Zwei der drei Joker-Torschützen beim BVB: Die eingewechselten Lee Buchanan (links) und Niklas Schmidt (rechts) trafen neben Oliver Burke für Werder Bremen beim 3:2-Sieg gegen Borussia Dortmund!
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Zwei der drei Joker-Torschützen beim BVB: Die eingewechselten Lee Buchanan (links) und Niklas Schmidt (rechts) trafen neben Oliver Burke für Werder Bremen beim 3:2-Sieg gegen Borussia Dortmund!

Ole Werners goldenes Händchen

Joker-Hattrick in sechs Minuten: Werder Bremens spätes Tore-Spektakel beim BVB wird zur Rekordmarke

Dortmund – Immer wieder ging der Blick auf Ole Werners Hände. Nein, auch nach diesem unfassbaren 3:2-Spektakel bei Borussia Dortmund hatte sich die Hautfarbe an den Fingern nicht verändert. Dabei hätte es wahrlich nicht verwundert, wenn der Cheftrainer des SV Werder Bremen dort ein wenig mehr geglänzt hätte als bisher. Denn das Händchen, das der 34-Jährige bei diesem Auswärtsspiel bewies, war mehr als nur golden.

Es hatte historischen Wert und mündete in eine ganz banale Zahlenkombination, auf die sich der ganze Bremer Wahnsinn herunterbrechen ließ: 3-3-6. Denn die Bremer hatten es tatsächlich geschafft, gegen den BVB drei Jokertore durch drei unterschiedliche Spieler in nur sechs Minuten zu erzielen. Und wem dieses Ziffernspiel noch immer nicht genügte, der ergänzte es um die Minuten 89 bis 90.+5. Denn was Werder Bremen in diesen wenigen Augenblicken bei Borussia Dortmund anstellte, war nicht nur rekordverdächtig, sondern tatsächlich einzigartig und hatte es so in den Topligen Europas noch nicht gegeben.

Werder Bremen gelingen gegen den BVB drei Jokertore durch drei unterschiedliche Spieler in sechs Minuten

Mit der spektakulären Schlussphase hatten die Bremer dem Signal-Iduna-Park den Stecker gezogen. Plötzlich feierte nicht mehr Schwarz-Gelb, sondern nur noch Grün-Weiß. Auch Ole Werner hatte während der späten Treffer von Lee Buchanan (89.), Niklas Schmidt (90.+3) und Oliver Burke (90.+5) gegen den BVB seine ganze Freude herausgebrüllt, ein paar Minuten später stand er dann schon wieder ziemlich gefasst vor den Mikrofonen der Journalisten und versuchte zu erklären, was eigentlich nicht zu erklären war. Und wie das nun genau mit seinem goldenen Händchen gegen Borussia Dortmund war. „Das ist einfach cool für die Jungs, die reingekommen sind und gut für uns als Mannschaft, dass wir uns auf sie verlassen können“, sagte der Trainer des SV Werder Bremen. „Vor allem deshalb, weil es für sie ja auch nicht so einfach ist, wenn man mal eine Woche nicht spielt. Und dann erfährst du am Spieltag, dass du wieder nicht von Beginn an spielen kannst“, so Werner.

Werder-Bremen-Trainer Ole Werner beweist gegen Borussia Dortmund ein goldenes Händchen

Doch wie das so ist im Fußball, manchmal ist dieser unberechenbar. Plötzlich werden aus vermeintlich Benachteiligten echte Gewinner. „Das Schöne am Sport ist, dass sich das manchmal um 180 Grad drehen kann“, erzählte Ole Werner. „Und dann erlebst du einen Tag im Fußball, an den du dich immer erinnern wirst.“ Das wiederum gilt nicht nur für das Späte-Tore-Trio von Dortmund, sondern im Grunde für alle, die live vor Ort oder am Bildschirm ein ganz außergewöhnliches Stück Fußballgeschichte miterlebt hatten. „Am Ende war es ein unglaubliches Comeback von uns“, sagte Oliver Burke, der wie schon gegen den VfB Stuttgart in der Vorwoche in der fünften Minute der Nachspielzeit zugeschlagen hatte. Auch damals als Joker. Aber dieses Mal reichte es für drei Punkte und nicht nur einen Zähler. „Es ist eines der besten Tore, die ich je gemacht habe“, urteilte er. Der schottische Stürmer des SV Werder Bremen grinste breit, als er diese Worte nach dem Sieg bei Borussia Dortmund sprach. Der ganz normale Werder-Wahnsinn eben… (mbü)

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