Wissenswertes vor dem Spiel von Werder Bremen gegen Borussia Dortmund: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.
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Wissenswertes vor dem Spiel von Werder Bremen gegen Borussia Dortmund: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Klemm-Brett zum 23. Spieltag

Notizen vor Werder gegen BVB: Rekorde, Gewinner und Verlierer

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 23. Spieltag geht es um Borussia Dortmund.

Hinspiel zwischen Werder Bremen und dem BVB

Leidenschaftlich, so urteilten viele Medien, sei der Auftritt Werders gewesen. Der Lohn: 2:2 in Dortmund, auch dank eines starken Keepers Jiri Pavlenka. Milot Rashica und Marco Friedl trafen für Bremen, Mario Götze und Marco Reus für den BVB.

Statistik: Werder Bremen gegen Borussia Dortmund

Die Heimbilanz von Werder Bremen gegen den BVB sieht gut aus: 31 Siege bei neun Remis und elf Niederlagen. In der Gesamtbilanz liegt Werder Bremen leicht im Hintertreffen: 41 Niederlagen, während Dortmund 43 Siege bei 19 Unentschieden verbucht. Plus für Werder auch im Pokal: vier Erfolge, drei Niederlagen.

Spruch von Mats Hummels

„Bester Fußballer, den ich je gesehen habe. Punkt.“

Mats Hummels über Lionel Messi nach der 1:3-Niederlage beim FC Barcelona.

Golden Boy Jadon Sancho

Hohe Auszeichnung für den Jungstar: Jadon Sancho, das Supertalent aus England, belegte bei der Wahl zum Golden Boy den zweiten Rang. Seit 2003 veranstaltet die italienische Sportzeitung Tuttosport diese Ehrung, mit der der beste Nachwuchsspieler Europas ausgezeichnet wird. Sancho, in der Hinrunde nicht immer in Topform und durch Eskapaden aufgefallen, profitierte sicherlich von seinen herausragenden Auftritten in der Vorsaison. Es gewann der Portugiese Joao Felix, der für 126 Millionen Euro von Benfica Lissabon zu Atletico Madrid gewechselt ist. Bisher hat nur ein Deutscher diese Wahl gewonnen: Mario Götze aus Dortmund im Jahr 2011.

Sorgenkind Jadon Sancho

Ein begnadeter Fußballer, doch ein Enfant terrible: Jadon Sancho, seit 2017 beim BVB, zuvor bei Manchester City und dem FC Watford, hat vor allem in der letzten Spielzeit die Bundesliga verzaubert. In dieser Saison fiel der elfmalige Nationalspieler aus England nicht nur durch seine sportlichen Glanztaten auf, sondern durch seine mehrfachen Fehltritte, die an die unseligen Zeiten erinnerten, die die Dortmunder mit Ousmane Dembélé und Pierre-Emerick Aubameyang durchleben mussten. Gleich zweimal musste Lucien Favre in der Hinrunde den 19-Jährigen aus disziplinarischen Gründen suspendieren. Vor dem Topspiel gegen Mönchengladbach, weil Sancho zu spät von der Nationalelf zurückgekehrt war, was ihn zudem eine Geldstrafe von 100.000 Euro einbrachte.

Und vor dem Gastspiel in Barcelona, weil das Supertalent das Frühstück und Anschwitzen verschlafen hatte sowie zu spät zur Teamsitzung gekommen war. Kommentar des Trainers: „Wir brauchen Spieler, die fokussiert und bereit sind.“ Sancho avancierte somit zum Sorgenkind. Manch einer spekulierte, dass der Offensivspieler seinen Rauswurf provozieren wolle. Tage vor dem Skandal in Barcelona hatte er in einem Interview mit „The Athletic“ sich über seine Behandlung in Dortmund beschwert: Er fühle sich erniedrigt und im Stich gelassen.

BVB-Juwel Erling Haaland überragt

Ein Einstand wie im Märchen: Erling Haaland begeisterte bei seinem Debüt. Erster Ballkontakt und gleich ein Tor. Zwei weitere Treffer folgten, so nahm sich das Produkt seines rund halbstündigen Arbeitstages aus. Der Norweger, das Objekt auf dem internationalen Transfermarkt in diesem Winter, etwa 20 Millionen Euro teuer, brachte sogleich seine Rendite beim 5:3-Sieg in Augsburg. Der 19-jährige Debütant war der gefeierte Star, avancierte zum Matchwinner für die in Bedrängnis geratene BVB-Elf. „Heute war ein guter Tag, ich bin sehr glücklich“, kommentierte der nicht auf den Mund gefallene Mittelstürmer, der von RB Salzburg gekommen war, seinen Start in die Bundesliga. Drei Tore beim Debüt im deutschen Oberhaus – der letzte Profi, dem dies glückte, trug auch die Dortmunder Farben.

