV Jahn Regensburg dem SV Werder Bremen um Romano Schmid (rechts) erbitterten Widerstand, unterlagen am Ende jedoch mit 2:3.
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Im Hinspiel leisteten Benedikt Saller (am Ball) und der SSV Jahn Regensburg dem SV Werder Bremen um Romano Schmid (rechts) erbitterten Widerstand, unterlagen am Ende jedoch mit 2:3.

Regensburger Verteidiger im Interview

Wird Regensburg zum Party-Crasher für Werder? Jahn-Profi Saller: „Wir haben nichts zu verlieren“

Regensburg – Wird der SSV Jahn Regensburg am Sonntag zum großen Party-Crasher bei der erhofften Aufstiegsfeier des SV Werder Bremen? „Wir haben nichts zu verlieren“, sagt Außenverteidiger Benedikt Saller vor der Partie im Interview mit der DeichStube und erinnert daran, dass Regensburg die Rolle des Spielverderbers vor drei Jahren schon einmal in etwas abgeschwächter Form innehatte. Den jetzigen Gegner Werder Bremen lobt der 29-Jährige in den höchsten Tönen: „Werder stellt die beste Mannschaft der Liga. Der Aufstieg wäre verdient.“

Zum Saisonabschluss das Gastspiel beim möglichen Aufsteiger Werder Bremen: Herr Saller, hätten Sie sich für den letzten Spieltag einen anderen Gegner gewünscht?

Auf keinen Fall, so ein Abschluss der Saison gefällt mir sehr! In Bremen zu spielen, ist schon etwas Besonderes. Nun kommt hinzu, dass das Stadion ausverkauft sein wird und es für Werder noch um etwas geht. Es kann kein besseres Spiel geben.

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Sie wissen, dass Sie und Ihre Mannschaft zum großen Spielverderber für Werder werden können. Gefällt Ihnen diese Rolle?

Wir kennen sie jedenfalls. Vor drei Jahren haben wir schon einmal die Meisterfeierlichkeiten des 1. FC Köln gestört. Wir haben gewonnen, Köln war zwar schon aufgestiegen, doch die Meisterfeier mit der Übergabe der Schale fiel anders aus, als es sich die Kölner vorgestellt hatten.

Jahn Regensburg-Profi Benedikt Saller vor Werder Bremen-Spiel: „Wir können mit breiter Brust nach Bremen fahren“

Werders Verantwortliche haben in dieser Woche angemerkt, dass Regensburg zu beachten sei, weil das Team mit einer gewissen Lockerheit aufspielen könne. Richtig?

So ist es. Wir haben nichts zu verlieren. Wir können mit breiter Brust nach Bremen fahren. Vielleicht macht uns das tatsächlich gefährlicher.

Um was geht es noch für Ihr Team? Ausschließlich um die endgültige Platzierung und somit um die Aussicht, in der TV-Geld-Tabelle nicht abzurutschen?

Das spielt sicherlich auch eine Rolle. Doch wir wollen insgesamt einen guten Abschluss hinlegen. Wenn es ganz schlecht für uns läuft und wir bei Werder verlieren, könnten wir am Ende auf dem 15. Platz landen. Das ist keine zufriedenstellende Vorstellung, erst recht nicht nach unserer starken Hinserie. Das will niemand bei uns. Wir wollen daher in Bremen das Maximale herausholen.

Damit haben Sie den Einbruch in diesem Jahr indirekt angesprochen. Warum ist der Jahn in der Rückrunde so abgefallen und hat lediglich zwölf Punkte geholt?

In der ersten Saisonhälfte haben wir sehr gut agiert, hatten zudem das nötige Match-Glück und konnten bestimmte Situationen für uns nutzen. Es ist schwer, so eine Konstanz über eine ganze Saison hinzubekommen. Wie wir gesehen haben, schaffen das selbst Mannschaften wie Schalke oder Werder nicht. Für einen kleineren Verein wie Regensburg ist es noch schwieriger, diese Kontinuität zu erlangen. Wir haben zeitweise sehr gelitten, haben uns danach wieder aufgerichtet und die notwendigen Punkte für unser Saisonziel Klassenerhalt gesammelt.

