Werder-Bremen-Boss Klaus Filbry erklärt im Interview, was er nach dem Bundesliga-Aufstieg erwartet und wo er den Club in fünf Jahren sieht!
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Werder-Bremen-Boss Klaus Filbry erklärt im Interview, was er nach dem Bundesliga-Aufstieg erwartet und wo er den Club in fünf Jahren sieht!

DeichStube-Interview

„Die Bundesliga ist die Benchmark“: Werder-Boss Filbry über die Erwartungen nach dem Aufstieg

Bremen - Der SV Werder Bremen ist zurück in der Bundesliga - und das lässt natürlich auch Klaus Filbry aufatmen. Der Werder-Boss ist vor allem für die Finanzen des Traditionsvereins zuständig. Im Interview mit der DeichStube erklärt der 55-Jährige, was er nach dem Aufstieg erwartet und wo er Werder in fünf Jahren sieht. 

Herr Filbry, worauf freuen Sie sich am meisten bei Werder Bremens Rückkehr in die Bundesliga?

Wenn man über 40 Jahre zur Bundesliga gehört hat, weiß man wahrscheinlich erst, was man vermisst, wenn man nicht mehr Teil davon ist. So ging es mir jedenfalls. Wir hatten eine tolle Saison in der 2. Liga, aber die Bundesliga ist dann letztlich doch die Benchmark. Daher freue ich mich, dass wir wieder zu den 18 besten Mannschaften in Deutschland gehören. In Dortmund vor der Südtribüne anzutreten oder im Wohninvest Weserstadion auf die Bayern zu treffen, ist für jeden Fußballfan auch weiterhin ein Highlight. Und natürlich ist auch der finanzielle Aspekt nicht zu unterschätzen, die Bundesliga bietet uns einfach mehr Möglichkeiten, da auch der nationale und internationale Fokus in allen Bereichen wieder mehr auf uns gerichtet ist.

Wie hat sich der Aufstieg auf das Interesse der Fans und der Sponsoren ausgewirkt?

Erst einmal muss man den Fans und den Sponsoren ein großes Dankeschön aussprechen, denn trotz des Abstieges und trotz aller Einschränkungen durch die Corona-Situation, wodurch wir vor große finanzielle Herausforderungen gestellt wurden, haben wir immer einen großen Zuspruch und eine breite Unterstützung gespürt. Das ist nicht selbstverständlich und das wissen wir zu schätzen. Natürlich war die Euphorie in den Stunden und Tagen unmittelbar nach dem Aufstieg sehr groß. Und das macht sich natürlich auch bis heute im Tagesgeschäft bemerkbar. Wir nehmen schon ein erhöhtes Interesse und eine große Vorfreude auf die Saison wahr. Die Nachfrage nach den Dauerkarten ist weiterhin hoch, gleiches gilt für die Businessbereiche. Wir werden dazu interessante neue Partnerschaften im Sponsoringbereich dazugewinnen und auch der Trikotverkauf ist sehr gut angelaufen.

Werder-Bremen-Boss Klaus Filbry: „Mit Blick auf unseren Etat sind wir in der Liga sicherlich einer der Herausforderer“

Wo ordnen Sie Werder Bremen finanziell in der Liga ein?

Mit Blick auf unseren Etat sind wir in der Liga sicherlich einer der Herausforderer. Auch wenn man die Einnahmen aus der Verteilung der TV-Gelder betrachtet stehen wir auf einem der hinteren Plätze. Aber zur Betrachtung gehört auch, dass wir während der Corona-Pandemie unsere Hausaufgaben gemacht und gut gewirtschaftet haben. Die Herausforderungen der Corona-Pandemie mit Mindereinnahmen von über 80 Millionen Euro haben wir mit einem hohen Kraftakt auf vielen Ebenen und harter Arbeit sehr gut abgefedert. Wir haben auf unserem Weg der Konsolidierung wichtige Schritte unternommen und werden auf der Mitgliederversammlung im Herbst ein positives Ergebnis präsentieren können.

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Wie kann der Klassenerhalt gelingen?

Wir sind davon überzeugt, dass wir einen konkurrenzfähigen Kader zusammengestellt haben. Frank Baumann und Clemens Fritz ist es dabei gelungen, bereits frühzeitig sechs interessante Transfers zu tätigen, fünf davon ohne Ablösesumme. Diese clevere Transferpolitik ist eine wichtige Säule. Darüber hinaus konnten wir wichtige Vertragsverlängerungen realisieren, unter anderem der Leistungsträger Marco Friedl und Milos Veljkovic, Jiri Pavlenka und Niclas Füllkrug. Unter Ole Werner hat die Mannschaft eine sehr gute Entwicklung genommen und ist auf einem sehr guten Weg. Das sind für mich alles gute Gründe, warum ich optimistisch bin, dass wir am Ende den Klassenerhalt schaffen werden.

Werder-Bremen-Boss Klaus Filbry: „Wir wollen ein fester Bestandteil der 1. Bundesliga sein“

Was würde ein erneuter Abstieg für Werder Bremen finanziell bedeuten?

Ich blicke lieber optimistisch nach vorne. Aber natürlich gehört es dazu, in allen Szenarien zu denken. Die Erfahrungswerte, die wir dafür letzte Saison gesammelt haben, helfen uns sicherlich bei den Planungen für die Zukunft – wobei wir schon immer weitsichtig waren und für beide Szenarien geplant haben. Dass der Einnahme-Unterschied zwischen den Ligen eklatant ist, wird auch wieder beispielhaft beim Blick auf die TV-Gelder deutlich. In Liga zwei lägen wir als Werder Bremen hier ungefähr bei der Hälfte im Vergleich zur 1. Bundesliga.

Wo sehen Sie Werder Bremen in fünf Jahren?

Wir wollen ein fester Bestandteil der 1. Bundesliga sein. Ein Ziel, dass wir bei Werder Bremen darüber hinaus alle teilen, ist das Pokalfinale in Berlin. Wir waren in den vergangenen Jahren mehrmals nah dran, deswegen haben wir dieses gemeinsame Ziel. Außerdem wollen wir hinsichtlich der gesellschaftlichen Verantwortung weiter eine Vorreiterrolle einnehmen. Nachhaltigeres Handeln ist eins unserer strategischen Ziele, hier werden in den nächsten fünf Jahren insbesondere beim Umweltschutz weitere wichtige Schritte unternehmen. (kni) Schon gelesen? So seht Ihr das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg live im TV und im Live-Stream!

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