Spieler von Carl Zeiss Jena beim Torjubel
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Der SV Werder Bremen sollte vor dem DFB-Pokalspiel-Gegner Carl Zeiss Jena gewarnt sein.

Bremer DFB-Pokal-Gegner

Fast Europapokalsieger, HSV-Schreck und Trainer-Killer Werder-Gegner FC Carl Zeiss Jena will die Regionalliga möglichst schnell wieder verlassen

Jena – Es ist ein Treffen zweier Traditionsclubs, wenn der SV Werder Bremen heute beim FC Carl Zeiss Jena antritt. „Es ist schon so lange her“, sagt derjenige, der für den größten Erfolg des Clubs aus Thüringen steht. Wen das noch interessiere, fragt Hans Meyer, der zu DDR-Zeiten so erfolgreiche Trainer, der nach der Wende auch in der Bundesliga in Mönchengladbach, Nürnberg und bei Hertha BSC deutliche Spuren hinterließ.

Der 77-Jährige, als Vizepräsident von Borussia Mönchengladbach noch heute dem Fußball verbunden, führte den FC Carl Zeiss Jena 1981 ins Finale des Europapokals der Pokalsieger. Endspiel in Düsseldorf, damals noch im Rheinstadion, 1:2 gegen Dinamo Tiflis.

Schöne Zeiten, alte Zeiten für den Traditionsclub aus Thüringen. Der dreimalige Meister in der DDR konnte nach der Wiedervereinigung an die Erfolgsepoche nicht anknüpfen. Der Pokalgegner des SV Werder Bremen stieg in der Corona-Saison aus der Dritten Liga ab, rutschte somit zum dritten Mal in die Viertklassigkeit. In der Regionalliga Nordost zählen die Jenenser dennoch zum Favoritenkreis, neben dem Chemnitzer FC und VSG Altglienicke, dem Emporkömmling aus Berlin, werden sie hoch gewettet, noch vor Energie Cottbus und Lok Leipzig.

Werder Bremen: DFB-Pokalgengner Carl Zeiss Jena nur sechs Punkte aus elf Spielen

Bislang konnte Carl Zeiss Jena dieser Rolle indes nicht gerecht werden. Schwacher Start in die Spielzeit: Nach fünf Spielen nur der elfte Platz mit gerade mal sechs eroberten Punkten. Zuletzt gelang mit einem souveränen 3:0 gegen die Hertha-Bubis, die Reserve des Erstligisten, immerhin der erste Saisonsieg. Aufatmen bei Trainer Dirk Kunert und Sportdirektor Tobias Werner, dem Ex-Profi, der sich beim FC Augsburg einen Namen machte. Das Duo steht für den Neuanfang in der zweitgrößten Stadt Thüringens.

Beide Chefs kamen erst in diesem Jahr. Der 33-jährige Neu-Manager Werner holte mit dem 52-jährigen Coach einen erfahrenen Mann, der zuletzt beim Regionalligisten Berliner AK gearbeitet hat. Zuvor hatte Kunert Erfolge in der Nachwuchsarbeit erzielt. Zweimal holte er mit den B-Junioren von Hertha BSC die Deutsche Meisterschaft, gleiches gelang ihm mit den A-Junioren des VfL Wolfsburg. Zudem hat er die Reservetruppen des Hamburger SV und von Mainz 05 betreut. Als „reizvolle Aufgabe“ und als „eine Herausforderung“ betrachtet der neue Mann den Job in Jena. „Mich reizt es, beim Gestalten des Neuaufbaus in der Regionalliga mit anzupacken.“

Werder Bremen: DFB-Pokalgegner Carl Zeiss Jena schoss den HSV aus dem Wettbewerb

Dirk Kunert hat einen Vertrag bis 2022 unterschrieben. Dass Jena für Fußballlehrer ein heißes Pflaster ist, ist ihm bewusst. Das „Paradies“, wie das Ernst-Abbe-Sportfeld im Volksmund genannt wird, ist für Trainer alles andere als ein Garten Eden. Vor Kunert hat der Verein seit 2013 sage und schreibe elf Trainer verschlissen. Immerhin sind die Strukturen sehr professionell – inklusive eines Nachwuchsleistungszentrums. Und dann ist da auch noch die schöne Erinnerung an das Jahr 2015, als der FC Carl Zeiss Jena den Hamburger SV aus dem Pokal geschossen hat – als Regionalligist. Der SV Werder Bremen sollte also gewarnt sein.

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