Pierre-Emerick Aubameyang, dreimal erfolgreich beim 4:0 am 10. August 2013, ebenfalls in Augsburg. Kein Wunder, dass der Shooting Star auch bei der Wahl zur ESM-Elf des Monats Januar ganz vorn lag: Zehn von 13 möglichen Stimmen europäischer Fußballmagazine erhielt Haaland, zweiter Rang hinter Cristiano Ronaldo (elf Nennungen). Lohn für die fünf Tore, die dem BVB-Neuling in nur 59 Minuten Spielzeit gelangen. „Eine Naturgewalt“, triumphierte BVB-Boss „Aki“ Watzke. Der Transfercoup in Zahlen: Acht Tore bei fünf Einsätzen, Doppelpack gegen Paris St. Germain, zuvor für Red Bull Salzburg acht Treffer in sechs Spielen der Königsklasse und 16 Tore in 14 Ligaspielen.

Gewinner Dan-Axel Zagadou

Lange musste er warten, dann bekam er endlich seine Chance bei Lucien Favre. Als der Coach auf die Dreierkette umstellte, schlug die Stunde von Dan-Axel Zagadou. Der 20 Jahre junge Innenverteidiger nutzte die Gunst der Stunde und bewährte sich in der Defensive. Stark am Boden, stark in der Luft – der Franzose bringt alles mit. Zudem ist der Junioren-Nationalspieler aus dem Land des Weltmeisters auch noch sehr sicher und flexibel im Passspiel. Dortmunds Aufbauspiel ist mit ihm variantenreicher und weniger fehleranfällig.

Bestwerte bei Borussia Dortmund

Der alte Mann und seine Stärke: Mars Hummels behauptete sich als bester Zweikämpfer mit 61,4 Prozent. Nicht überraschend kommt die Führungsposition im Bereich Passquote: Axel Witsel mit sagenhaften 93,5 Prozent. Mit 101 weist Lukas Piszczek die meisten Ballkontakte auf, während Mahmoud Dahoud die meisten Meter machte mit durchschnittlich 13,20 Kilometern.

Absteiger Mario Götze

Das Votum der Kollegen fiel so aus. 239 Profis nahmen an der Umfrage des „kicker“ teil, 11,7 Prozent nannten Mario Götze als Absteiger der Saison.

Rangliste

Ein Borusse ist Spitze. Jadon Sancho, dem der „kicker“ das Prädikat Internationale Klasse zugestand, führt bei der offensiven Außenbahn die Rangliste an. Weiter im Vorderfeld: Roman Bürki, ebenfalls Internationale Klasse, bei den Keepern auf Platz 5, Mats Hummels steht bei den Innenverteidigern auf Rang 4.

Supertalent Youssoufa Moukoko

Alle reden von Youssoufa Moukoko, dem Supertalent, das als 15-Jähriger in der U19 Tore am Fließband schießt. In der Bundesliga, so die bisherige Regelung, könnte der Nachwuchsstürmer frühestens im August 2021 sein Debüt geben. Die Spieler müssen entweder ihr 18. Lebensjahr vollendet haben oder zum jüngeren Jahrgang der U19 zählen. Nun plant der DFB diese Altersgrenze auf 16 Jahre zu senken. Über diesen Antrag, den Borussia Dortmund angekündigt hat, wird die Vollversammlung der Deutschen Fußball-Liga Ende März entscheiden. Viele sprechen daher von einer „Lex Moukoko“ - und der Plan stößt nicht überall auf Gegenliebe. So widerspricht Leipzigs Julian Nagelsmann: „Wenn ich die Spieler noch früher hochziehe, werden sie noch mehr unter Druck gesetzt.“

Rückkehrer Emre Can

Nach fünfeinhalb Jahren im Ausland kehrt Emre Can in die Bundesliga zurück. Für Bayer Leverkusen, das am 34. Spieltag der Saison 2013/14 die Qualifikation für die Champions League mit einem 2:1 gegen Werder Bremen perfekt gemacht hatte, absolvierte der Nationalspieler sein bis dato letztes Spiel in der höchsten deutschen Spielklasse. Nun holte die Borussia den 26-Jährigen zurück. Der Defensivallrounder wird für eine Gebühr von fünf Millionen Euro für ein Jahr von Juventus Turin ausgeliehen, danach greift eine Kaufverpflichtung – Ablöse 25 Millionen Euro.

