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Ein dritter Mittelstürmer wäre einer zu viel gewesen. Josh Sargent (li.) ist deshalb beim „Gold Cup“ nicht dabei.

Werder-Stürmer nicht für „Gold Cup“ nominiert

Berhalter verpasst Sargent den ersten Tiefschlag der Karriere

Washington/Bremen – Vielleicht hätte Josh Sargent den Trainer noch umstimmen können. Wenn er am Mittwochabend in Washington nur eine seiner Chancen genutzt und so die 0:1-Niederlage der USA gegen Jamaika verhindert hätte.

Dann hätte er möglicherweise die entscheidenden Pluspunkte für eine Teilnahme am „Gold Cup“ gesammelt. Aber Sargent traf nicht und fehlte am Tag darauf in Gregg Berhalters endgültigem Aufgebot für den am 18. Juni startenden „Gold Cup“, der Kontinentalmeisterschaft für Nord- und Mittelamerika. Es ist eine Überraschung, keine Frage.

Werder-Profi Sargent (19) gilt aktuell als das größte Fußball-Talent der USA neben Christian Pulisic (20/bislang Borussia Dortmund, in Kürze FC Chelsea). Sargent durfte auch nicht mit zur U20-WM nach Polen, weil US-Coach Berhalter ihn lieber beim A-Nationalteam dabei haben wollte. Nun der Verzicht. Wieso, weshalb? Berhalter erklärte: „Josh nicht zu nominieren, war die schwierigste Entscheidung, die wir treffen mussten. Am Ende haben wir uns gegen einen dritten Mittelstürmer entschieden.“ Der US-Coach wählte statt Sargent die erfahreneren Jozy Altidore (29/Toronto FC) und Gyasi Zardes (27/Columbus Crew). „Wir glauben, sie sind Josh noch ein Stück voraus“, meinte Berhalter.

Josh Sargent: Verpasster „Gold Cup“ erste echte Enttäuschung

Für Sargent ist die Nicht-Berücksichtigung selbstredend eine Enttäuschung. Und ein bisschen auch die Fortsetzung seiner Rückrunde bei Werder Bremen. Nach einer starken ersten Hälfte seiner Bundesliga-Premierensaison mit zwei Toren spielte er in der Rückrunde kaum noch eine Rolle bei Werder. Lediglich sieben Minuten Spielzeit gönnte Werder-Coach Florian Kohfeldt dem Rotschopf in den letzten elf Saisonspielen. „Er war gegen Ende der Saison geistig nicht mehr so da wie am Anfang“, begründete der 36-Jährige die Mini-Spielzeit des US-Amerikaners. In die Sommerpause schickte Kohfeldt den Angreifer aber mit den besten Wünschen: „Ich wünsche ihm einfach, dass er einen super Sommer hat. Am Gold Cup teilzunehmen, wäre toll“, hatte er gesagt.

Es wurde nichts draus. Ohne wissen zu können, was noch kommen würde, hatte Kohfeldt Sargents Saison nach dem letzten Bundesliga-Spieltag als „trotzdem gut“ bezeichnet: „Er hat Tore gemacht, hat sehr viel gelernt.“ Es sei auch viel auf Sargent „eingeprasselt“. Nationalmannschafts-Debüt, Bundesliga-Premiere – beides mit eigenen Toren veredelt, da kann einem schon mal der Kopf schwirren. Vieles ging bislang eben sehr schnell für den Teenager. Der verpasste „Gold Cup“ ist die erste echte Ernüchterung in seiner noch so frischen Karriere.

Josh Sargent: Durchbruch bei Werder Bremen in der nächsten Saison?

Aber wie fast alles im Leben hat auch diese negative Erfahrung etwas Gutes. Sargent kann nun drei Wochen die Beine hochlegen und richtig Urlaub machen. „Danach“, da ist sich Kohfeldt sicher, „wird er mit einer neuen mentalen Frische zu uns zurückkommen. Ich glaube, er wird in der neuen Saison als Spieler noch besser sein. Wir hoffen, dass er dann noch mehr Spielzeit bekommt. Dafür muss er sich anbieten, und ich traue ihm zu, dass er das kann.“

Ohnehin verändert sich in der Bremer Offensive durch den Abgang von Max Kruse und die Verpflichtung von Niclas Füllkrug einiges. „Die Konkurrenz wird für Josh nicht geringer“, meinte Kohfeldt – vor allem mit Blick auf Füllkrug, der als zentraler Stürmer exakt Sargents Position besetzt. „Aber da sind auch noch ein paar andere. Und wer weiß“, grinste Kohfeldt, „vielleicht kommen ja auch noch welche dazu.“

Ein anderes Thema schlägt bei Werder Bremen derzeit noch höhere Wellen: Kaderplaner Tim Steidten verlässt Werder Bremen Richtung Bayer Leverkusen. Wie es nun weitergeht, erklärt Sportchef Frank Baumann in der DeichStube. Wird Clemens Fritz Steidtens Nachfolger? Steidten selbst geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge und verspricht: „Ich klaue Werder nichts“

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