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Johannes Eggestein im Spiel gegen den FC Augsburg.

Werder-Talent

Die besondere Entwicklung des Johannes Eggestein

Bremen – Es ist gar nicht so lange her, da wurden Einwechslungen von Johannes Eggestein immer mit besonders lautem Applaus der Werder-Fans bedacht.

So ein Riesentalent muss eben unterstützt werden. Doch das braucht der 20-Jährige nicht mehr: Denn plötzlich ist aus dem Talent fast schon ein Stammspieler geworden. Jojo taucht wie selbstverständlich in der Startetelf auf – schon sechs Mal seit dem zwölften Spieltag. Komplette Spiele verpasst der Angreifer nur noch, wenn er krank oder verletzt ist. Das Vertrauen zahlt er nun auch in Toren zurück, in den beiden letzten Bundesliga-Spielen war Johannes Eggestein jeweils erfolgreich, es waren seine Saisontreffer zwei und drei. Zwei Assists kommen noch dazu. Der kleinere Eggestein, Bruder Maximilian ist 17 Monate älter, wird für Werder immer wertvoller – und lässt sich dabei auch nicht von seiner immer noch ungeklärten Zukunft ablenken.

Werder hat sich als die richtige Entscheidung entpuppt

Im Sommer läuft der Vertrag von Johannes Eggestein aus. Der Stürmer, der 2013 vom TSV Havelse an die Weser gewechselt war, hat zwar schon oft betont, wie wohl er sich bei Werder fühlt, einen neuen Vertrag hat er aber noch nicht unterschrieben. Der 20-Jährige lässt sich Zeit, so hat er es auch bei seiner letzten Vertragsverlängerung 2016 gemacht – erst Anfang Juni bekam Werder damals den Zuschlag. Es war weniger ein Pokerspiel, sondern mehr ein Ausloten, wo es für ihn am sinnvollsten weitergeht. Werder hat sich als die richtige Entscheidung entpuppt. Aber wäre sie es auch diesmal?

