Spielerberater Bjarne Goldbaek (re.) ist überzeugt davon, dass Werder Bremen mit Anthony Jung einen guten Spieler verpflichtet hat.
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Spielerberater Bjarne Goldbaek (re.) ist überzeugt davon, dass Werder Bremen mit Anthony Jung einen guten Spieler verpflichtet hat.

Anthony Jung hat in Bremen unterschrieben

„Mit Jung hat Werder einen guten Griff getan“: Ex-Profi und Spielerberater Bjarne Goldbaek über den neuen Mann in der Bremer Defensive

Bremen – Er hat in Deutschland für Kaiserslautern, Schalke und Köln gespielt, stand zudem in England bei Chelsea und Fulham unter Vertrag, lief 29 Mal für Dänemark auf – und gilt als großer Kenner des skandinavischen, speziell des dänischen Fußballs: Bjarne Goldbaek. Kein Wunder also, dass dem 52-Jährigen, der heute als Spielerberater arbeitet, der Wechsel von Anthony Jung von Bröndby Kopenhagen zu Werder Bremen nicht entgangen ist.

Im Gespräch mit der DeichStube erklärt Bjarne Goldbaek, auf was für einen Spielertypen sich die Bremer Fans freuen können. „Mit Anthony Jung hat Werder einen guten Griff getan“, sagt er.

Herr Goldbaek, was ist Anthony Jung für ein Spielertyp?

Er ist ein absoluter Führungsspieler, auf den sich Werder Bremen freuen darf. Er ist wahrlich kein Lautsprecher, doch er überzeugt mit seinem Auftreten auf dem Platz und übt so Einfluss auf seine Mitspieler aus. Er kann eine Mannschaft anleiten und lenken.

Was zeichnet ihn besonders aus?

Seine Ruhe und Abgeklärtheit. Jung gerät nie in Panik, auch wenn er mal unter Druck gerät. Er ist enorm ballsicher und verfügt über ein gutes Aufbauspiel. Werder könnte von diesen Fähigkeiten gerade in der 2. Liga profitieren, weil davon auszugehen ist, dass die Mannschaft dort mehr Spielanteile haben wird als in der vergangenen Saison. Wenn Bremen, wie angekündigt, mit dem neuen Trainer Markus Anfang vermehrt Ballbesitzfußball spielen möchte, ist Jung in der Abwehrzentrale ein geeigneter Neuzugang.

Mit Bröndby Kopenhagen wurde Jung zum Abschied Meister. Wie sind seine Leistungen in Dänemark einzuschätzen?

Dort hat er sich als Leitfigur und Leistungsträger bewährt. Mit dem aufstrebenden Coach Niels Frederiksen, dem Nachfolger des Deutschen Alexander Zorniger, ist Bröndby vor den großen Favoriten FC Kopenhagen und FC Midtjylland, die beide wesentlich mehr Potenzial besaßen, überraschend Meister geworden. Jung war dabei ohne Frage einer der Eckpfeiler dieser Meistermannschaft.

Was war das Geheimnis des Erfolgs von Trainer Frederiksen und Abwehrchef Jung?

Zorniger hatte Jung als linken Außenverteidiger geholt. Sein Nachfolger hat den Legionär, der sich in dieser Rolle wohlgefühlt und gute Leistungen gebracht hat, überraschenderweise umgeschult. Jung hat zuletzt als linker Innenverteidiger agiert. Auch auf dieser neuen Position hat er überragend gespielt, hat die neue Rolle gut angenommen. Der Vorteil dabei: Als Außenbahnspieler musste Jung oft in Laufduelle und Eins-gegen-eins-Situationen, was mitunter für ihn eine Herausforderung war. In der Abwehrzentrale ist er meiner Ansicht nach besser aufgehoben.

„Anthony Jung bietet sich definitiv an, um bei Werder Bremen die Lücke in der Innenverteidigung schließen“

Sollte er bei Werder Bremen auch diese Position bekleiden?

Werder wird im Defensivzentrum neue Leute brauchen. Niklas Moisander hat bereits den Club verlassen, eventuell werden Ömer Toprak und auch Marco Friedl nach der Europameisterschaft, möglicherweise auch Milos Veljkovic folgen. Jung bietet sich definitiv an, um die Lücke in der Innenverteidigung zu schließen.

Stimmt es, dass Jung in Kopenhagen ein Publikumsliebling gewesen ist?

Richtig, die Fans haben ihn gemocht, nicht zuletzt wegen seines vorbildlichen Auftretens. Bei Instagram hat er sich in den letzten Tagen vom Bröndby-Publikum super verabschiedet, die Anhänger geradezu um Entschuldigung gebeten, dass er Dänemark verlässt und nach Deutschland zurückkehrt.

Wollte Bröndby ihn nicht halten?

Der Verein hat alles versucht, ihn weiter zu verpflichten. Doch Bröndby hatte keine Chance. Jung wollte zurück nach Deutschland, wollte nun diesen Schritt machen – auch aus familiären Gründen. Gut für Werder Bremen zudem, dass sein Vertrag ausgelaufen und er somit ablösefrei ist. Auch das sprach klar für einen Transfer und macht aus Werder-Sicht erst recht Sinn bei dieser Personalie. (hgk)

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