Geht es nach Bremens Innensenator Ulrich Mäurer müssen Milos Veljkovic (Bild) und der SV Werder Bremen zukünftig ohne das Geld aus der Werbung ihres Sponsors betway auskommen.
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Geht es nach Bremens Innensenator Ulrich Mäurer müssen Milos Veljkovic (Bild) und der SV Werder Bremen zukünftig ohne das Geld aus der Werbung ihres Sponsors betway auskommen.

Innensenator will Verbot

Verliert Werder bald das betway-Geld? Mäurer will Werbung für Sportwetten verbieten lassen

Kaum eine Branche wirbt im Sport so aggressiv wie Wettanbieter. Die Fernsehspots laufen bei Fußballspielen rauf und runter, im Stadion gibt es Werbetafeln, Vereine gehören längst zu den Geschäftspartnern. Der Wettpartner von Werder Bremen ist seit 2017 betway, der Deal bringt dem Verein dem Vernehmen nach knapp eine Million Euro pro Saison. Wenn es nach Bremens Innensenator Ulrich Mäurer geht, ist das bald vorbei.

Der SPD-Politiker will ein Werbeverbot für Sportwetten durchsetzen und das Thema dafür auf die Tagesordnung für die kommende Herbst-Konferenz der Innenminister, die vom 1. bis 3. Dezember in Stuttgart stattfindet, setzen lassen. Grund für das angepeilte Verbot ist das hohe Suchtrisiko von Glücksspielen. Darüber berichtet die „Sportschau“. „Werbung sorgt für eine Gewöhnung und somit Normalisierung von Glücksspiel. Es wird nicht als sozial unerwünscht, sondern als akzeptiert dargestellt“, zitiert das Sportmagazin aus der Vorlage für die Konferenz.

Werbeverbot für Sportwetten? Ulrich Mäurer erneut auf Konfrontationskurs mit Profifußball - zu Lasten von Werder Bremen?

Dass Wettanbieter wie betway bei fast allen Clubs im Profifußball heutzutage zu den Sponsoren zählen, ist Ulrich Mäurer ein Dorn im Auge: „Es sind viele, die damit ihr Geld verdienen“, sagt er in der WDR-Sendung „Sport inside“, „in einem Feld, das völlig gesellschaftsschädigend ist.“ Angeblich gibt es in Deutschland 200.000 Menschen zwischen 16 und 70 Jahren, die an Spielsucht leiden. Mäurer möchte demnach, dass nun unter den Innenministern ein Entwurf für einen Änderungsstaatsvertrag ausgearbeitet wird.

Mit diesem Vorstoß geht Mäurer zum wiederholten Male auf Konfrontationskurs mit dem Profifußball. So ist Bremen bisher das einzige Bundesland, das der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die zusätzlichen Polizeikosten für Hochrisikospiele in Rechnung stellt – Kosten, die die DFL seitdem wiederum von Werder Bremen einkassiert. Durch Mäurers Vorgehen hat der Club also bisher schon erhebliche Mehrkosten zu tragen. Wenn der Innensenator mit seinem Werbeverbot durchkommt, drohen dem Verein auch noch Mindereinnahmen. Andererseits rühmt sich Werder Bremen auch sehr mit seinem sozialen Engagement und bemüht sich, einer gesellschaftlicher Vorbildrolle zu entsprechen... (han)

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