Vor SV Werder gegen Düsseldorf

Aufstieg? Werder-Profi Christian Groß und die Ambitionen vor der Achterbahnfahrt

Das Hinspiel? Für Christian Groß war es wie eine Fahrt mit der Achterbahn – kurz, aber extrem durchrüttelnd. Als Werder Bremen am zweiten Spieltag nach dem Abstieg auf Fortuna Düsseldorf traf, saß der Routinier 90 Minuten auf der Bank, erst in der Nachspielzeit wurde er eingewechselt – um, so das Ziel, die 2:1-Führung abzusichern. Doch kaum auf dem Platz, kassierte Werder Bremen das 2:2. Der Groß-Einsatz floppte, so schien es. Aber dann: Elfmeter, Tor für Werder, doch noch gewonnen. „Es war“, sagt Christian Groß im Rückblick, „ein gutes, enges, spannendes Spiel.“

Und wenn sich die Erwartungen des 32-Jährigen an die erste Hälfte des Jahres 2022, die am Samstag mit dem Rück- und Heimspiel gegen die Fortuna beginnt, erfüllen, dann wird er das gleiche Urteil im Mai auch über die Zweitliga-Rückrunde fällen. Mit einer Verlängerung der Reihe an Adjektiven. Gut, eng, spannend und: erfolgreich. Was wiederum nichts anderes heißt, als dass das Team des SV Werder Bremen letztlich einen der drei Aufstiegsplätze belegen würde.

Werder Bremen-Profi Christian Groß über Bundesliga-Aufstieg: „Ich verschließe mich dem Wort nicht“

„Im Endeffekt geht es genau darum, da wollen wir hin“, erklärt Groß vor dem Re-Start der Liga und schließt sich damit jenen Kollegen an, die ihre Zurückhaltung abgelegt haben und nicht mehr über Wiederaufbau oder andere unkonkrete Ziele sprechen, sondern die Rückkehr in die erste Liga klar zum Thema machen. Die kleine Serie von drei Siegen am Ende des vergangenen Jahres hat eben mutig gemacht. Selbst einen zurückhaltenden Charakter wie Christian Groß. „Ich verschließe mich dem Wort nicht“, sagt er und meint natürlich den Begriff Aufstieg. Aber er ist nicht so vermessen, das eigene Team plötzlich zum heißen Anwärter zu machen: „Es sind noch ein paar Mannschaften vor uns, wir sind in der Verfolgerrolle. Aber: Wir sind dran. Die letzten drei Spiele haben gezeigt, in welche Richtung es geht. Am Ende des Tages will jeder aufsteigen - und auch wir sollten diese Ambitionen haben.“

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Groß ist mit dieser Meinung kein Einzelfall im Team, als Mitglied des Mannschaftsrates spricht er im Grunde sogar stellvertretend für alle. Die Club-Führung mit Sportchef Frank Baumann und Trainer Ole Werner hält sich dagegen trotz des Aufschwungs mit konkreten Zielvorgaben noch zurück. Das werde in den kommenden Tagen sicherlich noch zu besprechen sein, meint Groß und hat schon längst einen Pflock eingeschlagen: Die Spieler wollen den Wiederaufstieg angehen. Und nichts anderes. „Peu à peu“ soll es in der Tabelle nach oben gehen, so Christian Groß. Dafür sei ein guter Jahresauftakt des SV Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf absolut notwendig: „Wir hatten eine Pause, nun ist es sehr wichtig, wie wir wieder in den Rhythmus kommen in den nächsten zwei Spielen. Es geht darum, sofort wieder Fahrt aufzunehmen und in die Spur zu kommen.“ Wie es eben so ist nach Unterbrechungen.

Werder Bremen-Profi Christian Groß glaubt vor Fortuna Düsseldorf-Spiel „nicht, dass ein Team vorne weg marschieren wird“

Wobei: Die Winterpause war schon speziell. Das abgesagte Trainingslager, die Corona-Quarantänen der Leistungsträger Niclas Füllkrug, Milos Veljkovic und Marco Friedl – all das trägt nicht dazu bei, die Ausgangslage des SV Werder Bremen als optimal zu bezeichnen. Aber egal, erklärt Christian Groß: „Keine Mannschaft ist frei von diesen Problemen. Und wir haben das Beste aus der Situation gemacht.“ Aber natürlich könne am Ende auch die Zahl der Ausfälle wegen Corona-Quarantänen den Unterschied im Aufstiegsrennen machen, Trainer Werner hat genau das in der vergangenen Saison mit Holstein Kiel erlebt, als der durch Corona-Fälle dezimierten Mannschaft auf der Zielgeraden die Kraft ausging und der Aufstieg verpasst wurde.

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Christian Groß geht mit der Hoffnung auf ein besseres Ende für Werder Bremen in die Restsaison, die zu einer ähnlichen Achterbahnfahrt werden könnte wie das 3:2 gegen die Fortuna Düsseldorf: „Ich erwarte eine sehr enge Liga, in der man mit zwei, drei Siegen auf Platz zwei, mit zwei Niederlagen aber auch auf Platz neun stehen kann. Ich glaube auch nicht, dass eine Mannschaft vorne weg marschieren wird.“ (csa)

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