Trainer Ole Werner freut sich auf den Pflichtspiel-Auftakt mit Werder Bremen im DFB-Pokal und ist mit der bisherigen Vorbereitung zufrieden.
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Trainer Ole Werner freut sich auf den Pflichtspiel-Auftakt mit Werder Bremen im DFB-Pokal und ist mit der bisherigen Vorbereitung zufrieden.

Trainer soweit zufrieden

Werder Bremen ist bereit für den Pflichtspiel-Start – auch wenn Ole Werner noch viel Arbeit sieht

Bremen – Es gab da diese eine Frage, oder besser: diese spezielle Zahl, die in ihr vorkam, mit der Ole Werner beim besten Willen nichts anfangen konnte. 100 Prozent? Puh, schwierig. In einer Medienrunde war der Cheftrainer des SV Werder Bremen am Mittwoch danach gefragt worden, wo er seine Mannschaft so kurz vor dem Pflichtspielstart in Sachen Leistung denn sehe und wie weit sie in seinen Augen vom Maximum – sprich von den berühmten 100 Prozent – entfernt sei.

„Schwer zu sagen. Was sind denn 100 Prozent?“, fragte Ole Werner zurück – und fügte mit einem Schmunzeln an: „Das was Real Madrid spielen kann? Das was wir spielen können? Oder das, was im Fußball generell möglich ist?“ Und schon hatte der 34-Jährige auf äußerst elegante Art und Weise klar gemacht, dass er an Zahlenspielen eher kein Interesse hat. Beantwortet hat er die Frage nach der Leistung in der Folge trotzdem – und zwar offen und ehrlich. Die Kurzform: Ja, Werder Bremen ist nach fünf Wochen Sommer-Vorbereitung bereit für den DFB-Pokal, bereit für die Bundesliga – allerdings noch lange nicht an einem Punkt, an dem der Trainer keine Baustellen mehr sieht.

„Wir haben die Vorbereitung gut genutzt, um körperliche Grundlagen zu legen. Wir haben sehr intensiv trainiert, laut unseren Athletiktrainern sogar intensiver als in den Vorjahren“, berichtete Ole Werner. Zudem habe sich die Mannschaft in den Testspielen gesteigert, sei „in den Abläufen nach hinten heraus klarer geworden“. Wenige Tage vor der Erstrundenpartie im DFB-Pokal bei Energie Cottbus hört sich das erstmal gut an und sollte gegen den Regionalligisten auch zum Weiterkommen reichen. Schon in der Woche darauf erwartet Werder Bremen mit dem VfL Wolfsburg beim Bundesliga-Auftakt aber ein ganz anderes Kaliber. Werner weiß, dass die Arbeit aus den vergangenen Wochen bis dahin weiter fortgesetzt und verfeinert werden muss.

Werder Bremen: Ole Werner mit Vorbereitung soweit zufrieden, aber mit Entwicklung lange nicht am Ende

„Bis zu dem Punkt, an dem wir jetzt stehen, haben wir gut gearbeitet“, sagte der Coach, ehe er eine Art To-do-Liste für die nun kommende Zeit vortrug. „Wir dürfen jetzt nicht am Ende unserer Entwicklung sein. Das heißt, dass wir zum Beispiel noch Dinge im eigenen Ballbesitz verbessern müssen, in der Absicherung und im Gegenpressing. Es gibt noch eine Menge, an dem wir zu arbeiten haben. Einiges davon wird uns sicherlich durch die Saison begleiten.“ Bis die wahre Gewichtsklasse des SV Werder Bremen in der Bundesliga klar zu erkennen ist, dürfte es demnach einige Spieltage lang dauern. Ole Werner geht jedenfalls fest davon aus, dass sich sein Team Ende August, Anfang September auf einem anderen Level bewegt als aktuell.

„Wenn man die Mannschaft direkt nach der Vorbereitung sieht und dann noch einmal nach den ersten fünf, sechs Spieltagen, muss nochmal eine große Entwicklung zu sehen sein“, fordert der Cheftrainer des SV Werder Bremen, der natürlich weiß, dass sich Herausforderungen und Erfahrungen, wie sie Spiele unter Wettkampfbedingungen bieten, auch mit einer noch so akribisch geplanten Vorbereitung nicht simulieren lassen. Eine Tatsache, die für alle Mannschaften gilt, sodass sich Ole Werner auch mit Blick auf die gesamte Bundesliga sicher ist: „Ganz viele Entwicklungen werden jetzt noch über die Pflichtspiele stattfinden.“

Werder Bremen hat in der Vorbereitung ein Fundament gegossen - nun muss darauf aufgebaut werden

Für Aufsteiger Werder Bremen wird es da sicher kein Nachteil sein, dass die Mannschaft aus der erfolgreichen Zweitligasaison mit Ausnahme von Ex-Kapitän Ömer Toprak zusammengeblieben ist. Werners bevorzugtes 3-5-2-System ist dem Großteil des Kaders bestens bekannt, auch wenn vor der Saison in der Bundesliga hier und da Anpassungen vorgenommen wurden. Selbst namhafte Neuzugänge wie Niklas Stark (kam ablösefrei von Hertha BSC) und Jens Stage (kam für vier Millionen Euro vom FC Kopenhagen) haben es offenbar schwer, auf Anhieb besser zu sein als ihre Rivalen, weil sie den Werner-Fußball erst noch verinnerlichen müssen.

Neben erwähnter „körperlicher Grundlage“ nannte der Trainer das „Grundverständnis davon, wie wir Fußball spielen wollen“ als weiteres Ergebnis der Vorbereitung. Wenn man so möchte, sind es die zwei Zutaten, aus denen Werder Bremen sein Fundament für die neue Saison gegossen hat. Darauf soll nun Stück für Stück aufgebaut werden. Im Training. Beim DFB-Pokal-Spiel in Cottbus. In Wolfsburg. Und zwar mit dem gleichen Engagement wie seit dem Vorbereitungsstart Mitte Juni. Ole Werner: „Ich muss den Jungs Respekt zollen. Sie haben alles ohne Murren sehr gut abgearbeitet.“ Kann nicht schaden auf dem Weg zu 100 Prozent. (dco)

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