Johannes Eggestein: Seine Karriere in Bildern

Johannes Eggestein
Mit 15 Jahren wechselte Johannes Eggestein zur Saison 2013/14 vom TSV Havelse zu Werders U17. In seiner ersten Saison schoss er 19 Tore und wurde Torschützenkönig. © imago
Johannes Eggestein
Von der U17 ging es zwei Jahre später zur U19. Mit 33 Toren aus 26 Spielen wurde Eggestein in der Spielzeit 2015/16, wie schon in den beiden Jahre zuvor, Torschützenkönig der Junioren-Bundesliga. © Gumz
Johannes Eggestein
Ein guter Grund für Werder, Eggestein längerfristig zu binden: Im Juni 2016 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag. © gumzmedia
Johannes Eggestein
Anschließend durfte Johannes Eggestein mit den Profis ins Trainingslager reisen. Die Saison absolvierte er aber bei der U23, nur im DFB-Pokal bekam er Einsatzzeit bei den Profis. © Gumz
Johannes Eggestein
Auch unter Alexander Nouri trainierte Eggestein bei den Profis mit. Zu Saisonende erlitt er einen Syndesmosebandanriss, fiel für die letzten elf Spieltage aus.  © Gumz
Johannes Eggestein
In der folgenden Saison 2017/18 war Johannes Eggestein zur Vorbereitung wieder fit. So konnte er unter anderem in den Testspielen gegen West Ham United ein Tor beisteuern.  © Gumz
Johannes Eggestein
Er stand anschließend zwar häufiger im Profikader als zuvor, bekam aber nur drei Kurzeinsätze in der Bundesliga und einen im Pokal.  © Gumz
Johannes Eggestein
In den Jugendmannschaften des DFB war er dagegen ein fester Bestandteil. Schon 2012 wurde er für Deutschlands U15 nominiert, spielte dann in allen Juniorenteams.  © imago
Johannes Eggestein
Für die U17 nahm er 2015 an der Europameisterschaft und an der Weltmeisterschaft teil. © imago
Johannes Eggestein
Im September 2017 folgte das Debüt für die U21-Nationalmannschaft und die Teilnahme an deren EM-Qualifikation. Das Besondere: Erstmals stand er dort mit seinem Bruder Maximilian auf den Platz. © imago
Johannes Eggestein
Nur zwei Monate später lief Eggestein auch erstmals für die U20-Mannschaft des DFBs auf. © imago
Bei den Profis wartet Johannes Eggestein noch auf seinen Durchbruch. In der Saison 2017/18 kam er auf sieben Einsätze.
Bei den Profis wartet Johannes Eggestein noch auf seinen Durchbruch. In der Saison 2017/18 kam er auf sieben Einsätze. © gumzmedia
In der ersten Runde des DFB-Pokals 2018/19 erzielte Johannes Eggestein seinen ersten Pflichtspieltreffer für Werder. Der Clou: Auch sein Bruder Maximilian Eggestein traf beim 6:1-Sieg.
In der ersten Runde des DFB-Pokals 2018/19 erzielte Johannes Eggestein seinen ersten Pflichtspieltreffer für Werder. Der Clou: Auch sein Bruder Maximilian Eggestein traf beim 6:1-Sieg. © gumzmedia
Am siebten Spieltag der Saison 2018/19 hatte das Warten endlich ein Ende: Johannes Eggestein schoss gegen Wolfsburg sein erstes Bundesligator überhaupt. Vorlage: Claudio Pizarro, 40 Jahre. Torschütze: Johannes Eggestein, 20 Jahre. 
Am siebten Spieltag der Saison 2018/19 hatte das Warten endlich ein Ende: Johannes Eggestein schoss gegen Wolfsburg sein erstes Bundesligator überhaupt. Vorlage: Claudio Pizarro, 40 Jahre. Torschütze: Johannes Eggestein, 20 Jahre.  © gumzmedia
Am zehnten Spieltag der Saison 2018/19 bedankt sich Johannes Eggestein im Spiel gegen Mainz 05 mit einer Vorlage für Claudio Pizarro.
Am zehnten Spieltag der Saison 2018/19 bedankt sich Johannes Eggestein im Spiel gegen Mainz 05 mit einer Vorlage für Claudio Pizarro. © gumzmedia
Johannes Eggestein hat im April 2019 seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert. Bruder Maximilian folgte mit seiner Vertragsverlängerung zwei Tage später.
Johannes Eggestein hat im April 2019 seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert. Bruder Maximilian folgte mit seiner Vertragsverlängerung zwei Tage später. © gumzmedia

Die steigenden Einsatzzeiten sprechen eigentlich ganz klar für ein Ja von „Jojo“ für Werder. Trainer Florian Kohfeldt vertraut ihm. Was will ein 20-Jähriger mehr bei einem Bundesligisten, der im Aufwind ist? Und wer Johannes Eggestein nach dem 4:0-Sieg gegen Augsburg erlebt hat, kann sich nicht vorstellen, dass er Bremen verlässt. „Ich habe einfach versucht, da anzuschließen, wo ich in der Rückrunde aufgehört habe – und das ist mir auch ganz gut gelungen“, sagte der Torschütze des 2:0 und grinste zufrieden. Eggestein hat diese besondere Mischung aus Selbstbewusstsein und Bescheidenheit. Er weiß, was er will, muss es aber nicht lautstark in die Welt posaunen.

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Johannes Eggestein ist reifer geworden

Gut möglich, dass es ihm wichtig ist, schon nächste Saison international spielen zu können. Vielleicht wartet er auch deshalb ab. Fakt ist: Mit seinen Toren hilft er mit, Werder den Weg nach Europa zu ebnen. Und er macht das längst nicht mehr nur im Stile eines Talents. Jojo ist reifer geworden, hat mehr Durchsetzungsvermögen bekommen und an Schnelligkeit gewonnen. Dafür gibt es inzwischen mehr Applaus als bei seinen Einwechslungen.

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