Wissenswertes vor dem Spiel von Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.
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Wissenswertes vor dem Spiel von Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Klemm-Brett zum 28. Spieltag

Notizen vor Gladbach: Das Hinspiel, der Team-Vergleich, das Quarantäne-Trainingslager

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 28. Spieltag geht es um Borussia Mönchengladbach.

Spruch von Gladbach-Profi Christoph Kramer

 „Gefehlt hat das Tor. Wie so oft, wenn man keins schießt.“

 Gladbach-Profi Christoph Kramer nach dem 0:1 in Dortmund

Statistiken Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach

Die Gesamtbilanz in der Bundesliga ist fast ausgeglichen. 101 Spiele, 39 Siege für die Borussia, 38 für Werder, 24 Remis. In der Heimbilanz hat Bremen die Nase vorn: 27 Erfolge in 50 Partien bei neun Niederlagen und 14 Unentschieden. Insgesamt, Bundesliga plus Pokal, standen sich die beiden Traditionsklubs 107-mal gegenüber. Leichtes Plus für Gladbach: 43 Siege. Werder verbuchte 40 Siege.

Werder Bremen: Hinspiel gegen Borussia Mönchengladbach

Kaum Chancen für Werder beim Gang zum damaligen Tabellenführer. Gladbach bewies beim 3:1 seine Hochform und baute die Führung an der Tabellenspitze aus. Furios die erste Stunde, hinreißender Offensivfußball, tolle Tore von Bensebaini und Hermann, dem ein sehenswerter Doppelschlag gelang. Das Tor durch Bensebaini bewies dabei die Bremer Schwäche bei Standards, Keeper Jiri Pavlenka beim Herauslaufen ohne Timing. Per Videobeweis wurde korrekterweise ein Treffer von Osako aberkannt, weil sich zuvor Rashica zu robust im Duell mit Zakaria eingesetzt hatte. Werder scheiterte an MG-Keeper Sommer, der erstklassige Paraden gegen Rashica und Maxi Eggestein zeigte. Zudem vergab Klaassen einen Elfmeter (Bensebaini an Osako) gegen einen glänzend parierenden Sommer. Bittencourts Ehrentreffer in der dritten Minute der Nachspielzeit kam zu spät. Werder blieb im siebten Spiel in Folge sieglos.

Spitze von Borussia Mönchengladbach

Sie hatten einen Lauf. Sieben Mal in Folge belegten die Gladbacher in der Hinserie den ersten Rang, stießen damit Dauerspitzenreiter Bayern München wenigstens zwischenzeitlich mal von der Spitze. Für Statistiker: Gladbach spielt bislang die zweitbeste Saison der Vereinsgeschichte – nur 1974/75 hatte der Club nach 27 Spieltagen mehr Zähler.

Vertragsverlängerungen bei Mönchengladbach

Wo Erfolg ist, da bleibt man gern. Es trifft auf einige Borussen zu. Vertragsverlängerungen am Niederrhein: Yann Sommer startete. Der Keeper, seit 2014 in Gladbach, unterschrieb ein neues Arbeitspapier, das bis 2023 datiert ist. Der Nachfolger von Marc-André ter Stegen hat sich bewährt. Sportdirektor Max Eberl lobt den Schweizer Nationaltorwart: „Einer der besten Torhüter Europas und für uns ein Führungsspieler.“ Wenige Tage später folgte ein weiterer Leistungsträger: Christoph Kramer, dessen Kontrakt am Saisonende ausgelaufen wäre, band sich für weitere drei Jahre an den Club. Der Weltmeister, der 2013 zunächst auf Leihbasis aus Leverkusen gekommen war, bevor er 2016 von der Borussia fest verpflichtet wurde, will seine Karriere am Niederrhein beenden: „Ich denke, dass ich nicht noch einmal wechseln werde.“ Vor Sommer und Kramer hatten auch Florian Neuhaus und Laszlo Benes ihre Verträge verlängert, beide bis 2024.

Gladbachs Wechselkönig

Es musste in dieser Saison passieren. Patrick Herrmann krönte sich zum Auswechselkönig der Liga. Im Spiel gegen Paderborn gegen Ende der Hinserie wurde der Ur-Borusse zum 140. Mal ausgewechselt. Damit zog er mit Halil Altintop gleich. Froh, dass das Thema endlich beendet sei, meinte der Gladbacher, der seine „Rekord-Herausnahme“ als okay einstufte: „Ich ging ganz schön auf dem Zahnfleisch.“

Bestwerte bei Borussia Mönchengladbach

Zweimal in Front bei den vereinsinternen Statistiken: Nico Elvedi hat mit 65,5 % eine sehr passable Zweikampfquote und mit 92,1 % eine noch bessere Passquote. Nationalspieler Mathias Ginter führt die Rubrik der Ballkontakte an: 75 im Schnitt. Jonas Hofmann und Lars Stindl liegen mit 12,64 km Laufdistanz pro Spiel in dieser Statistik vorn.

