Christian Groß glänzte beim Heimspiel des SV Werder Bremen gegen Darmstadt 98 als umsichtiger Abwehrchef.
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Christian Groß glänzte beim Heimspiel des SV Werder Bremen gegen Darmstadt 98 als umsichtiger Abwehrchef.

Christian Groß bei Werder in Topform

Ausgezeichnet als Abwehrchef: Christian Groß beweist seine Klasse bei Werder Bremen in veränderter Rolle

Bremen – Für Christian Groß ging es noch einmal ein paar Meter nach hinten. Normalerweise kümmert sich der 33-Jährige beim SV Werder Bremen bekanntlich als Sechser darum, dass die gegnerischen Offensivkräfte möglichst wenig zur Entfaltung kommen. Und das erledigt Groß seit Monaten derart gut, dass kaum vorstellbar war, dass Trainer Ole Werner nach all den personellen Notlagen vor dem Spitzenspiel gegen den SV Darmstadt 98 (1:0) auch noch an dieser Konstante rütteln würde. Tat er dann aber doch und zog seinen Routinier zurück in die Abwehrkette. Die „Aushilfe“ zeigte auch dort eine starke Leistung und bewies, dass die vorherige Entscheidung des Coaches eine ziemlich gute war.

Allzu spontan hatte Ole Werner seine Wahl nicht getroffen. Vielmehr zeichnete sich der Umbau nach den längerfristigen Ausfällen von Kapitän und Abwehrchef Ömer Toprak (Muskel-Sehnen-Verletzung in der Wade) sowie dessen Nebenmann Marco Friedl (Bauchmuskelverletzung) schnell ab. „Wir haben verschiedene Dinge ausprobiert“, erklärte Werner. „Die Lösung mit Grosso in der Dreierkette hat für uns im Laufe der Trainingswoche am besten funktioniert.“ Mitbekommen hatte die Öffentlichkeit davon kaum etwas, gleich zwei Einheiten hatten die Bremer hinter verschlossenen Türen absolviert. Vor allem deshalb, damit sich die Darmstädter nicht auf Werder Bremens veränderte Formation vorbereiten konnten. Denn auch Nicolai Rapp galt schließlich als Kandidat für die Abwehrkette, tauchte letztlich aber im defensiven Mittelfeld auf. Ein Plan, der ebenfalls aufging.

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Werder Bremen: Christian Groß gegen Darmstadt im Abwehrzentrum statt auf der Sechs - „War wichtig für uns“

Christian Groß zeigte unterdessen, dass er bei Werder Bremen längst zum Führungsspieler gereift ist. Als Abwehrchef agierte er derart unaufgeregt und souverän, als hätte er nie etwas anderes gemacht. „Wichtig war für uns, dass Grosso in der letzten Reihe bei den vielen langen Bällen und gegen die beiden guten Darmstädter Stürmer nochmal für mehr Kommunikation und Klarheit steht“, begründete Ole Werner sein Handeln. „Uns war klar, dass es dort die schwierigere Aufgabe ist, in der Reihe klar zu bleiben als eine Reihe davor.“ Und diesen Spezialauftrag erfüllte Groß voll und ganz. Fraglos spielte den Bremern nach der Roten Karte gegen Darmstadts Klaus Gjasula auch die personelle Überzahl in die Karten, und so gelang es der Defensive in beeindruckender Manier, stabil zu stehen und kaum einen Ball gefährlich auf das Tor von Jiri Pavlenka durchrutschen zu lassen.

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So wie es aussieht, wird Christian Groß seine Flexibilität auch nach der Länderspielpause weiter unter Beweis stellen müssen. Ömer Toprak wird definitiv am 3. April im Heimspiel gegen den SV Sandhausen fehlen (13.30 Uhr), Marco Friedl nach derzeitigem Stand ebenfalls. Folglich muss Groß wohl erneut in die Dreierkette des SV Werder Bremen – falls Ole Werner im Geheimen nicht wieder eine komplett andere Idee entwickelt. Aber wo er Christian Groß letztlich auch aufbietet, allzu große Sorgen um dessen Leistung muss er sich nach den jüngsten Eindrücken nicht machen. (mbü) Schon gelesen? Willkommene Pause! Werder-Trainer Ole Werner freut sich über ein paar freie Tage!
 

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