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Jahn Regensburg-Profi Benedikt Saller vor Werder Bremen-Spiel: „Wir haben nichts zu verlieren“

Zuletzt lief es nicht so gut: Seit sechs Spielen gab es keinen Sieg mehr. Haben Sie mal gezittert, dass noch der Abstiegskampf drohen könnte?

Nein, es gab zwar einen Abwärtstrend, doch eine akute Gefahr hat eigentlich nie bestanden.

Was ist das Ziel in der kommenden Saison?

Das gleiche wie in dieser Saison, wie eigentlich immer. Jedes Jahr streben wir die ominöse 40-Punkte-Grenze an, eine Punktzahl, die den Klassenerhalt garantieren sollte.

Wäre Werder Bremen in Ihren Augen ein verdienter Aufsteiger?

Am Ende steht jede Mannschaft da, wo sie hingehört dank ihrer Vorstellungen und Resultate. Natürlich hat Werder, sollte es am Wochenende klappen, den Wiederaufstieg in die Bundesliga verdient. Ich gehe sogar noch weiter: Für mich war Werder die beste Mannschaft der 2. Liga. Der Trainerwechsel zu Ole Werner war das Beste, was dem Team passieren konnte.

Was ist die besondere Stärke der Bremer?

Sie verfügen über sehr gute Einzelspieler, Individualisten, die ihre Klasse und Qualität über das Kollektiv auf den Platz bringen. Und sie besitzen mit Ducksch und Füllkrug ein Sturmduo, das unerreicht in der 2. Liga ist.

Schalke ist schon aufgestiegen, Werder und der HSV sind noch aussichtsreich im Rennen. Wenn diese drei Hochkaräter hochgehen, ist das ein Vor- oder ein Nachteil für die 2. Liga?

Zunächst einmal wäre es schade, weil es dann die Spiele gegen diese Traditionsclubs nicht mehr gäbe. Doch es gibt in der Liga noch viele andere Vereine, die ebenfalls einen großen Namen haben und die bisher unter ihren Möglichkeiten geblieben sind.

Jahn Regensburg-Profi Benedikt Saller über Werder Bremen: „Sie verfügen über sehr gute Einzelspieler und ein Sturmduo, das unerreicht in der 2. Liga ist“

Was bedeutet es für den Aufstiegskampf in der kommenden Saison? Wird das Gerangel um die ersten Plätze noch enger? Hätte dann die Hälfte der Clubs Ambitionen auf den Aufstieg?

Das kann schon sein. Es ist ja auch zu beachten, wer von oben neben Fürth und Bielefeld noch herunterkommt. Und es gibt noch andere Teams, die auch in dieser Saison schon eine gute Rolle gespielt haben.

Könnte Regensburg in die Phalanx der Großen vorstoßen?

Dann müsste bei uns schon alles passen. Wir müssten kontinuierlich unsere Leistung abrufen – wie diesmal in der Hinserie. Unser Ziel ist, weiterhin ein unangenehmer Widersacher für alle zu sein. Das Saisonziel kann nur der Klassenerhalt sein.

Werder benötigt nur noch einen Punkt, um den Aufstieg sicherzustellen. Liegt in dieser Ausgangslage eine spezielle Gefahr? Kann eine Mannschaft überhaupt auf Remis spielen?

Ich halte das für unmöglich. Wir sind alle Sportler, wollen immer das Maximale anstreben. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Ich denke, so geht auch die Bremer Mannschaft am Sonntag das Spiel an. Zumal sie noch die Chance haben, Meister zu werden, sollte Konkurrent Schalke straucheln. (hgk)

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