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Die Bremer Schwäche: Chancenverwertung.

Werder startet mit einem 1:0-Sieg in die Rückrunde

Im Chancenwucher-Modus

Hannover - Werder Bremen feiert mit dem 1:0 bei Hannover 96 einen gelungenen Start in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Das Spiel hat wichtige drei Punkte geliefert, hat aber auch eine große Bremer Schwäche einmal mehr aufgedeckt: die Chancenverwertung. Die Gefahr ist groß, dass den Bremern diese Schwäche irgendwann hart auf die Füße fallen wird.

Um den Charakter der Partie zu beschreiben, reicht eine Zahl – es ist die „14“. Exakt so viele Torschüsse wehrte Michael Esser am Samstag ab. 14 Schüsse – das sind 14 Chancen für Werder Bremen gewesen, die der Torhüter von Hannover 96 zunichte machte. Damit stellte er einen inoffiziellen Bundesliga-Rekord ein. Denn noch nie seit der Einführung der Datenermittlung in der Saison 1992/93 zeigte ein Torhüter mehr Paraden als Esser am Samstagnachmittag. Das ist schön für den 31-Jährigen, der nun mit drei anderen Keepern (Georg Koch, Andreas Reinke, Oka Nikolov) diese Bestmarke hält. Es ist allerdings kein gutes Zeichen für Werder Bremen, dass derart viele Möglichkeiten ungenutzt blieben.

„Das Verhalten vor dem Tor sollten wir verbessern“

14 vergebene Chancen – Bälle, die neben das Tor flogen, nicht mitgezählt – was für ein Wucher! Was für eine Verschwendung! Was für eine Inkompetenz? Zwar riet nach dem Sieg so ziemlich jeder Bremer dazu, das Gute in der Zahl 14 zu sehen, aber natürlich macht es überhaupt nicht zufrieden, die Möglichkeiten nur herauszuspielen. Das Ganze muss auch zum Abschluss gebracht werden. „Man hat schon viel davon gesehen, wie wir vor das Tor kommen wollen. Das war noch klarer als in den letzten Spielen“, erklärte Trainer Florian Kohfeldt zwar, aber auch er legte den Finger in die Wunde: „Das Verhalten vor dem Tor sollten wir verbessern.“

Fotostrecke: Werder gewinnt in Hannover

Hannover 96 gegen Werder Bremen
Hannover 96 gegen Werder Bremen © gumzmedia
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Hannover 96 gegen Werder Bremen
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Hannover 96 gegen Werder Bremen
Hannover 96 gegen Werder Bremen © dpa
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Hannover 96 gegen Werder Bremen
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Hannover 96 gegen Werder Bremen
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Hannover 96 gegen Werder Bremen
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Hannover 96 gegen Werder Bremen
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Hannover 96 gegen Werder Bremen
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Die Erkenntnis ist freilich nicht neu, Werder hatte sie schon mit in die Winterpause genommen und wollte die Defizite bearbeiten. Doch durchschlagender Erfolg war im ersten Pflichtspiel des Jahres noch nicht zu erkennen. Das Tor von Milot Rashica in der 32. Minute sicherte zwar den Sieg, der den Schwung für die gesamte Rückrunde bringen soll, die Nerven aller wurden jedoch unnötig strapaziert.

Moisander flucht

Wie es einem Verteidiger geht, wenn vorne Chance um Chance vergeben wird, beschrieb Sebastian Langkamp mittels einer kleinen, netten Anekdote. Irgendwann, seiner Schätzung nach so um die 75. bis 80. Minute herum, „da haben Niklas (Moisander, d. Red.) und ich uns nur noch angeguckt. Niklas war die ganze Zeit am Fluchen. Ich habe es mit Galgenhumor genommen.“ Aber natürlich ist ihm wie jedem anderen klar, dass noch mehr geflucht worden und noch mehr Galgenhumor nötig gewesen wäre, wenn Hannover in der Schlussphase – wie auch immer – der glückliche Ausgleich gelungen wäre. „Dann hätten wir wieder in der Kabine gesessen und hätten nicht gewusst, wie uns geschieht“, meinte Langkamp. „Dann ärgern wir uns schwarz“, sagte auch Max Kruse.

Milot Rashica erlöst die Bremer mit seinem 1:0 in der 32. Minute.

Das 1:1 am zweiten Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg mit dem spät kassierten Ausgleich war exakt so ein Spiel gewesen. In Hannover wiederholte sich das Drama nicht. Der eingewechselte Philipp Bargfrede wertete das als Fortschritt: „Wir haben schon häufig gut gespielt und keine Punkte geholt.“

Gewonnen ist gewonnen

Es darf und muss aber in Frage gestellt werden, ob Werder mit einem ähnlichen Chancenwucher gegen stärkere Gegner, als es das planlose Hannover 96 am Samstag war, ebenfalls zu Punkten kommen wird. Kapitän Kruse zweifelt daran und mahnte: „Wir müssen damit rechnen, dass wir in den nächsten Spielen mal ein Gegentor kassieren. Dann müssen wir vorne mehr Tore machen. Gegen Hannover hat es noch gereicht, aber wir müssen daran arbeiten, die Chancen, die wir haben, in Tore umzumünzen.“ Für Langkamp ist das Ganze „auch eine Kopfsache. Unseren Stürmern fehlt die Zielstrebigkeit, das Momentum. Aber das wird kommen.“

Kommentar: Die richtige Balance für Europa

Philipp Bargfrede will wiederum keine zu große Sache aus den vergebenen Chancen machen: „Wir arbeiten natürlich daran, dass es in Zukunft besser wird. Aber wir brauchen jetzt auch nicht alles schlechtzureden, nur weil wir den Sack nicht frühzeitig zugemacht haben.“ Seine Einstellung: Gewonnen ist gewonnen. Punkt.

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