Ex-Werder-Profi Arie van Lent: Abschied in Gladbach

Sieben Jahre lang arbeitete Arie van Lent, der ehemalige Werderaner, am Bökelberg: immer im Nachwuchsbereich, zuletzt als Trainer der U23. Der Vertrag des 49-Jährigen, der 2007 seine aktive Laufbahn beendet, wird nicht verlängert. Der in den Niederlanden geborene Ex-Profi akzeptierte die Entscheidung: „Ehrlich gesagt, auch ich hatte das Gefühl, dass es für mich an der Zeit wäre, noch einmal etwas anderes zu machen.“ In der Regionalliga West rangiert Gladbachs Reserve mit Trainer van Lent auf einem Mittelfeldplatz.

Der Staff von Borussia Mönchengladbach

Die Gedankenspiele sind zu den Akten gelegt worden. Nach dem Trainerwechsel wurde auch über Änderungen auf anderen Ebenen nachgedacht. Doch das Thema ist durch: Es bleibt alles beim alten im Team. Laut Manager Eberl ist die Borussia in allen Bereichen bestens präpariert. Konkret bedeutet dies: Vertrauen für Steffen Korell, verantwortlich für das Scouting, und für Christopher Heimeroth, den Team-Manager. Mit Chefcoach Marco Rose sei ein „fantastisches Puzzleteil gefunden worden“, so dass das Team bestens aufgestellt sei. Dies galt auch für das Spieleraufgebot: Gladbach neben Freiburg der einzige Club, der sich nicht am winterlichen Transfergeschehen beteiligte.

Mönchengladbach und die Vertrags-Poker

Vier Verträge laufen aus. Bei Fabian Johnson stehen die Zeichen auf Trennung. Der Amerikaner könnte aufgrund seiner Vielseitigkeit im Konzept von Trainer Rose normalerweise noch eine Rolle spielen, doch er taucht zu häufig ab. Bei Oscar Wendt wird eine Vertragsverlängerung vermutet.. Hochsensibel ist die Personalie Rafael. Von den Fans wird der Brasilianer ehrfürchtig „Maestro“ gerufen, ist seit Jahren ein Fixpunkt in der Offensive. Der Edeltechniker kann in engen Spielen noch wertvoll sein. Möglich daher, dass ihm noch ein auf ein Jahr datierter Vertrag angeboten wird. Beste Eigenwerbung hat zuletzt Tobias Strobl gemacht, der sich als guter Vertreter des verletzten Denis Zakaria bewies. Insgesamt vier Fragezeichen. Der Poker kann sich noch hinziehen.

Gladbachs Rat für Joachim Löw

Kess ist er, der Marcus Thuram. Locker und wortgewandt ist der Franzose. Nach dem 4:1 im Derby gegen Düsseldorf machte er einen Spruch, der indes ernst gemeint war. Sein Rat an Jogi Löw: „Wenn ich Bundestrainer wäre, würde ich ihn 100-mal anrufen.“ Gemeint war Florian Neuhaus, den Kollege Thuram so dem Bundestrainer wärmstens ans Herz legte. „Flo hat es verdient, bei der EURO dabei zu sein.“ Der Betroffene sprach davon, dass die A-Nationalelf sein Traum sei: „Ich setze mich da nicht unter Druck.“ Neuhaus, Stammplatz in der Junioren-Nationalelf, weiter: Olympia sei auch ein großes Ziel.

Coronavirus-Quarantäne

„Essen, Trinken, Schlafen, Trainieren!“ Auf diese Kurzformel brachte Manager Max Eberl das Quarantäne-Trainingslager, das im heimischen Borussia-Park stattfand. In das Vier-Sterne-Hotel zog die Truppe erst relativ spät ein – nur fünf Tage kaserniert, obwohl sieben vorgeschrieben waren. Der Grund: Ursprünglich war das Spiel in Frankfurt erst für Sonntag angesetzt, wurde getauscht mit der Begegnung Union Berlin – Bayern. Das Gladbacher Hotel konnte erst am Montag vor dem Start wieder öffnen.

Form von Borussia Mönchengladbach

Sein Ausfall schmerzt: Denis Zakaria musste sich einer Knie-Operation unterziehen. Doch ansonsten ist die Personallage mehr als komfortabel. Lars Stindl und Christoph Kramer, lange angeschlagen, sind wieder fit, Fabian Johnson nach seinen muskulären Problemen auch. In Frankfurt siegte die Borussia nach Toren von Thuram, Plea, Bensebaini bei einem Gegentreffer von Silva mit 3:1. Im Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen fehlte das Glück: 1:3-Niederlage, die einen Rückschlag im Kampf um den Platz in der Champions League bedeutete. Spielentscheidend war dabei eine mehr als zweifelhafte Entscheidung von Schiedsrichter Sören Storks. Dieser gab einen Elfmeter. Bellarabi kam zum Abschluss, Ball neben das Tor, Elvedi rauschte in die Beine des Leverkuseners. Auch nach dem durch den VAR empfohlenen Studium der Aufzeichnung blieb der schwache Storks bei seiner Entscheidung. Strafstoß-Tor durch Havertz – die Vorentscheidung. Zudem trafen Havertz und Sven Bender bei einem Gegentreffer von Thuram. Mit einer Verletzung am Knöchel musste Breel Embolo früh ausgetauscht werden. Er wird am Dienstag in der Partie gegen Werder Bremen nicht spielen können.

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