Josh Sargent von Werder Bremen beim Kopfball gegen Carl Zeiss Jena
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Josh Sargent köpft das 1:0 für Werder Bremen im DFB-Pokal gegen Carl Zeiss Jena.

2:0-Erfolg im DFB-Pokal-Spiel

Werder Bremen in Noten gegen Carl Zeiss Jena: Josh Sargent erst umständlich, dann mit der Erlösung

Der SV Werder Bremen hatte Mühe, hat sich dann aber in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 2:0 gegen Carl Zeiss Jena durchgesetzt. Die Spieler in der Einzelkritik - mit Noten.

Jiri Pavlenka: Viel zu tun hatte er nicht. Aber in der 84. Minute musste er in höchster Not eingreifen und beim Schuss von Rene Eckardt den Ausgleich verhindern. Weitere Glanztat in der Nachspielzeit gegen Oesterhelweg. Note 2,5

Theodor Gebre Selassie: Über Außen kam von ihm nicht viel, dennoch zunächst gefährlichster Bremer im DFB-Pokal mit dem Pfostenschuss in Minute 18 (der nebenbei gesagt hätte sitzen müssen) und einem weiteren Abschluss (26.). Später dann beinahe mit einem verhängnisvollen Fehlpass, den Toprak unter Einsatz der eigenen Gesundheit ausbügeln musste. Es blieb nicht der einzige Schnitzer des Tschechen. Note 4

Ömer Toprak: Weil Milos Veljkovic im Kader fehlte, stand Innenverteidiger Toprak zwangsläufig in der Startelf. Trat routiniert und souverän auf, bügelte den Bock von Gebre Selassie aus. Note 3

Niklas Moisander: Bekam den Vorzug vor Friedl – alles andere hätte nach Moisanders Bestätigung als Teamkapitän auch überrascht. Seine Leistung ist mit einem Wort beschrieben: abgeklärt. Stoppte Verkamp in höchster Not (62.). Note 3

Werder Bremen gegen Carl Zeiss Jena: Patrick Erras beim Pflichtspiel-Debüt unauffällig

Ludwig Augustinsson: Quasi im Dauerlauf auf der linken Außenbahn. Wurde oft in Szene gesetzt, seinen zahlreichen Hereingaben fehlte aber meistens die Präzision. Zu lang, zu kurz – bis zur 49. Minute, als er sehr exakt auf Sargents Schädel flankte. Bis zum Schluss blieb Augustinsson agil. Note 3

Patrick Erras (bis 45.): Pflichtspiel-Debüt im Werder-Trikot für die Neuverpflichtung. Erras bekleidete wieder die Hybrid-Position – teils im defensiven Mittelfeld, teils in der Abwehrkette. Fiel dabei nicht großartig auf, wirkte in mancher Situation aber etwas hölzern. Blieb nach der Pause in der Kabine. Note 4

Maximilian Eggestein: Bei Ballbesitz rückte er von der Sechs weit vor, war der zweite Ballverteiler neben Osako. Nach der Pause defensiver ausgerichtet, weil Erras als Absicherung fehlte. Passgeber vor dem 2:0. Note 3,5

Werder Bremen gegen Carl Zeiss Jena: Davie Selke fällt in Form der Vorsaison zurück

Leonardo Bittencourt (bis 75.): Traf in den Momenten, in denen es hätte gefährlich werden können, meistens die falsche Entscheidung. Mitunter zu umständlich, und sein Problem mit dem ersten Ballkontakt hat er auch mitgenommen in die neue Saison. Note 5

Yuya Osako (bis 45.): Der Japaner fand sich oft in der zentralen Position hinter den Spitzen wieder, wo er der Dreh- und Angelpunkt des Bremer Spiels hätte sein können. War er aber nicht. Entweder fehlte die Idee oder die Exaktheit in den Pässen. Folge: die frühe Auswechslung. Note 5

Josh Sargent (bis 90.): „Ich kann mir kaum eine Startelf ohne Josh vorstellen“, hatte Trainer Florian Kohfeldt vor Kurzem gesagt – und Sargent dann auch in die erste Elf beordert. Nach agilem Beginn tauchte der US-Amerikaner etwas ab. Unerklärlich, warum er frei vor dem Tor querzulegen versuchte (48.). Das war eines Torjägers nicht würdig. Aber nur eine Minute später per Kopf erfolgreich. Kämpfte vorbildlich. Note 2,5

Davie Selke (bis 75.): Dass der beste Torschütze der Vorbereitung im ersten Pflichtspiel in der Startelf steht, ist ja nachvollziehbar. Doch was Selke dann in Halbzeit eins zeigte, war ein Rückfall in die Form der Vorsaison. Machte sich durch eine Schwalbe und durch eine von ihm ausgelöste Rangelei mit Dennis Slamar bei den Jena-Fans extrem unbeliebt. Nach der Pause dann endlich mit Chancen, aber ohne Abschlussglück. Ein Kopfball landete an der Latte, eine Sargent-Hereingabe grätschte er über das Tor. Note 4,5

Werder Bremen gegen Carl Zeiss Jena: Tahith Chong bringt Schwung - und trifft

Davy Klaassen (ab 46.): Für die Startelf hatte es nach einer Verletzungspause während der Vorbereitung noch nicht gereicht, für eine Einwechslung schon. Klaassen rückte neben Eggestein auf die Sechs, mit ihm war mehr Struktur im Spiel. Note 3

Tahith Chong (ab 46.): Er brachte Schwung, keine Frage. Fouls brachten ihn zwar vorübergehend aus dem Tritt, doch in der 88. Minute machte er dann alles klar. Mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für Werder Bremen machte die Manchester-United-Leihgabe den Deckel auf die Partie. Note 2,5

Niclas Füllkrug (ab 75.): Hatte in der Schlussphase mehr Platz im Sturmzentrum als zuvor Selke, machte aber zu wenig draus. Note -

Nick Woltemade (ab 75.): Gab dem Bremer Spiel auch nicht mehr den Impuls, den es gebraucht hätte. Note -

Johannes Eggestein (ab 90.): Nur ein Kurzeinsatz. Note -

Zur ersten Meldung vom 11. September 2020:

Werder Bremen-Aufstellung gegen Carl Zeiss Jena: Erras, Selke und Bittencourt in der Startelf

Update (12. September 2020): Jetzt sind die Aufstellungen da - Patrick Erras spielt als einziger Neuzugang von Anfang an, Tahith Chong sitzt auf der Bank! Davie Selke und Leonardo Bittencourt starten. Die Startelf und alles Weitere gibt's im Live-Ticker zum Spiel von Werder Bremen gegen Carl Zeiss Jena.

Bremen – Jetzt wird es ernst: Der SV Werder Bremen bestreitet am Samstag beim FC Carl Zeiss Jena sein erstes Pflichtspiel in der neuen Saison – und Trainer Florian Kohfeldt muss eigentlich mit der Aufstellung seine Karten auf den Tisch legen.

Aber macht er das wirklich schon im Duell mit einem Regionalligisten? Gut möglich, dass die Partie in Jena für den einen oder anderen Profi des SV Werder Bremen zur Bewährungsprobe für das Bundesligaspiel eine Woche später gegen Hertha BSC wird – allen voran für Patrick Erras.

Der Neuzugang aus Nürnberg genießt immer noch den Vorteil, dass sich Werder Bremen keinen weiteren Sechser leisten kann. Der darf erst verpflichtet werden, wenn Einnahmen aus einem Verkauf von Milot Rashica auf dem Bremer Konto eingegangen sind. Erras muss aber trotz einer ordentlichen Vorbereitung so oder so bangen, von Beginn an dabei sein zu dürfen. Maximilian Eggestein könnte etwas zurückrücken und den Job vor der Abwehr einnehmen. Doch gegen Jena dürfte Kohfeldt eigentlich noch Erras vertrauen. Das Mittelfeld würden dann Maximilian Eggestein und – Achtung – Yuya Osako bilden. Denn für Davy Klaassen könnte die Partie in Thüringen nach seiner Knieverletzung vielleicht noch etwas zu früh kommen.

Werder Bremen: Tahit Chong gegen Carl Zeiss Jena in der Startelf?

Spannend wird es im Angriff, wo Kohfeldt die größte Auswahl im Kader hat. Neuzugang Tahith Chong besitzt dabei die größten Chance auf einen Platz in der Startelf, schließlich braucht die Leihgabe von Manchester United dringend Spielpraxis, um dann wirklich voll durchzustarten. Den anderen Flügel darf wohl Johannes Eggestein beackern, das hat er sich nach einer tollen Vorbereitung einfach verdient. Auch Josh Sargent bekam in den vergangenen Wochen viel Lob von Kohfeldt – und fast schon so etwas wie eine Einsatzgarantie. Doch da ist ja auch noch Davie Selke, der noch mehr körperliche Wucht mitbringt als Sargent – und in der Vorbereitung auch spielerisch überzeugen konnte. Die Hertha-Leihgabe dürfte im Sturmzentrum die Nase vorne haben. Niclas Füllkrug hat da nach seiner langen Knieverletzung immer noch etwas Rückstand, den er aber bald aufgeholt haben sollte. Stürmer Milot Rashica fehlt in Jena übrigens wegen einer leichten Knieverletzung.

Werder Bremen gegen Carl Zeiss Jena: Ludwig Augustinsson und Theodor Gebre Selassie gesetzt

Und hinten? Da setzt sich in der Viererkette aktuell wohl noch die Erfahrung durch. Außen sind Theodor Gebre Selassie und Ludwig Augustinsson weiterhin gesetzt, innen Ömer Toprak und Kapitän Niklas Moisander, wenn sie wirklich fit sind und bleiben. Ihnen sitzen Marco Friedl und Milos Veljkovic im Nacken. Im Tor steht natürlich Jiri Pavlenka, der wegen eines Coronafalls in der tschechischen Nationalmannschaft schon vorzeitig von seiner Länderspielreise nach Bremen zurückgekehrt war und daher ausgeruht sein sollte. (kni)

So könnte die Aufstellung von Werder Bremen gegen Jena aussehen.

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