+
Die Trainingseinheiten auf der Anlage des Randburg AFC laufen gut, viele andere Dinge könnten aber besser sein.

Zwischenfazit zum Werder-Trainingslager

Bis zum Flop fehlt nicht mehr viel

Johannesburg – Halbzeit in Südafrika! Die erste Hälfte des Trainingslagers liegt hinter Werder Bremen. Eine gute Gelegenheit also für ein Zwischenfazit. Und das besagt: Bis zum Flop fehlt nicht mehr viel. Neueste Kapriole: Für das Training am Dienstag musste das Team umziehen.

Die eigentlich gemieteten Plätze haben unter dem Regen der letzten Tage zu sehr gelitten. Werder sucht deshalb Zuflucht auf dem Gelände des Bidvest Wits FC. 

Aber um mit dem Positiven zu beginnen: Bisher hat Werder in Südafrika keine Verletzungen zu beklagen – im Gegenteil. Philipp Bargfrede ist nach seinen Achillessehnenproblemen ins Training zurückgekehrt, Ersatztorwart Stefanos Kapino hat im Test gegen die Kaizer Chiefs am Sonntag sogar sein Comeback und gleichzeitig seine Premiere im Werder-Trikot gefeiert. 

Sehr eingeschränktes Interesse an Grün-Weiß 

Bei Fin Bartels wird die Belastung nach auskuriertem Achillessehnenriss zwar noch dosiert, aber „auch da liegen wir im Plan“, sagt Trainer Florian Kohfeldt. Sein Resümee nach vier Tagen Training (der Montag war frei): „Wir haben schon gute Dinge erarbeitet und konnten die Trainingsinhalte komplett durchziehen. Wir haben inhaltlich gute Fortschritte gemacht.“ Klingt ziemlich gut, aber trotzdem sollte nicht der Eindruck entstehen, dass Werder in Johannesburg rundum glücklich ist – denn das ist keineswegs der Fall.

Die Bremer sind im Auftrag der Deutschen Fußball Liga (DFL) nach Südafrika gereist, um vor Ort die Werbetrommel für den deutschen Fußball zu rühren. 200 000 Euro Reisezuschuss gab es dafür von der DFL. Werder zahlt deswegen für den Trip nach Afrika nur noch so viel aus eigener Kasse, wie in etwa ein Trainingslager in Spanien gekostet hätte. Das Interesse an Grün-Weiß hält sich in Johannesburg aber stark in Grenzen. 

War der einzige Anhänger, der die Bremer am Flughafen in Johannesburg begrüßte: Kgalabi Phale.

Nur ein Fan nahm die Mannschaft am Flughafen in Empfang, während der Trainingseinheiten schauen höchstens 25 bis 30 zu - der Großteil davon ist aus Deutschland mitgereist. Kamerateams südafrikanischer Medien sind schon mal gar nicht zu sehen. Besonders bitter: Werders Testspiele gegen die Kaizer Chiefs und den Bidvest Wits FC dürfen nicht im südafrikanischen Fernsehen übertragen werden. „Das ist sehr unglücklich und auf jeden Fall ein Punkt, den man optimieren kann“, ärgert sich Werders Aufsichtsratsboss Marco Bode. 

Sportchef Frank Baumann merkt an: „Spiele, die übertragen werden, hätten sicherlich mehr geholfen. Es ist schade für uns. Die Reise hat ja eigentlich den Hintergrund, die Bundesliga hier noch populärer zu machen.“ Dieser Aufgabe kann Werder aber kaum gerecht werden. Möglicherweise bringt die zweite Woche mehr Aufmerksamkeit, dann stehen offizielle Termine und Ausflüge an.

Extreme Wetter-Umschwünge entpuppen sich als schwerwiegendes Problem

Ein weiteres Problem für Werder ist das extrem unbeständige Wetter in Johannesburg. Pralle Sonne, Hagel, Nebel, Gewitter und Starkregen – es war schon alles dabei. Das ist durchaus ungewöhnlich für diese Jahreszeit in Südafrika, erzwingt heute den Wechsel des Trainingsplatzes und führte am Sonntag schon zum Abbruch des Testspiels gegen die Kaizer Chiefs. „Aus sportlicher Sicht war das nicht gut, von daher müssen wir die Zufriedenheit relativieren“, hadert Trainer Florian Kohfeldt. 

Für Freitag, wenn Werder gegen Bidvest antritt, sind in Johannesburg übrigens wieder Gewitter angekündigt. Es besteht also die Gefahr, dass die Bremer ohne ein vernünftiges Testspiel absolviert zu haben, die Heimreise antreten müssen. Spätestens dann wäre der Trip in den Süden Afrikas tatsächlich zur Niete geworden.

Schon gesehen?

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare