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Niklas Moisander geht Giovanni Reyna vom BVB an den Kragen. der Kapitän von Werder Bremen kam ohne Rote Karte davon.

Werder-Kapitän ging BVB-Spieler Reyna an den Kragen

Schiedsrichter Guido Winkmann erklärt, warum er Niklas Moisander und Werder Bremen verschonte

Bremen – Das Gerangel im Strafraum, die knisternde Spannung während der folgenden Video-Analyse durch das Schiedsrichterteam, dann die Gelben Karten für Kapitän Niklas Moisander und Giovanni Reyna – wieso Referee Guido Winkmann in der umstrittensten Szene des DFB-Pokalfights zwischen dem SV Werder Bremen und Borussia Dortmund (3:2) entschied, wie er entschieden hatte, erklärt er nun im „kicker“.

Winkmanns Entscheidungskette war diese: Reynas Fall im Strafraum des SV Werder Bremen wertete er als nicht elfmeterreif. Die anschließende Beschwerde des Dortmunders aber als gelbwürdige Provokation. 

„Ich habe Giovanni Reyna die Gelbe Karte nicht nur wegen einer Schwalbe gezeigt, sondern weil er unmittelbar danach durch sein provokantes Verhalten auf unsportliche Art und Weise versucht hat, einen Strafstoß zu bekommen“, erläutert Schiedsrichter Guido Winkmann und macht damit klar: Reynas Protest war Regelverstoß Nummer eins und wurde folglich als erstes bestraft. 

Werder Bremen bei Niklas Moisanders unnötiger Reaktion im Glück

Deshalb gab es Freistoß für Werder. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte Winkmann für Niklas  Moisanders Reaktion auf Reynas Protest sicher Elfmeter geben müssen. Das Reißen am Trikot des Dortmunders hätte dafür ausgereicht. Doch weil Winkmann das Spiel quasi nachträglich vor Moisanders Einschreiten unterbrochen hatte, blieb es bei einer persönlichen Strafe für den Werder-Kapitän – Gelb statt Rot für eine Aktion, die sich im Grenzbereich zur Tätlichkeit bewegt hatte. (csa)

Zur letzten Meldung vom 5. Februar 2020:

Werder-Coach Florian Kohfeldt rüffelt Hitzkopf Niklas Moisander

Für Mats Hummels war die Sache klar: In der 82. Minute hätte es Elfmeter für Borussia Dortmund geben müssen und eine Rote Karte für Niklas Moisander, den Kapitän des SV Werder Bremen.

Doch Schiedsrichter Guido Winkmann entschied nach Video-Beweis anders, das Spiel wurde mit Freistoß für den SV Werder Bremen fortgesetzt – und der brachte danach das 3:2 gegen den BVB ins Ziel. Das Viertelfinale im DFB-Pokal war gebucht. Aber natürlich wurde noch hitzig über Hitzkopf Niklas Moisander diskutiert. Und der Finne holte sich dabei auch einen Rüffel von seinem Trainer Florian Kohfeldt ab.

Werder Bremen im DFB-Pokal gegen den BVB: Niklas Moisander geht Giovanni Reyna an den Kragen - kein Elfmeter

„Niklas muss das cleverer lösen. Wenn er die Bilder sieht, weiß er das auch. Denn das bringt uns in Gefahr, und das ist nicht gut“, meinte Kohfeldt über diese ganz spezielle Aktion. Dortmunds Giovanni Reyna war in den Bremer Strafraum eingedrungen und bei einem Dreikampf mit Niklas Moisander und Marco Friedl zu Fall gekommen. Schiedsrichter Guido Winkmann ließ weiterspielen. Der Ball war schon im Mittelfeld, als Moisander den im Strafraum liegenden Reyna beschimpfte. 

Aus Sicht des Finnen hatte sich der Borusse fallen gelassen. Der Dialog eskalierte. Moisander packte Reyna am Kragen und schubste ihn zu Boden. Winkmann unterbrach die Partie. Es gab Kontakt zum Video-Assistenten in Köln. Und als Winkmann dann zum Bildschirm am Spielfeldrand lief, war es plötzlich ganz still im Stadion. Fast jedem Zuschauer war klar: Für diese Tätlichkeit konnte Moisander nicht nur Rot bekommen, sondern Dortmund auch einen Elfmeter. Das hätte beim Stand von 3:2 die Wende im Spiel bedeuten können. Doch Winkmann entschied anders, gab beiden Spielern Gelb und Werder Bremen einen Freistoß.

Aus Sicht der Schiedsrichter-Experten von „Collinas Erben“ eine nachvollziehbare Entscheidung. Der Video-Assistent habe wegen der möglichen Tätlichkeit zu Recht eingegriffen. Winkmann müsse dann aber die ganze Szene bewerten. Und da habe er Reynas ersten Fall als Schwalbe gewertet. Dafür gab es Gelb für den Dortmunder und Freistoß für den SV Werder Bremen. Für Moisanders Vergehen blieb da nur noch eine persönliche Strafe. Die fiel mit Gelb wegen einer Unsportlichkeit eher milde aus.

Werder Bremen kommt ohne Rote Karte davon: Florian Kohfeldt hat Verständnis für die BVB-Sicht

„Wenn ich die Szene sehe, ist das Rot und Elfmeter. Ich weiß nicht, wie man zu einer anderen Entscheidung kommen kann, tut mir leid“, ärgerte sich Hummels. Florian Kohfeldt wollte da nicht komplett widersprechen: „Ich habe Verständnis für die Ansicht der Dortmunder, dass sie eher eine Rote Karte hätten sehen wollen.“ BVB-Profi Julian Brandt sah es dagegen anders: „Eine Tätlichkeit? Ein richtiger Schlag ins Gesicht war das doch auch nicht.“

Und was meinte Niklas Moisander? „Der Schiedsrichter hat beiden die Gelbe Karte gegeben, und ich glaube, das war die richtige Entscheidung.“ Dem Kapitän des SV Werder Bremen, der schon in Düsseldorf wegen lautstarken Protests direkt vor dem Schiedsrichter die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, waren erneut die Sicherungen durchgebrannt. „Ich habe in dem Moment ein bisschen zu emotional reagiert“, gestand der 34-Jährige. Jetzt muss er aufpassen, dass ihn die Schiedsrichter nicht endgültig als Hitzkopf einstufen und auch so behandeln.

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