Can, der in Italien ein üppiges Jahresgehalt von 14 Millionen Euro erhalten und nun erhebliche Gehaltseinbußen in Kauf genommen haben soll, erhofft sich mehr Spielpraxis im EM-Jahr, was beim neuen Juve-Trainer Maurizio Sarri nicht gewährleistet schien. Im Sommer 2018 war der gebürtige Frankfurter ablösefrei vom FC Liverpool in die Serie A gewechselt. In Dortmund wird Can nach kurzer Zeit bereits gefeiert: als Führungsspieler, Stabilisator und Taktgeber.

Abgang von Paco Alcacer

Nur zwei Jahre dauerte sein Gastspiel: Paco Alcacer floh in seine Heimat. Der Torjäger, einst für 23 Millionen vom FC Barcelona nach Westfalen geholt, mit einem Vertrag bis 2023 ausgestattet, sah keine Chance mehr für sich nach dem Haaland-Transfer. Der Stürmer wechselte zum FC Villarreal, nachdem eine Rückkehr zum Ex-Club Valencia sich nicht realisieren ließ.

Dortmund kann für diesen Transfer bis zu 30 Millionen Euro (inklusive Bonuszahlungen) kassieren. Nach 18 Toren bei 26 Einsätzen (zumeist als Joker) in seiner ersten Bundesliga-Saison hatte er noch im Spätsommer als erster BVB-Profi in der 110-jährigen Clubgeschichte mit mindestens einem Tor in den ersten sechs Pflichtspielen losgelegt. Dann Verletzungen und ein Formtief, schließlich die Systemumstellung von Favre, so gab es keinen Platz mehr für den Neuner Alcacer.

Rekord von Jadon Sancho

Jadon Sancho eifert seinem neuen Mitspieler Erling Haaland nach. Der Engländer stellte einen neuen Rekord beim 5:0 gegen Union Berlin auf und übertraf eine 52 Jahre alte Bestmarke. Horst Köppel hatte vor 52 Jahren als Jungspund stolze 24 Treffer vor seinem 20. Geburtstag erzielt, eine Marke, die der Leverkusener Kai Havertz 2019 egalisiert hatte. Nun kam Sancho, der erst am 25. März 20 Jahre alt sein wir. Er erzielte in jener Partie seinen 25. Treffer. „Unfassbar“, urteilte Sportdirektor Michael Zorc. Der Rekordhalter hatte übrigens seinen „Ehrentreffer“ mit einem besonderen Jubel gefeiert: Er hatte in den Himmel gezeigt und mit seinen Fingern die Zahl 24 geformt – eine Reminiszenz an den verstorbenen Basketball-Star Kobe Bryant.

Werder Bremen wirft BVB aus DFB-Pokal

Der Tanz auf drei Hochzeiten endete für Borussia Dortmund bei Werder Bremen: Pokal-Aus nach einer 2:3-Niederlage. Michael Zorc ärgerte sich: „Das tut sehr weh, eine vermeidbare Niederlage, aber letztlich verdient.“ Wie im Vorjahr war Werder im Achtelfinale die Endstation für den BVB. Davie Selke und Leonardo Bittencourt hatten Bremen in Führung gebracht, der eingewechselte Haaland verkürzt. Milot Rashica erhöhte wieder, so dass Giovanni Reynas Anschlusstor nicht mehr nutzte.

Defensivprobleme bei Borussia Dortmund

„Doof“ nennt Sebastian Kehl, der Lizenzspielerleiter, das Defensivverhalten. „Konsequentes Verteidigen“ vermisst Michael Zorc, der Sportdirektor. Dortmund war lange hinten nicht dicht. Eine Gegentorflut, die die Titelchancen schmälert. Auch die Umstellung von Viererkette auf Dreierreihe, auch diverse Personalwechsel, alles brachte keine Stabilität. Der Beleg: In einem Rassespiel, beim 3:4 in Leverkusen, verspielten die Dortmunder so den Sieg. Die Treffer von Mats Hummels, Emre Can und Raphael Guerreiro sorgten für eine zwischenzeitliche Führung, die nicht gerettet werden konnte. Kevin Volland (2), Leon Bailey und Lars Bender trafen für Bayer.

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