Ole Werner inmitten seiner Mannschaft. Der Trainer des SV Werder Bremen war mit der Leistung seines Teams im Testspiel gegen Hannover 96 unterm Strich zufrieden.
+
Ole Werner inmitten seiner Mannschaft. Der Trainer des SV Werder Bremen war mit der Leistung seines Teams im Testspiel gegen Hannover 96 unterm Strich zufrieden.

Werder mit 2:2 bei Generalprobe in Hannover

Prinzip verstanden, Umsetzung Übungssache: Werder-Trainer Ole Werner zufrieden mit Generalprobe gegen Hannover 96

Hannover – Ganz am Ende, das Spiel war schon einige Minuten vorbei, der Bus im Hintergrund zur Abfahrt bereit, kam sie doch noch zum Einsatz: die schwarze Kapuze an der Winterjacke von Ole Werner. Vor dem Gespräch mit den Journalisten hatte sie sich der Trainer des SV Werder Bremen schnell noch über den Kopf gezogen, nachdem er zuvor gute zwei Stunden lang ohne sie ausgekommen war. 

Er hatte sie während des Testspiels seiner Mannschaft bei Hannover 96 trotz eisiger Kälte im Eilenriedestadion einfach nicht gebraucht, war vom Geschehen auf dem Platz offenbar auch so auf Betriebstemperatur gebracht worden. „Der Nachmittag war überwiegend positiv“, bilanzierte Ole Werner, dessen Bremer sich ein 2:2 beim Zweitligarivalen erkämpft und dabei gute Ansätze, allerdings auch einige Fehler gezeigt hatten. Dem 33-Jährigen ging es aber vorrangig um etwas anderes: „Es war zu sehen, dass allen Spielern, auch denen, die erst kurz dabei sind, die Abläufe klar sind.“ Genau mit diesem Ziel war der Trainer des SV Werder Bremen in die Winterpause gegangen.

Werder Bremen gegen Hannover 96: So lief das letzte Testspiel vor dem Pflichtspiel-Start für Ole Werner und Co.

Um im letzten Test vor dem Pflichtspielauftakt gegen Düsseldorf am kommenden Samstag noch einmal möglichst vielen Akteuren Spielzeit bieten zu können, hatte sich Werder Bremen mit Hannover 96 im Vorfeld darauf verständigt, die Partie in Überlänge auszutragen. Heißt: 120 Minuten Spielzeit, aufgeteilt in vier 30-minütige Viertel. Insgesamt 21 Profis schickte Ole Werner im Laufe des Nachmittags auf den Platz, darunter Stammpersonal, Ergänzungsspieler sowie Talente aus der eigenen U23. Ein Auftrag, den der Coach dabei allen mitgab, lautete, den Gegner bereits früh unter Druck zu setzen, ihn im 3-5-2-System möglichst hoch zu pressen.

Auch interessant: Kehrt das Quarantäne-Quartett doch schon gegen Fortuna Düsseldorf zurück? Neue Hoffnung für Werder Bremen!

Entsprechend entschlossen starteten die Gäste dann auch ins Spiel. „Der erste Impuls ist da, dass wir uns nicht erschrecken, wenn wir vorne den Ball verlieren, sondern direkt wieder nach vorne verteidigen. Das ist drin bei uns“, freute sich Ole Werner, räumte aber zugleich ein: „Es ist eher noch die Frage, was wir dann in puncto Spielfortsetzung machen.“ Genau damit hatte Werder Bremen in Hannover Probleme gehabt. Und zwar offensiv wie defensiv. Beispielsweise vor dem 0:1 ließ sich das gut beobachten, als der mit nach hinten geeilte Stürmer Marvin Ducksch in Ballbesitz schnell wieder den Weg nach vorne suchen wollte, die Kugel aber dem Gegner in die Füße schob. Sekunden später hatte Sebastian Kerk, der auch schon im Liga-Rückspiel gegen Werder getroffen hatte, den Führungstreffer für Hannover 96 besorgt (16.). Innenverteidiger Fabio Chiarodia unterlief später vor dem 2:1 für die Gastgeber, erzielt in der 34. Minute von Cedric Teuchert, ein ähnlicher Fauxpas.

„Die gefährlichen Situationen, die für den Gegner entstanden sind, sind möglich gewesen, weil wir relativ leichte Ballverluste hatten. Das gibt es sicherlich zu bemängeln“, hielt Ole Werner fest, der zwischenzeitlich den Ausgleich von Niklas Schmidt hatte bejubeln können. Im Strafraum ließ der Bremer Mittelfeldmann in der 24. Minute mehrere Gegenspieler aussteigen und schob die Kugel ganz überlegt ins lange Eck. Den zweiten Bremer Treffer des Nachmittags legte später Marvin Ducksch nach (42.). Tore, die unter anderem deshalb entstanden waren, weil Werder Bremen dem Gegner sehr oft sehr schnell auf den Füßen stand. Das, so monierte es Werner, hätte unter dem Strich aber durchaus mehr Ertrag bringen dürfen: „Wir haben aus den hohen Ballgewinnen teilweise zu wenig gemacht.“

Heißt: Das Grundprinzip der wernerschen Art, Fußball zu spielen, bei dem hohes Pressing eine große Rolle einnimmt, scheint die Mannschaft des SV Werder Bremen verinnerlicht zu haben. An der Umsetzung muss allerdings noch gefeilt werden. „Wir verlieren die Bälle zu häufig, weil wir direkt wieder den ersten offensiven Gedanken haben. Der ist ja grundsätzlich auch gut und gefällt mir, trotzdem müssen wir diese ersten zwei, drei Pässe nach Ballgewinnen auch zuverlässig an den Mann bringen“, sagte der Trainer: Und weiter: „Davon geht in der Regel ja nichts kaputt, im Gegenteil: Meist wird das Spiel dadurch schneller, wenn du es sauber machst. Das ist ein Thema, bei dem wir uns noch verbessern können.“

Ole Werner mit Generalprobe gegen Hannover 96 zufrieden: Für Werder Bremen wird es gegen Fortuna Düsseldorf ernst

Bis zum Düsseldorf-Spiel bleibt dafür noch eine Woche Zeit. Ole Werner hofft darauf, dass sie ebenso gut verläuft wie die vergangene. „Wir haben zuletzt gut gearbeitet, haben die Dinge gut umgesetzt, die wir umsetzen wollten. Wir hatten von den Leistungen her zwei vernünftige Spiele“, sagte er und gestattete sich den berechtigten Hinweis, dass derzeit einige Stammkräfte nicht zur Verfügung stünden. „Dass aber alle verstanden haben, wie wir spielen wollen und es grundsätzlich auch umsetzen können, gibt mir ein gutes Gefühl“, sagte der Coach, ehe er sich auf die Rückreise nach Bremen machte. (dco)

Werder Bremen: Pavlenka (61. Zetterer) – Mai (77. Rosenboom) , Chiarodia (77. Schröder), Jung (77. Dietrich) – Agu (77. Straudi), Groß (61. Gruev), Schönfelder (44. Park) – Schmidt (61. Rapp), Schmid (77. Löpping) – Dinkci (91. Schönfelder), Ducksch (61. Assalé)

Tore: 1:0 Kerk (16.), 1:1 Schmidt (24.), 2:1 Teuchert (34.), 2:2 Ducksch (42.)

Auch interessant

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare